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Mittwoch, 20. Januar 2021

„Fridays For Future“ präsentiert Forderungen: Sächsische Linksfraktion und Leipziger Unistura solidarisieren sich + Video

Von René Loch

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    VideoInnerhalb weniger Monate ist es Jugendlichen (nicht nur) in Deutschland gelungen, eine Klimaschutzbewegung zu starten, die unter anderem in politischen Talkshows und auf Titelseiten großer Zeitungen für Diskussionen sorgt. Bislang ging es „Fridays For Future“ vor allem darum, für den Klimaschutz zu demonstrieren und an diesen Tagen deshalb die Schule zu verlassen. Nun präsentiert die Bewegung erstmals ein Forderungspapier. Demnach soll Deutschland unter anderem bis 2030 aus der Kohle aussteigen.

    Die Klimaschutzbewegung „Fridays For Future“ hat am Montag, den 8. April, konkrete Forderungen an die politischen Parteien in Deutschland präsentiert. Auf einer Pressekonferenz im Museum für Naturkunde Berlin stellten die Jugendlichen das Papier vor. Die Forderungen müssten erfüllt werden, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

    Demnach soll Deutschland spätestens 2030 aus der Kohle aussteigen und bis 2035 den vollständigen Wechsel zu erneuerbarer Energieversorgung vollziehen. Das Ziel der „Kohlekommission“, die letzten Anlagen spätestens 2038 abzuschalten, sei nicht ausreichend. Zudem soll Deutschland bis 2035 das „Nettonull“ erreichen, also nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen wie die Natur aufnehmen kann.

    Weitere Forderungen sollen bereits bis Ende dieses Jahres erfüllt werden: ein Viertel der Kohlekraft abschalten, fossile Energieträger nicht mehr subventionieren und alle Treibhausgasemissionen besteuern.

    Das Forderungspapier sei in einer Arbeitsgruppe entstanden und werde von allen Regionalgruppen unterstützt. Die „Fridays For Future“-Aktivisten betonten, dass sich die Forderungen nicht an Verbraucher und Konsumenten, sondern an Politiker richten. Zwar sei man in Gesprächen mit Spitzenpolitikern immer wieder nett behandelt worden – konkrete Ergebnisse habe es bislang jedoch nicht gegeben.

    Die Pressekonferenz von „Fridays for Future“ am 8. April auf Phoenix. Quelle: Phoenix auf Youtube

    Wissenschaftler unterstützen Schüler

    Unterstützung erhielten die Studierenden sowie Schülerinnen und Schüler erneut von den „Scientists For Future“. Unter diesen Namen hatten mehr als 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und Schweiz die bisherigen Bemühungen der Protestbewegung gelobt. Bei der Erarbeitung des Forderungspapiers hätten Wissenschaftler die Fakten überprüft, hieß es auf der Pressekonferenz.

    Mittlerweile gibt es dutzende Regionalgruppen von „Fridays For Future“ in größeren und kleineren Städten. Die Jugendlichen organisieren sich vor allem in Whatsapp-Gruppen und tragen ihren Protest freitags auf die Straße. Über die damit häufig einhergehenden Verstöße gegen die Schulpflicht wurde in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert.

    In Sachsen existieren acht Regionalgruppen: in Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Dresden, Freiberg, Leipzig, Werdau, Zittau und Zwickau. In Leipzig fand zuletzt am vergangenen Freitag eine Demonstration mit etwa 400 Teilnehmenden statt. In der Woche zuvor waren „Fridays For Future“-Aktivisten im Stadtgebiet unterwegs, um falsch entsorgten Müll zu beseitigen.

    Studentische Gruppe in Leipzig geplant

    Aus der Linksfraktion im sächsischen Landtag kam anlässlich der Präsentation des Forderungspapiers erneut Unterstützung für das Anliegen der Protestierenden. „Die Forderungen der Jugendlichen sind mutig und eine gute Richtschnur für die Regierenden in Europa, im Bund und in den Bundesländern“, erklärt Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Die sächsische Staatsregierung muss endlich wirksamen Klimaschutz betreiben und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Reduktion von Energie- und Ressourcenverbrauch fördern.“

    Erfreulich sei, dass „Fridays For Future“ den Klimaschutz nicht zu Lasten ärmerer Menschen betreiben wolle. Auf der Pressekonferenz hatten die Aktivisten betont: „Die Verwirklichung dieser Forderungen muss sozial verträglich gestaltet werden. Diesbezüglich müssen die Regierungen entsprechende Konzepte vorlegen.“

    Bereits am Dienstag, den 2. April, hatte sich zudem der Studierendenrat der Universität Leipzig mit den Streikenden solidarisiert. Nun ist die Gründung einer Regionalgruppe namens „Students For Future“ geplant. Bereits jetzt ist auch eine wachsende Gruppe der „Parents for Future“ auch in Leipzig aktiv.

    „Streiken, bis sich etwas ändert“: Auch am 5. April 2019 demonstrierten die Schüler in Leipzig

    Video: L-IZ.de / Marco Arenas

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