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Schwarwels Fenster zur Welt: Nicht erwähnenswert

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    Nur mal ein kurzer Zwischenruf. Während so mancher Dauerschreiber im Drittverwertungskino heutigen Journalis-muss-es hierin die Verjüngung der Politik sieht, darf doch heimlich die Frage anklingen, ob es nur um eine preiswerte Popularisierung geht. Preiswert weil die letzten anamerikanisierten Blubbertreffen zweier Dauerausweicher schon so erfolgreich wie der Turmbau zu Babel waren - was den Erkenntnisgewinn betraf. Und Popularisierung, weil unterdessen einigen vermodernden Restfossilien aktiver Politik dämmert: Es bräuchte in Zeiten von Grimmepreisnominierten TV-Sendungen wie dem Djungle-Camp längst eine Debatte über einen wirklich wahlfähigen Bürger.

    Mal ehrlich jeder hat diesen Nachbarn – zumindest in noch nicht vollkommen auseinanderdividierten Wohnghettos – von dem man zumindest annimmt, er sei zwingend nicht in der Lage den Stift zu halten den er da führt oder derart gut informiert, dass er hinter das Kreuz schreiben könnte: Ich hatte keine Wahl, das hab ich schon immer so gemacht und mein zentraler Cortex lässt einfach keine Abweichung mehr zu. Geradeaus als Maxime im Labyrinth, selbst wenn die Rente schon heute unterm Arsch explodiert.

    Was gestern gut war, ist auch heute gut und für Experimente hat diese Generation keine Zeit. Die Realisierung erleben die meisten ja eh nicht mehr. Die Jungen hingegen gehen nicht mehr hin, wenn Stimmen in Urnen begraben werden, anders ist die letzte Wahl in Sachsen nicht mehr erklärbar.

    Jetzt zur allgemeinen Vermutung im dämmernden Wahlkampf und getreu dem Schröderspruch „Mit Glotze und Bild …“ – Pah!: Sie schauen TV? Nein tun sie nicht, denn sie schauen in ihr Handy, wenig in Gesichter und in ihren Rechner. Doch offenbar vertrauen sie bislang ihren Großeltern auch darin, dass die besser wissen, was für ihre Zukunft richtig ist.

    Is Recht – da kann nur Dr. Breitbein helfen, da die Verblödung ja über den gleichen Kanal funktioniert. Wer den Deutschen die Eurovisionskrone via Lolita-Traum Lena verschaffen kann, ist geradezu prädestiniert dazu die jungen Wähler an einen sterbenden Informationskanal zu locken. Wir überspringen jetzt mal die Frage, wie viele dauergeile Endvierziger Lena zum Sieg verholfen haben und konzentrieren uns aufs Wesentliche.

    Frau Dr. Angela Merkel (aka „uns Mutti“) hat es abgelehnt Politik mit dieser Idee zur Dauerkasperei zu machen. Dafür Dank. Sie hat während ihrer gesamten Amtszeit nichts – Achtung, kurze Zwischenbetonung – Nichts! für die Breitenbildung in diesem Land getan.

    Manchmal kommt das Ergebnis eben doch auf dem Fuß, der mit kurzen Schritten vieles zerstört. Und noch nützt es ihr.

    (Warum hier nichts über Steinbrück stand? Weil ich eine Wette abgeben möchte: Es braucht wahrlich titanische Kräfte offensichtlich gewollte Verblödung durch eine echte Bildungsoffensive zu überwinden. Und er hat bis hier ebenfalls nichts getan, was ihn bei dieser Aufgabe erwähnenswert machen würde).

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