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Bisher 85 ERC-Grants in Sachsen mit rund 200 Millionen Euro Forschungsgeldern

Präsident des Europäischen Forschungsrates besucht Sächsische Stipendiaten

Wer als Wissenschaftlerin und Wissenschaftler mit einem Stipendium des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert wird, könnte es auch einmal zum Nobelpreis schaffen. Zumindest sind unter den aktuellen Nobelpreisträgern auch einige ehemalige ERC-Stipendiaten. ERC-Präsident Prof. Jean-Pierre Bourguignon traf sich gestern im Rahmen eines Besuches in Dresden mit Forschenden aus ganz Sachsen, die vom ERC mit Stipendien gefördert werden.

Bisher konnten sich 85 in Sachsen forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei diesem Programm der europäischen Forschungsförderung durchsetzen. Sie haben damit rund 200 Millionen Euro an europäischen Forschungsgeldern für Sachsen eingeworben. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat sich der ERC, auch unter der Präsidentschaft von Jean-Pierre Bourguignon, zu einem Maßstab für exzellente Forschung in Europa entwickelt.

„So wie jeder mit einem ERC-Grant ausgezeichnete Forschende die damit verbundene Förderung für seine exzellente wissenschaftliche Arbeit nutzen kann, so zeigt die hohe Zahl an eingeworbenen Grants auch die Exzellenz des Forschungslandes Sachsen“, unterstreicht Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange.

Sie ergänzt: „Das Treffen des ERC-Präsidenten soll allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und natürlich auch den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Sachsen zeigen, dass sich der Weg Richtung europäische Förderung und speziell Richtung ERC lohnt. Wir können und wollen dabei noch besser werden. Denn einem recht erfolgreichen außeruniversitären Forschungsbereich stehen durchaus große Unterschiede zwischen den Universitäten gegenüber.“

Die Ministerin betont zudem: „Wir sind sehr daran interessiert, dass sächsische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erfolg beim Europäischen Forschungsrat haben und, dass sie auch in Sachsen bleiben. Wir geben alle Mittel, die uns in Sachsen zur Verfügung stehen, sinnvoll und effizient aus, um eine sehr hochwertige Forschungsinfrastruktur vorzuhalten und damit beste Forschungsbedingungen zu schaffen, die einem Vergleich mit den Verhältnissen in anderen Ländern stand halten. Und wir bemühen uns um ein offenes gesellschaftliches Klima, das es allen Spitzenforschern ermöglicht, bei uns im Land zu bleiben.“

ERC-Präsident Prof. Jean-Pierre Bourguignon erklärt: „Ich freue mich sehr, wieder in Deutschland zu sein, diesmal in Dresden, und zu sehen, wie viel Kompetenz hier zu Hause ist. Das ERC hat bereits mehr als 9.000 außergewöhnliche Wissenschaftler gefördert, aber unser Kontinent hält noch viel mehr fähige Talente bereit. Damit Europa dies voll nutzen und ein Kraftzentrum für Wissenschaft und Innovation werden kann, ist es entscheidend, das Budget für den European Research Council und das nächste EU Programm Horizon Europe zu vergrößern.“

Um die Beantragung von EU-Forschungsgeldern zu unterstützen führte das Wissenschaftsministerium einerseits die Richtlinie EuProNet ein, mit der die Antragsteller bei wettbewerblichen Verfahren im Bereich der EU-Forschung, also auch beim ERC, finanziell unterstützt werden. Andererseits hat es mit ZEUSS, zunächst als Pilotprojekt, eine zentrale EU-Serviceeinrichtung geschaffen, mit der die Einrichtungen und natürlich die Forschenden auf dem Weg zu einem erfolgreichen EU-Projekt intensiv begleitet werden können. ZEUSS soll nach 2020 verstetigt werden.

Das Treffen von Prof. Jean-Pierre Bourguignon mit den in Sachsen forschenden ERC-Preisträgern fand im Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW Dresden) statt. Dieses Institut war mit bisher acht der insgesamt 85 eingeworbenen ERC besonders erfolgreich. So forscht der „jüngste“ ERC-Stipendiat, Prof. Dr. Oliver Schmidt, der im März 2019 einen sogenannten „Advanced Grant“ eingeworben hat, am IFW.

Europäischer Forschungsrat
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Foto: Christian Stollberg

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© Frank Schletter

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