In jedem Jahr ein neuer Trinkwasserbrunnen in jedem Stadtbezirk – das hatten die Grünen im Stadtrat eigentlich beantragt. In der Ratsversammlung am 27. Mai zogen sie diesen Antrag aber wieder zurück. Aus Sicht der Verwaltung wäre das Vorhaben nicht finanzierbar gewesen und eine Mehrheit war wohl auch nicht in Sicht.
„Hitze in der Stadt ist ein riesiges Problem“, so Nicole Schreyer-Krieg von den Grünen in der Ratsversammlung. „Irgendwann wird es zu einer gesundheitlichen Gefahr und es trifft Kinder, ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke zuerst.“ Wenn man den Klimawandel, der solche Gefahren verstärke, schon nicht aufhalten könne, dann müsse man sich zumindest anpassen.
Die Grünen wollten deshalb pro Jahr und Stadtbezirk – davon gibt es zehn in Leipzig – einen neuen Trinkwasserbrunnen. Aktuell gibt es rund 30 davon in der Stadt. Die Standorte sind laut Grünen-Fraktion aber sehr ungleich verteilt. Im Vergleich zu Wien, wo es circa 1.300 Trinkwasserbrunnen gebe, sei Leipzig generell schlecht ausgestattet.
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt verweist auf die Haushaltslage und bezeichnet die Pläne der Grünen als nicht umsetzbar. Trinkwasserbrunnen seien aber eine zentrale Maßnahme im aktuellen Hitzeaktionsplan. Dort heißt es, dass aktuell jährlich zwei bis drei neue Anlagen dazukommen und diese Zahl möglichst erhöht werden soll – sofern es die finanzielle Situation zulässt. Die Kosten beziffert der Plan auf 35.000 Euro pro Trinkbrunnen.
Schreyer-Krieg zeigte sich enttäuscht davon, dass „das Thema immer wieder verschleppt wird“. Was im Hitzeaktionsplan steht, sei nicht ausreichend. Mehr wird es vorerst aber nicht geben.
Eine Übersicht über die aktuell existierenden Anlagen gibt es auf der Homepage der Wasserwerke. Dort gibt es auch Informationen zum mobilen Trinkbrunnen „Brunno“.
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