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Polizeibericht, 9. Oktober: Rentner wurden in Leipzig belästigt und bestohlen, Automat gesprengt und Fahrrad gestohlen

Von Polizeidirektion Leipzig

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    Über den Dienstag hinweg wurden mehrere Rentner in Leipzig geradezu von betrügerischen Anrufern belästigt. Insgesamt sind der Polizeidirektion am gestrigen Tag elf Betrugsversuche zum Nachteil älterer Menschen bekannt geworden. Die Polizei warnt auch weiterhin vor derartigen Anrufen +++ In der Engertstraße, im Bereich des Haltepunktes Plagwitz, sprengten drei Täter einen Automaten. Einen von ihnen, der auf einem gestohlenen Fahrrad unterwegs war, konnte die Polizei dingfest machen.

    Sieben Anrufe und zwei Hausbesuche – Rentner wurden in Leipzig belästigt und bestohlen

    Ort: Stadtgebiet Leipzig, Zeit: 08.10.2019, zwischen 11:30 Uhr und 16:00 Uhr

    Über den Dienstag hinweg wurden mehrere Rentner in Leipzig geradezu von betrügerischen Anrufern belästigt. Insgesamt sind der Polizeidirektion am gestrigen Tag elf Betrugsversuche zum Nachteil älterer Menschen bekannt geworden. Neun ereigneten sich im Stadtgebiet von Leipzig.

    So begann die Serie gegen 11:30 Uhr, als eine unbekannte Anruferin sich als Nichte bei einem 88-Jährigen Mann aus Schönefeld ausgab und erklärte, sie habe Probleme beim Amtsgericht Leipzig und bräuchte dringend finanzielle Unterstützung. Hierfür würde es ihr schon genügen, wenn sie von dem 88-Jährigen einen 35.000 Euro-Zuschuss erhalten würde. Der Rentner erklärte der angeblichen Nichte, er habe kein Geld und verneinte auch ihre Anfragen nach Wertgegenständen und Schmuck im Haus, bevor er das Gespräch beendete.

    Die Geschichte mit den finanziellen Nöten beim Amtsgericht wiederholte sich dann noch mindestens viermal. In diesen Fällen rief ebenfalls eine weibliche Stimme bei älteren Damen und Herren (w 74, w 75, w 80, m 80) an und erklärte, sie hätte Probleme am Amtsgericht. Gegen 12:45 Uhr meldete sie sich bei einer 75-jährigen Frau im Leipziger Zentrum, ließ die Anruferin glauben, sie sei die Tochter des Neffen und wolle eine Immobilie kaufen, wofür sie viel Geld bräuchte. Kurz darauf meldete sich die Anruferin bei einer ebenfalls 75-Jährigen in Leipzig-Lößnig und meinte, sie sei „Nadine“ aus Magdeburg. Sie wolle dort eine Wohnung kaufen und hätte nun Probleme mit der Gerichtskasse, weswegen sie 15.000 Euro bräuchte. Auch in diesem Fall beendete die Angerufene vorzeitig das Gespräch.

    Gegen 13:20 Uhr belästigte die Anruferin dann eine 80-Jährige in Leipzig-Mockau und forderte 25.000 Euro. Sie hätte Schwierigkeiten am Amtsgericht, die sie jedoch nicht näher am Telefon beschreiben wollte. Nicht müde werdend versuchte es die Anruferin dann gegen 16:00 Uhr bei einem 80-jährigen Mann in Leipzig-Liebertwolkwitz und forderte gar 68.000 Euro. Nachdem der Rentner ihr mehrfach gesagt hatte, dass er nicht so viel Geld besäße, drängte sie ihn danach, ihr zu sagen, auf welcher Bank er sein Konto hätte. Letzten Endes legte der 80-Jährige auf.

    Zusätzlich meldete sich gegen 14:00 Uhr ein angeblicher „Enkel“ bei einer 88-Jährigen in Gohlis und sagte, er bräuchte 11.000 Euro für einen Hauskauf. Einen weiteren Versuch unternahm eine unbekannte Anruferin gegen 15:30 Uhr in Leipzig-Schönau bei einer 81-jährigen Rentnerin, von der sie mehrere tausend Euro oder Schmuck und Wertgegenstände forderte. Auch in diesem Fall beendete die Angerufene das Gespräch mit dem Wissen, eine Betrügerin an der Strippe zu haben.

