Die Landesdirektion Sachsen muss die Kapazität der Asyl-Notunterkünfte kurzfristig erneut in erheblichem Umfang ausweiten. Ab morgen werden deshalb auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz-Ebersdorf weitere Zelte mit einer Kapazität von insgesamt 550 Plätzen aufgebaut. Zusätzlich wird die Zahl der auf dem nahegelegenen Gelände der Bereitschaftspolizei errichteten Zelte auf insgesamt 30 erhöht, so dass dort insgesamt 300 Asylbewerber ein erstes Quartier erhalten können.

Darüber hinaus entstehen weitere Plätze in Zelten, die auf dem Areal der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen errichtet werden. Weitere 130 Asylbewerber können in einem bereits vorhandenen Zeltlager des Deutschen Roten Kreuzes bei Dippoldiswalde untergebracht werden.

Gegenwärtig laufen für die erweiterte Unterbringung die erforderlichen Maßnahmen zur Absicherung der sozialen und medizinischen Betreuung sowie für den Wachdienst und die Verpflegung der neu ankommenden Asylbewerber.

Hintergrund der erweiterten Notunterbringung ist überraschende Ankündigung der zuständigen Bundesbehörde, in den nächsten Tagen bis zu 1.300 neue Asylbewerber nach Sachsen zu überweisen. Eigentlich waren für den fraglichen Zeitraum zunächst nur etwa 600 neue Asylbewerber avisiert.

Die gerade erst um zusätzliche Notquartiere in Meißen erweiterten Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtung sind mit den bisher angekündigten Zugängen ausgelastet. Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit muss die Landesdirektion Sachsen daher weitere Optionen für kurzfristig verfügbare Unterbringungsmöglichkeiten nutzen, um die nun zusätzlich in Sachsen zu erwartenden Asylbewerber zu beherbergen.

Im ersten Halbjahr 2015 hat der Freistaat Sachsen bereits 10.500 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3.800.

Die Erstaufnahmeeinrichtung ist derzeit bereits mit über 3.000 Asylbewerbern belegt.

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