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1.000 Bäckerei-Beschäftigte in Leipzig verdienen zu wenig Brötchen

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    Dicke Luft in den Backstuben: Wenn es ums Brötchenverdienen geht, schneiden die Bäcker in Leipzig schlecht ab. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Viele der rund 1.000 Bäckerei-Beschäftigten in Leipzig werden mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro abgespeist. Wer Glück hat, liegt ein paar Cent drüber. Der Lohn-Geiz im Bäckerhandwerk ist extrem, dreist und unverschämt“, sagt Jörg Most. Der Geschäftsführer der NGG Leipzig-Halle-Dessau wirft der Innung vor, Bäckereien bewusst zu „Armutslohn-Betrieben“ zu machen.

    „Vom Bäckergesellen bis zur Verkäuferin, vom Teigmacher bis zur Aushilfe am Verkaufstresen – wenn alle in einem Betrieb am untersten Lohnsockel festgebacken sind, dann geht das nicht gut“, so Jörg Most. Der Unmut in den Bäckereien wachse. „Viele Bäckergesellen in Leipzig haben die Faust in der Tasche. Dass ausgerechnet die, die das Brot verkaufen, oftmals ohne staatliche Unterstützung gar nicht leben können, ist ein Skandal“, sagt der Geschäftsführer der Bäcker-Gewerkschaft. Viele Bäckereien hätten zwar die Preise für Brot und Brötchen angehoben, beim Lohn ihrer Beschäftigten seien sie allerdings nicht bereit, mehr zu zahlen.

    Die NGG Leipzig-Halle-Dessau will beim Bäckerei-Lohn jetzt in die Offensive gehen: „Der Stundenlohn muss deutlich steigen – auf zwei Stellen vorm Komma. Denn wer weniger verdient, bekommt später garantiert nur eine Rente, die unter dem ‚Alters-Hartz-IV‘ liegt“, macht Jörg Most deutlich. Selbst bei einem Stundenlohn von 11,68 Euro bleibe am Ende nur eine Rente von 788 Euro pro Monat – die Höhe der Grundsicherung im Alter. „Und die bekommt auch nur, wer 45 Jahre im Vollzeitjob durcharbeitet. Das ist für Bäcker, die in der Dauer-Nachtschicht-Tretmühle stecken, sowieso schon extrem schwierig“, so Most.

    Der NGG-Geschäftsführer fordert die Bäckermeister in Leipzig auf, Druck zu machen und den Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen dazu zu bewegen, einen Lohntarifvertrag abzuschließen. „Bislang schalten die obersten Sachsen-Bäcker komplett auf stur. Sie verweigern seit Jahren jede Lohnverhandlung: Was sie dabei völlig ignorieren: Sie ruinieren das Image einer ganzen Branche und die Zukunft der Betriebe, die es noch gibt“, warnt Jörg Most. Denn das Nachwuchsproblem habe viele Bäckereien schon längst kalt erwischt.

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