    Ob es sich bei allen Anrufen um ein und dieselbe Täterin handelte, wird nun Aufgabe der Ermittler sein. Unabhängig von diesen Anrufen kam es jedoch auch zu zwei „Hausbesuchen“ bei älteren Leuten in Leipzig. Im ersten Fall „besuchte“ ein angeblicher Antikhändler ein Ehepaar in Sellerhausen-Stünz. Der Händler erklärte, dass er auf der Suche nach altem DDR-Geld, Münzen, Orden und Antiquitäten sei. Neugierig ließ der Mann (87) den selbsternannten Händler in die Wohnung und zeigte ihm mehrere Münzen, Geldscheine, einige Orden und einen Ledermantel aus DDR-Zeiten. Der Fremde erklärte dem Ehepaar am Ende, dass er ihnen die Gegenstände zu einem Wert von 36.000 Euro abkaufen würde.

    Jedoch wolle er auch etwas daran verdienen und verlangte zusätzlich im Austausch 600 Euro. Ursprünglich wollte er das Geld gleich in Empfang nehmen, danach zur Bank gehen, wiederkommen und dem Paar die 36.000 Euro geben. Der Hartnäckigkeit seiner Ehefrau hat der Rentner es zu verdanken, dass dem angeblichen Antiquitätenhändler kein Geld gegeben wurde. Sie bestand nämlich darauf, dass der Fremde zuerst das Geld hole und danach würde er die 600 Euro erhalten. Der Fremde druckste rum, telefonierte und erklärte, er habe jemanden beauftragt, das Geld zu besorgen. Er werde in etwa einer Stunde zurückkommen. Gesagt und nicht getan: Der „Händler“ kam nicht wieder, woraufhin das Ehepaar die Polizei informierte.

    Den Fremden beschrieben sie wie folgt:

    • ca. 1,65 m groß
    • scheinbares Alter: 40–45 Jahre
    • untersetzte Statur
    • normales Gesicht
    • hellbraune Hautfarbe
    • kein Bart
    • schwarzes, glattes, kurzes Haar
    • dunkle Augen
    • trug einen schwarzen Parka, eine helle Stoffhose, dunkelbraune Halbschuhe und eine kleine Handgelenkstasche.

    Erfolgreich waren dagegen zwei Betrüger, die bei einer älteren Dame (82) in Leipzig-Lößnig vorstellig wurden. Die unbekannten Täter gaben sich als Kriminalbeamte aus und erklärten, dass in ihre Wohnung eingebrochen sei, als sie nach Hause kam. Ein Nachbar hätte die offene Wohnungstür entdeckt und die Polizei gerufen. Nun wollten die Fremden mit der 82-Jährigen in ihre Wohnung und kontrollieren, ob etwas gestohlen sei. Überzeugt davon, dass es sich bei den Fremden um Polizisten handelte, ließ die 82-Jährige die Männer in ihre Wohnung und zeigte ihnen ihren Schmuck. Nachdem sie selbst sich davon überzeugt hatte, dass nichts gestohlen worden war, half ihr einer der Männer dabei, den Schmuck wieder wegzuräumen. Kurz darauf verließen die Betrüger die Wohnung.

    Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch kontrollierte die Rentnerin ihren Schmuck danach noch einmal und stellte fest, dass fünf Goldringe, die sie eben noch gesehen hatte, fehlten. Diese hatte der Mann offensichtlich beim „Behilflichsein“ eingesteckt. Erschrocken ob dieser Erkenntnis informierte die Betrogene die Polizei. Die Männer konnte sie wie folgt beschreiben: Beide waren zwischen 35 und 40 Jahren alt und etwa 1,80 m groß und von schlanker Gestalt. Einer der beiden war von südländischem Typ, dunkel gekleidet und trug eine schwarze Stoffhose. Auffällig an ihm waren vor allem seine starken, schwarzen Augenbrauen. Der andere Mann war augenscheinlich ein Deutscher und sprach mit norddeutschem Dialekt. Er war ebenfalls dunkel gekleidet und trug eine Stoffhose. Zudem besaß er eine Glatze.

    Die Polizei ermittelt in allen Fällen wegen versuchtem Betrug und im letzten Fall wegen Diebstahl. Diese gehäuft auftretenden Anrufe mit betrügerischer Absicht, vor allem bei älteren Menschen, zeigen, wie wichtig es ist, über diese Masche aufzuklären und zu berichten.

