Bei einem Blick in das alte Familienalbum werden meistens schöne Erinnerungen geweckt. Doch leider muss oftmals festgestellt werden, dass die Fotos deutlich an Qualität verlieren oder vielleicht schon die ersten Risse aufweisen. In solch einem Fall macht sich wahrscheinlich jeder große Sorgen, weil nicht abgeschätzt werden kann, wie lange die alten Aufnahmen noch erhalten werden können. Deshalb ist es empfehlenswert, sie möglichst zeitnah zu digitalisieren. Dieses Vorhaben kann sogar in Eigenregie durchgeführt werden, wenn ausreichend viel Zeit zur Verfügung steht.

Eine Vorauswahl treffen

Bevor näher über die Digitalisierung der Fotos nachgedacht wird, sollte eine sorgfältige Auswahl erfolgen. Es gibt in dem Bestand wahrscheinlich zahlreiche alte Aufnahmen, die keinen hohen Wert mehr aufweisen. Vielleicht sind die Fotos schon so stark verblasst, dass kaum noch etwas zu erkennen ist.

Manchmal sind Personen abgelichtet worden, die keiner im Haushalt kennt. Mit solchen Bildern muss dann kein Aufwand mehr betrieben werden. Vorteilhaft ist es, wenn ausschließlich die Aufnahmen herausgesucht werden, die auch tatsächlich noch einen Wert aufweisen.

Es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Digitalisierung zur Verfügung

Jeder, der Papierfotos digitalisieren möchte, hat unterschiedliche Verfahren zur Auswahl. Diese wären eine Foto-App fürs Smartphone laden, einen Flachbettscanner, einen Albumscanner oder direkt einen Negativscanner dafür benutzen. Zum Digitalisieren von Fotos stehen diverse kostenlose Apps zur Verfügung.

Diese werden z. B. auf dem Smartphone installiert und können uneingeschränkt genutzt werden. Die Handhabung ist recht einfach. Die Fotos, die digitalisiert werden sollen, werden aus verschiedenen Perspektiven fotografiert. Die Software setzt die einzelnen Aufnahmen so zusammen, dass daraus ein komplettes Bild entsteht.

Diese Vorgehensweise ist sehr einfach. Die Qualität der Aufnahmen hängt jedoch im hohen Maße von der Kamera des Smartphones ab. Zudem lässt sich nicht genau kontrollieren, wer online einen Zugriff auf die Daten hat. Falls der Datenschutz keine Rolle spielt, ist dies natürlich auch kein Problem. Bei brisanten Nacktaufnahmen ist jedoch Vorsicht geboten.

Bildscanner. Foto: Mara Morrison via pixabay

Fotos einscannen und digitalisieren

Es ist durchaus möglich, die alten Papierfotos mit einem am PC angeschlossenen Flachbettscanner einzuscannen. Dabei werden die Aufnahmen in ein digitales Format umgewandelt, sodass sie sich am Computer nachbearbeiten lassen. Oftmals ist eine Korrektur der Farben oder Kontraste erforderlich, weil die alten Bilder schon an Brillanz verloren haben.

Mit einer professionellen Grafiksoftware lassen sich zudem Kratzer und andere unschöne Dinge restlos retuschieren. Befinden sich die Fotos jedoch in einem Album, dann kann es mit dem Scannen schon etwas schwierig werden. Wird ein aufgeklapptes Fotoalbum auf den Scanner gelegt, liegen die Bilder zumeist nicht gerade auf der Glasscheibe auf.

Für diese Zwecke gibt es jedoch einen sogenannten Albumscanner. Um diesen zu nutzen, können die Aufnahmen im Fotoalbum bleiben. Der Scanner ist kompakt gebaut und wird einfach auf das zu digitalisierende Foto gesetzt. Der Albumscanner braucht dabei auch nicht mit einem PC verbunden zu sein. Die Aufnahmen werden auf einer integrierten SD-Speicherkarte abgelegt. Von dieser Karte können sie dann vom Computer ausgelesen werden.

Den Profi übernehmen lassen

Wem der Aufwand zum Digitalisieren der alten Aufnahmen zu groß ist, der kann die Fotos digitalisieren lassen. Die zu digitalisierenden Aufnahmen werden einfach zu dem Anbieter geschickt. Dieser ist ausgestattet mit einer hochwertigen Profi-Ausstattung. Das beginnt bereits bei einem Scanner mit einer extrem hohen Auflösung.

Zudem erfolgt eine Nachbearbeitung durch geschultes Fachpersonal. Deshalb weisen die Digitalfotos von professionellen Anbietern immer die höchste Qualität auf. Diese Möglichkeit eignet sich für jeden Menschen, der nicht die erforderliche Zeit hat und sich zudem keine teure Hardware anschaffen möchte.

Besonders hohe Qualität mit Negativscannern

Sowohl für einen Flachbettscanner als auch für einen Albumscanner gibt es spezielle Aufsätze zum Einscannen von Negativen. Da diese in der Regel noch nicht so oft angefasst und angesehen wurden, sind sie zumeist völlig unversehrt. Deshalb können sie beim Digitalisieren zu guten Ergebnissen führen.

Allerdings ersetzen diese Aufsätze keinen echten Negativscanner, wie er von professionellen Anbietern genutzt wird. Solche Profi-Geräte lesen den DX-Code der Negative aus. Darin enthalten sind die kompletten Farbinformationen. Dadurch entstehen Digitalfotos, die eine vergleichbare Qualität wie die Originale aufweisen.

Alte Negative. Foto: Engin Akyurt via pixabay

Was passiert mit den Digitalaufnahmen?

Sind die Fotos digitalisiert, dann sollten sie zunächst benannt und anschließend an einem sicheren Speicherplatz aufbewahrt werden. Die interne Festplatte des Rechners ist der denkbar schlechteste Aufbewahrungsplatz. Lässt sich der Computer aufgrund eines technischen Schadens nicht mehr starten, wären sämtliche Aufnahmen unwiderruflich verloren.  Deshalb gibt es deutlich bessere Speicherorte.

Dazu gehören:

  • USB-Sticks
  • SD-Karten
  • CDs
  • DVDs
  • Externe Festplatten
  • Cloud

Der Vorteil von USB-Sticks und SD-Speicherkarten besteht in der kompakten Bauform. Sie lassen sich an jedem PC oder Laptop anschließen, sodass die Aufnahmen angesehen werden können. Für CDs und DVDs ist immer ein geeignetes Abspielgerät nötig. Der ideale Speicherplatz ist die Cloud. Von dort aus lassen sich die Fotos mit jedem Gerät abrufen. Um darauf zugreifen zu können, sind lediglich die persönlichen Zugangsdaten erforderlich.

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