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Leipzigs AfD-Vorsitzender Siegbert Droese besuchte die „Wolfsschanze“ mit fragwürdiger Geste

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    Immer wieder fallen AfD-Politiker damit auf, dass sie mit nationalsozialistischer Ideologie sympathisieren oder die Verbrechen der Nazis verharmlosen. In den vergangenen Jahren sah sich auch der Leipziger Kreisvorsitzende Siegbert Droese mehrmals mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert. Nun sorgt ein Foto für Aufregung, das ihn mit fragwürdiger Geste neben der „Wolfsschanze“ zeigt. Droese selbst spricht von einem „Schnappschuss“.

    Der Leipziger AfD-Vorsitzende Siegbert Droese steht erneut im Verdacht, mit dem Nationalsozialismus zu sympathisieren. Aktuell sorgt in den sozialen Medien ein Foto für Aufregung, das ihn neben dem ehemaligen „Führerhauptquartier Wolfsschanze“ im heutigen Polen zeigt. Seine rechte Hand hält der Bundestagsabgeordnete auf Höhe des Herzens; die Mütze hat er abgenommen. Die Wehrmacht nutzte die „Wolfsschanze“ während des Zweiten Weltkrieges als militärisches Lagezentrum. Eine Facebook-Nutzerin, die offenbar Mitglied in der AfD ist, veröffentlichte das Foto am Wochenende.

    Droese bestätigte auf Anfrage der L-IZ, dass er die abgebildete Person ist. Das Foto sei vor etwa fünf Jahren im Rahmen einer privaten Reise entstanden. Zu der umstrittenen Geste sagte er: „Das hat nichts zu bedeuten – ein Schnappschuss.“

    In den vergangenen Jahren war Droese zweimal wegen fragwürdiger Nummernschilder in die Kritik geraten. So stand Anfang 2015 ein Auto mit AfD-Lackierung und dem Kennzeichen „L-GD 3345“ im Internet zum Verkauf. In der Zeit von 1933 bis 1945 waren in Deutschland die Nationalsozialisten an der Macht. Die Buchstabenfolge „GD“ wurde als mögliche Anspielung auf „Großdeutschland“ verstanden. Droese erklärte damals, dass das Auto der Partei zu Wahlkampfzwecken überlassen worden sei. Bei den Buchstaben G und D habe es sich um die Initialen einer Person gehandelt und die Zahlen seien dem Halter frei zugeteilt worden.

    Ähnlich erklärte Droese einen Vorfall im August 2016, als auf einem Parkfest in Grünau ein AfD-Auto mit dem Kennzeichen „L-AH 1818“ aufgetaucht war. In der Neonaziszene sind sowohl „AH“ als auch „18“ eine übliche Sympathiebekundung für Adolf Hitler. In diesem Fall bestätigte allerdings sogar die Stadt, dass A und H die Initialen des Halters sind.

    Die AfD und ihre Redner in Leipzig. Foto: Alexander Böhm
    Siegbert Droese (l.) auf einer AfD-Demo in Leipzig. Foto: Alexander Böhm

    Klar ist zumindest, dass Droese zum völkischen Flügel der AfD gehört. Er warb vor zwei Jahren für eine gemeinsame Großdemonstration mit Legida und gehörte zeitweise der ultranationalistischen „Patriotischen Plattform“ an. Im vergangenen November bezeichnete er in der „Welt“ die Bundeskanzlerin als „Poststalinistin“ und die Bundesrepublik als einen Staat, der eher totalitär als freiheitlich sei.

    Nach dem Austritt von Frauke Petry aus der AfD wollte Droese eigentlich für ihre Nachfolge als Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes kandidieren. Auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende zog er seine Kandidatur jedoch kurzfristig zurück – stattdessen wählten die Mitglieder den Landtagsabgeordneten Jörg Urban zum Vorsitzenden und Droese zu einem von drei Stellvertretern. Obwohl Urban als gemäßigter gilt, deutet sich ein weiterer Rechtsruck im Landesverband Sachsen an.

    So wurde Jan Zwerg zum neuen Generalsekretär gewählt. Auf seiner Facebookseite waren Fotos zu sehen, die ihn mit Baseballschläger zeigen und Botschaften wie „Kein Bock auf Nafris“ verbreiten. Zu den mit „Gefällt mir“ markierten Seiten gehören unter anderem die bei Neonazis beliebte Kleidungsmarke Thor Steinar, die wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagte „Gruppe Freital“ und zahlreiche neurechte Politiker, Medien und Aktivisten. Zudem warben AfD-Politiker auf dem Landesparteitag für eine Zusammenarbeit mit Pegida. Deren Führungsfiguren Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz waren bei der Veranstaltung als Gäste anwesend.

    Den Bundestagsabgeordneten Jens Maier wählten die Mitglieder ins Landesschiedsgericht – obwohl dieser in den vergangenen Jahren mehrmals Geflüchtete rassistisch beleidigt hat, sich abfällig über die Aufarbeitung der NS-Verbrechen äußerte, die NPD lobte und einem Extremismusforscher eine wahrheitsgemäße Äußerung über jene Partei untersagte. Eine Kammer am Landgericht Dresden hob Maiers Beschluss später auf.

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      1 KOMMENTAR

      1. Wow, zweimal „zufällig“ die passende Zahlenkombi vom Amt bekommen, ganz ohne eigenes Zutun. Der Mann sollte Lotto spielen bei seinem „Glück“. ;O)

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