    Die Polizei warnt auch weiterhin vor derartigen Anrufen und empfiehlt eine gesunde Skepsis gegenüber Menschen, die sich als Verwandte ausgeben und plötzlich horrende Bargeldsummen für eine Notlage fordern. Seien Sie vorsichtig, fragen Sie nach und lassen Sie vor allem keine Fremden in Ihre Wohnung! Sollten Sie Opfer eines solchen Betruges geworden sein, sei es auch nur im Versuch, so informieren Sie bitte auf jeden Fall die Polizei!

    Automat gesprengt und Fahrrad gestohlen

    Ort: Leipzig (Plagwitz), Engertstraße, Zeit: 09.10.2019, gegen 02:00 Uhr

    In der letzten Nacht befanden sich zwei zivile Kollegen der Bahn im Bereich Plagwitz im Einsatz, um Diebstahl, Graffiti und Vandalismus zu verhindern. Gegen 02:00 Uhr vernahmen die Kollegen einen lauten Knall aus dem Bereich des Haltepunktes Plagwitz und fuhren augenblicklich in diese Richtung, als ihnen auch schon drei Fahrradfahrer entgegenkamen. Zwei der Radler bogen hektisch in eine Seitenstraße ab, während der dritte Radler versuchte, sich in einem Gebüsch zu verstecken. Da hier die Sprengung eines Automaten im Raume stand, wollten die Sicherheitsmitarbeiter die Fahrradfahrer kontrollieren, konnten jedoch nur einem folgen und so erwischten sie den Mann (46), der sich im Gebüsch versteckt hatte.

    Beharrlich bestand der 46-Jährige darauf, an der Automatensprengung – die sich kurz nach seiner Festnahme bestätigt hatte – nicht beteiligt gewesen zu sein. Seinen Worten zum Trotz führte er ein Rennrad bei sich, das bei der Polizei als gestohlen gemeldet worden war. Und wie es der Zufall wollte, erkannte ein Polizeibeamter vom Revier Leipzig-Südwest in dem Rennrad sein Eigentum wieder! Das Fahrrad war ihm in der Nacht vom 6. zum 7. Oktober gestohlen worden. Reumütig gab der 46-Jährige zumindest den Diebstahl des Rades zu. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Tatbeteiligung an der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und wegen des Verdachts des besonders schweren Diebstahls eines Fahrrades gegen den 46-Jährigen. Diesem wurde noch in der Nacht die vorläufige Festnahme ausgesprochen, sodass er heute Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden kann.

    Einbruch in Wohn- und Geschäftshaus

    Ort: Leipzig (Zentrum), Schlossgasse, Zeit: 07.10.2019, gegen 18:30 Uhr bis 08.10.2019, gegen 06:45 Uhr

    Unbekannte Täter verschafften sich Zutritt zu einem Wohn- und Geschäftshaus, begaben sich in das 1. Obergeschoss und versuchten zunächst vergeblich, eine Tür zu den Büroräumen aufzuhebeln. Im weiteren Verlauf zogen die Einbrecher jedoch den Schließzylinder der Zugangstür, begaben sich in die Büros, zerstörten dort eine gläserne Zwischentür und durchsuchten sämtliche Schränke und Behältnisse. Die Täter entwendeten einen Laptop im Wert eines unteren vierstelligen Betrages. Die Höhe des Sachschadens kann derzeit nicht beziffert werden. Die Polizei ermittelt wegen einem Fall des besonders schweren Diebstahls.

    Vorfahrt missachtet: Zwei Personen verletzt

    Ort: Leipzig (Möckern), Blücherstraße/Slevogtstraße, Zeit: 08.10.2019, gegen 15:00 Uhr

    Die Fahrerin (55) eines grauen Skoda Fabia befuhr die Blücherstraße in westlicher Richtung und beachtete an der Kreuzung zur Slevogtstraße einen von links kommenden, vorfahrtsberechtigten weißen Mercedes nicht. Sowohl die 55-Jährige als auch ihr Beifahrer (29) wurden durch den Unfall leicht verletzt. Die 55-Jährige wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Fahrerin (49) des Mercedes blieb zum Glück unverletzt. Der Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird auf etwa 10.000 Euro geschätzt.

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