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„Ich war ein Morgenmuffel, den ganzen Tag über.“

Im August 2016 startete die erste Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) im BTZ Leipzig. Die 10 jungen Menschen mit unterschiedlichsten Ausgangspositionen wollten damals ihren Schulabschluss nachholen und sich somit für eine anschließende Erstausbildung fit machen. Heute sitzen 29 junge Leute in der BvB. Sie saßen bei einer Gesprächsrunde zusammen.

„Arbeit und Beruf“ nennt sich der Kursbestandteil. Sehen, welche beruflichen Möglichkeiten es geben kann und wie man sie erreicht. Der Referent ist kein Ausbilder, Trainer, Bildungsbegleiter oder Psychologe. Es ist Eric-Richard Marks. Selbst einmal Schüler in der BvB. Der Einstieg in die Maßnahme war für ihn nicht einfach, darüber ist er sich in der Rückschau mit dem Team vom Beruflichen Trainingszentrum Leipzig (BTZ Leipzig) einig.

Das war bei weitem keine Bloßstellung. Eric Marks begann auch gleich seine Geschichte mit dem Satz: „Ich hatte nie Lust auf Schule, hatte keinen Bock. Ich war ein Morgenmuffel.“ Und dann beginnt er zu erzählen. „Erzählen“, fragte sich Lenka Lingk, Ausbilderin im BTZ Leipzig. Sie betreute den jungen Mann in den ersten Tagen im August 2016.

„Erik war schon ganz schön besonders. Viel reden wollte und konnte er nicht“, bestätigt sie seine ersten Erzählungen. „Er war speziell und hat uns manchmal ganz schön gefordert. Doch wir waren uns sicher, dass auch Erik eine tolle Seite an sich haben wird, die es zu fördern sich lohnen würde.“

Das war dann auch so. Sicherlich hatten dazu auch die intensive psychologische Betreuung und die Arbeit am gewerblichen Trainingsplatz beigetragen. Jürgen Geißler wusste als Trainer im gewerblichen Bereich des BTZ Leipzig, wie man den jungen Mann mit verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten motivieren konnte.

Die elf Monate in der BvB gestalteten sich wie eine kleine Achterbahnfahrt. Eric Marks erzählt selbst, dass er während dieser Zeit weiterhin Probleme mit der Pünktlichkeit, dem Lernen und dem Schlafen während des Unterrichts hatte. „Es hat lange gedauert, bis ich mich in den Griff bekommen habe. Ich war auch in dieser Zeit ein Morgenmuffel.“

Das will Bildungsbegleiter Thomas Eilers so nicht stehen lassen. Auch er glaubte an Eric und den „wahren Kern“, den es kennen zu lernen galt. Thomas Eilers war mit der Vorgeschichte von Eric vertraut. Der frühe Tod seiner Mutter könnte dabei ein Auslöser gewesen sein. Sprachlich zurückgeblieben. Lerneifer gleich Null.

Abgebrochene Schulausbildung. Das waren und sind in der heutigen Zeit keine Voraussetzungen, um sein Leben eigenverantwortlich und sinnvoll gestalten zu können. „Wir haben Eric durch die BvB begleitet und ihn angestachelt, sich selbst zu bewegen. Vielleicht ist das eines unserer Erfolgsgeheimnisse im BTZ Leipzig.“

Die 11 Monate reichten so nicht für Eric aus. Das Jobcenter Leipzig in Persona der Betreuerin Regina Höfer konnte überzeugt werden, die Option zur Verlängerung der Maßnahme für den jungen Mann auszureizen. „Wie gesagt, wir wollten ihn nicht aufgeben“, betont Thomas Eilers. „Und langsam hatten wir auch einen Zugang zu ihm gefunden.“

In den Ferien begleitete er seinen Vater. Der Berufskraftfahrer war viel unterwegs und durfte seinen Sohn Eric mit auf Tour nehmen. „Aber nur, wenn ich mit anpacken würde, hatte der Chef zu meinem Vater gesagt“, bringt Eric in die Erzählung mit ein. „Das hat mir Spaß gemacht. Jetzt wusste ich, was ich wollte. Im BTZ konnte man sich in Richtung Lagerlogistik orientieren.“ Und Thomas Eilers ergänzt: „Das hatte sich alles während eines Gesprächs über die Ferien ergeben und war endlich ein positiver Ansatz.“

Der ehemalige Förderschüler machte nun seinen „Flurfördermittelschein“, kurz Staplerschein. „Für den Staplerschein habe ich richtig gebüffelt. Zwei Stunden pro Tag. Was man im Kopp hat, das vergisst man nicht“, klingt Eric fast schon belehrend gegenüber den Schülern. Gut gerüstet kam er nach der BvB bei einem großen Logistikunternehmen unter.

