Wer in den Operationssaal muss, ist in der Regel in einem emotionalen Ausnahmezustand: Patienten machen sich Sorgen um ihre Gesundheit, verspüren Ängste vor diesem Ort, an dem über sie bestimmt wird. Diese Ängste versuchen die Gynäkologen am Uniklinikum Leipzig jetzt mit Kunstwerken im OP-Trakt zu lindern.

Archaische Motive, vertraut aus der Höhlenmalerei, schmücken jetzt die Metalltüren von zwei Operationssälen in der Uni-Frauenklinik. Ein Hirsch, eine symbolische Frauenfigur und Handabdrücke verleihen dem nüchternen OP-Trakt-Flur ein sympathisch-naives Flair.

“Mit diesem Einsatz von Kunst an einem ungewöhnlichen Ort wie dem Operationssaal wollen wir unsere Patientinnen ablenken und gleichzeitig beruhigen”, erklärt Prof. Dr. Dr. Michael Höckel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Leipzig. Auf seine Initiative hin wurden die speziellen Kunstwerke für diesen Ort von der Leipziger Künstlerin Christiane Werner geschaffen.

Keine einfache Aufgabe, denn die Bilder mussten direkt auf den Türen angebracht werden und gleichzeitig den strengen Hygieneanforderungen in einem Operationstrakt entsprechen. “Die Lösung war der Einsatz besonderer Hochleistungsfolien, die auch der hier verwendeten Desinfektion und Reinigung standhalten können”, so Christiane Werner, die bereits ähnliche Bilder für den Kinder-OP des UKL angefertigt hat.”Für mich ist der Operationsbereich ein sehr besonderer Ort, an dem Kunst ja eigentlich nicht vorgesehen ist. Ich finde es sehr schön, dass die Ärzte hier sich darüber Gedanken machen, wie den kleinen und großen Patienten etwas Erleichterung in dieser Situation verschafft werden kann – und Kunst ist dafür ein sehr gutes Mittel”, so Christiane Werner.

Die ursprünglichen Motive der Höhlenmalerei hat sie bewusst als Gegengewicht zur hochtechnisierten modernen Medizin gewählt. “Damit soll aber gleichzeitig auch der Kunst der hier arbeitenden Ärztinnen und Ärzte ein wenig Dank entgegen gebracht werden”, so Werner. Denn während die Patientinnen die Bilder im besten Fall kurz wahrnehmen, sehen die Mitarbeiterinnen des UKL diese nun täglich. Mit positivem Effekt: “Ich jedenfalls gehe nun noch viel lieber in den OP”, so Prof. Höckel.

Quelle: Uniklinikum Leipzig, Helena Reinhardt

www.uniklinikum-leipzig.de

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