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Schwarwels Fenster zur Welt: Nachschlag für Niebel

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    Es gibt Vorschläge, da weiß man nicht mehr so recht, wem man zuerst mit dem blanken Hintern ins Gesicht hüpfen muss. Niebel, dem alten Teppichluder, weil er es ausspricht? Einer Nahrungsmittelmafia, die jahrelang zwischengelagerte Retourware wieder in den Umlauf und mit Mordsgewinn in die Billighackregale bringt? Oder einem jeden, der diesen Fraß überhaupt kauft und sich dabei über grassierende Impotenz wundert? Mal vorab - geschrieben steht nur: "Unser täglich Brot gib uns heute." Von Fleisch hat keiner was gesagt!

    Beginnen wir mal oben – beim „Entwicklungsminister“ wider Willen. Es gehört zu seinen Aufgaben, zu entwickeln. In dem Fall halt eine Idee. Das ganze gedopte Hackgeraffel ist – Pferd hin oder her – noch gut, es darf verschenket werden in bedürftige Hände. Huldvoll abgewunken und die Nahrungsmittelmafia hat ein Problem weniger – so spart sie die teure Entsorgung, denn die als Essen getarnten Medizinpräparate holen nicht einmal mehr die Tafeln ab. Apropos Tafeln – die wiederum sehen ihre Geschäftsgrundlage gefährdet – es droht Überangebot an der industriellen Armutstheke und ein starker Anstieg in den eigenen Sondermüllcontainern.

    Doch eigentlich hat Niebel natürlich Recht. Wenn es um die Volksversorgung geht, sind kleinliche Medikamentenkontrollen schon immer ein zu teurer Spaß. Was dem Afrikaner sein europäisches Billighuhn in Salmonellensud, dem urbanen Großstädter sein gespritztes Schwein zur Unkenntlichkeit paniert und der Hausfrau ihr Dioxin-Ei, darf bitteschön am fein gefrosteten Instant-Pferd nicht anders gelten. Rein kommt, was Proteine hat, da geht die Maus gleich mit dem Faden in den Häcksler. Die Frage „haben sie auch Katze“ hat vielleicht einfach nur noch keiner gestellt?

    In Rumänien jedenfalls steht kein Hofbräuhaus – dafür scheinbar Kühlkapazität für Millionen Fertiggerichte. Und alles, was der Handel im ersten Schub nicht verarbeiten konnte, landet genau da und wartet. Gern auch mal ein paar Jahre. Bis der Fleischpreis steigt. Dann gibt’s wieder Nachschub.

    „Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.“

    So gesehen sind die frommen Wünsche wirklich schon sehr, sehr alt. Aber ein Vorschlag der letzten Tage hat mir wirklich gefallen. Im Bundestag gibt es eine Kantine. Es ist wohl höchste Zeit, dass die Vertreter wieder das zu fressen bekommen, was der Pöbel schlucken soll. Dann erwarte ich Herrn Niebel in der Schlange ganz vorn, Nachschlag gibt die nette Küchenfrau sicher gern. Zum Runterspülen noch einen kräftigen Schluck Frostschutzmittel-Weißwein. Und die Besuche im „Borchardt“ sind die nächsten acht Wochen gestrichen. Denn der Hunger kommt ja bekanntlich beim Essen und Führung funktioniert immer durch beispielhaftes Vorangehen.

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