Doch die Freude bei Eric und dem Team aus dem BTZ währte nicht lange. „Ich habe 15 Mal den Bereich gewechselt. Das habe ich nicht ausgehalten. Mir wurde nach zwei Monaten gekündigt“, berichtet Eric über seinen ersten Startversuch ins Berufsleben. Ein herber Rückschlag. „Das dachten wir alle“, weiß Thomas Eilers. „Doch kein Grund zum Aufgeben.“

„Mit meinem Kumpel waren wir 24/7-Zocker“, blickt Eric zurück. „Jeden Tag nur vor dem PC. Irgendwann hat uns das gereicht. Wir haben uns einen Zettel genommen und aufgeschrieben, was wir erreichen wollen.“ Sein Kumpel macht jetzt eine Malerausbildung. „Ich wollte kein Hartz-IV-er werden“, sagt Eric mit Nachdruck zu den neuen Teilnehmern der BvB, die ihm gebannt zuhören.

„Da gibt’s zwar Geld vom Arbeitsamt, aber nicht so richtig. Das reicht nicht für meine Wünsche.“ Eric blickt verschmitzt in die Runde. „Dann habe ich eine Bewerbung geschrieben und Herrn Eilers angerufen. Der hat mir geholfen. Bei der Zeitarbeitsfirma haben sie mich gefragt, ob ich lieber zu Porsche oder BMW gehen möchte. Ich habe mich für BMW entschieden.“ Es dauerte gerade einmal zwei Wochen bis zum Vorstellungsgespräch und dann noch einmal zwei Wochen bis er seinen befristeten Arbeitsvertrag in den Händen hielt.

Nach einem halben Jahr für eine Zeitarbeitsfirma bei BMW wechselte Eric Marks zu Porsche. „Ich bin jetzt für die Buchung von Autoteilen und das Beladen von Fahrzeugen verantwortlich. Ich bin ganz glücklich, dass ich dort reingekommen bin.“ Das sagt einer, der keinen Berufsabschluss hat, von Grünau und zurück täglich zum Job zwei Stunden Fahrzeit in Kauf nimmt und dafür um halb Vier aufstehen muss. „Es ist eine geregelte Arbeit. Mir macht es dort Spaß.“

Thomas Eilers sieht darin das Geheimnis für Eric Marks und andere Teilnehmer der BvB, die für junge Menschen mit psychischen Problemen im Lernalltag geschaffen wurde. „Sicherlich kommen zu uns nicht nur junge Menschen wie Eric“, erläutert der Bildungsberater, „vielen von ihnen haben aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen Lernschwierigkeiten, mussten die Schule abbrechen und wären somit von einer Teilhabe am Arbeits- und gesellschaftlichen Leben von Beginn an ausgeschlossen.

Wir holen die jungen Leute dort ab, wo sie sich gerade befinden und versuchen sie zu begeistern. Dabei spielen die Regeln, die wir mit ihnen hier besprechen eine große Rolle. Erstmals fühlen sie sich wieder wahrgenommen. Und wenn sie dann nach den 11 Monaten gehen und durch eine Ausbildung im BTZ Leipzig oder in einer anderen Einrichtung sowie später im Berufsleben weiterhin in geregelten Bahnen weiterlaufen können, dann bleiben sie stabil. Für lange Zeit, so hoffen wir.“

Mit Eric-Richard Marks fühlt sich das Team vom BTZ Leipzig bestätigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Der ist nicht geradlinig und führt durch die Betrachtung der individuellen Schicksale immer mal wieder über einen Umweg zum Ziel. Man wird abwarten, welche Langzeitwirkungen das BvB-Konzept haben wird.

Noch absolvieren viele von den ersten Teilnehmern des Jahrgangs 2016 eine Ausbildung oder haben wie Eric-Richard Marks einen Job bekommen. Es wäre wünschenswert, wenn sich für die jungen Menschen durch die BvB über die Zeit eine gesundheitliche Stabilisierung einstellt und daraus ein erfülltes privates und berufliches Leben entwickeln kann.

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