Das gemeinsame Frühstück auf dem Neustädter Markt in Leipzig, mit seiner über 20-jährigen Tradition, sollte am 28. Juni 2026 stattfinden und wurde wegen der extremen Hitze abgesagt. Am 11. Oktober war es dann so weit, der Bürgerverein Neustädter Markt e.V. lud ein und der umtriebige Ralf Kohl nutzte die Gelegenheit und lud seinerseits die Kandidierenden bei der OBM-Wahl 2027 ein.

Noch war es ruhig auf dem Neustädter Markt, das änderte sich später. Foto: Thomas Köhler

Alle hat Ralf Kohl nicht erreicht, für den hauptsächlich analog agierenden „Kandidaten-Anwärter auf das Oberbürgeramt“ war es schwierig alle Kontaktdaten zu finden und die meisten die er erreichte sagten ab oder machten nur unverbindliche Beinahe-Zusagen.

Als wir kurz vor 10.00 Uhr den Neustädter Markt erreichten waren schon einige Stände aufgebaut, der DJ bereitete sich vor um später die Vinyl-, teilweise tatsächlich auch Schellackplatten aufzulegen, was der Wind etwas schwierig machte.

Ein richtiger DJ mit Schellackplatte legte auf. Foto: Thomas Köhler

Neben Ralf Kohl waren bereits Fabian Schmidt von den Humanisten und Dirk Thärichen anwesend. Etwas später traf Falk Fiebig von Volt ein und auch Skadi Jennicke, gerade von der Delegationsreise nach Jerewan zurückgekommen, kam später dazu. Das war es dann mit den Kandidierenden.

Als wir Ralf Kohl nach seinen Gründen für diese Einladung fragten, gab er zur Antwort er wolle den Bürgerinnen und Bürgern, nicht nur dieses Stadtteils, die Gelegenheit geben zwanglos mit den Kandidierenden zu spreche. Außerdem hätten diese die Gelegenheit zu Bürgergesprächen und zum gemeinsamen Austausch.

Wenn schon Frühstück, dann muss der Kandidat es auch zubereiten. Foto: Thomas Köhler

Obwohl der Termin kaum beworben wurde, selbst der neue Termin für das Neustädter Frühstück war ausschließlich per Aushang im Viertel beworben worden, kamen im Laufe der Zeit doch viele Besucherinnen und Besucher. Die Kandidierenden wurden angesprochen, Menschen zeigten sich besonders interessiert daran, auch mal die kleinen Parteien kennenzulernen und über deren Programme und Kandidaten etwas zu erfahren.

Bürgergespräch beim Humanisten. Foto: Thomas Köhler

Aber auch die Kandidierenden nutzten die Zeit für Gespräche untereinander, teilweise im eins zu eins Gespräch, am Ende auch in der großen Runde.

Die Themen waren, soweit wir dabei waren, vielfältig und betrafen meist Herausforderungen, die alle auf die Stadt in den nächsten Jahren zukommen sehen. Ein Thema, welches besonders Ralf Kohl, Falk Fiebig und Fabian Schmidt bewegte, war das Sammeln von Unterstützungsunterschriften, welches in der für die Kommunalwahlen geltenden Form, eine schon als unzumutbare Hürde für Einzelkandidierende und solche von Kleinparteien bezeichnet werden kann. Dazu mehr in einem späteren Artikel.

Dirk Thärichen und Ralf Kohl im Gespräch. Foto: Thomas Köhler

Der Vorschlag von Ralf Kohl, alle Kandidierenden sollten doch bei Podiumseinladungen, besonders von Medien und öffentliche Einrichtungen, nachfragen, ob auch alle anderen eingeladen wurden, fand grundsätzliche Zustimmung.

Der typisch Kohlsche Ansatz, man solle doch den zweiten Wahlgang weglassen, wenn im ersten keine Kandidatin oder Kandidat die erforderliche Mehrheit erreichen sollte. Stattdessen sollten in dem Falle die Kandidierenden das Amt für zwei Jahre gemeinsam, unter Beibehaltung ihrer beruflichen Tätigkeit, ausüben wurde zumindest höflich diskutiert.

Die teilnehmenden Kandidierenden haben sich auf der Säule „verewigt“. Foto: Thomas Köhler

Fazit: Das Format scheint sich bewährt zu haben, für die fehlende Ankündigung des Termins waren es erstaunlich viele Menschen, die die Kandidierenden sprechen wollten. Bei größerer Teilnahme von Kandidierenden und rechtzeitiger Terminankündigung, wäre ein noch größerer Zuspruch zu erwarten. Positiv kann auch gesehen werden, dass die Kandidierenden zwanglos ins Gespräch kamen, vielleicht ist das auch hilfreich.

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