Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) der Universität Leipzig hat den 5000. Teilnehmer in der Studienambulanz für Erwachsene begrüßt. Damit ist die Hälfte der geplanten Teilnehmerzahl und somit ein Meilenstein in der großangelegten Leipziger Gesundheitsstudie erreicht, teilt die Uni Leipzig mit. Bei LIFE geht es - wie der Name sagt - um das blanke Leben.

Ziel der seit 2009 laufenden Bevölkerungsstudie ist es, die Ursachen von Zivilisationserkrankungen zu untersuchen und neue Diagnosemöglichkeiten bereits im Frühstadium von Erkrankungen zu entwickeln. Zu den Zivilisationserkrankungen zählen solche der Gefäße, Herzinfarkt, Diabetes mellitus und krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas), Depression, Demenz, Kopf- und Halstumore sowie Allergien und Stoffwechselstörungen. Um den Gesundheitszustand der Leipziger zu erfassen und anschließend Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Umwelt und genetischer Ausstattung wissenschaftlich auszuwerten, lädt LIFE zu einem umfangreichen Untersuchungsprogramm in die Studienambulanz im “Roten Haus”.

Peter Kuhn aus Leipzig-Gohlis hat als fünftausendster Proband dieses speziell entwickelte Programm durchlaufen. Für Kerstin Wirkner, Leiterin der Studienambulanz für Erwachsene, und die beteiligten Wissenschaftler, ist es ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg, bis 2014 insgesamt 10.000 Leipziger Erwachsene zu untersuchen, um sich vermehrt auch auf die Auswertung der riesigen Datenmengen zu konzentrieren.

Als Leipziger sei es für ihn Ehrensache, an dem wegweisenden Projekt mitzuwirken, meinte Peter Kuhn. “Ich bin an diesem Vormittag sehr beschäftigt gewesen”, sagte er, nachdem er das Untersuchungsprogramm durchlaufen hatte. Die Teilnahmeeinladung hatte er in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt per Zufallsprinzip erhalten.

In einer ersten Zwischenbilanz im vergangenen Herbst hatten die Leipziger Wissenschaftler festgestellt, dass die Steifigkeit von Arterien oder die Schädigungen der Netzhaut kein Phänomen der älteren Generation ist, sondern bereits besorgniserregend häufig in den jüngeren Altersgruppen auftreten. Durch die fortschreitende Datenauswertung konnte bestätigt werden, dass Allergien, Depressionen und Bluthochdruck mit steigender Tendenz in der Gesamtbevölkerung auftreten. Im September 2013 soll eine zweite Zwischenanalyse veröffentlicht werden, die erstmals auch die Auswertung von genetischen Daten umfassen wird.

Quelle: Uni Leipzig

www.uni-leipzig-life.de

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