Der Fall "Wilke" mit Krankheits- und Todesfällen durch den Verzehr von mit Listerien verunreinigten Lebensmitteln zeigt: Es dauert viel zu lange, bis die komplexen Lieferketten aufgeklärt sind und Verbraucher die notwendigen Informationen zu den betroffenen Produkten erhalten. Schwachstellen und Probleme in der Lebensmittelüberwachung und bei der Information im Krisenfall sind seit langem bekannt. Es muss jetzt endlich politischer Wille gezeigt werden, die Probleme anzugehen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen e.V. fordert deshalb, eine außerordentliche Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) einzuberufen, um politische Konsequenzen aus dem Fall Wilke zu ziehen.

„Die kommunale Organisation der Lebensmittelüberwachung ist angesichts landesweit und international arbeitender Betriebe mit langen Lieferketten nicht mehr zeitgemäß“, sagt Dr. Birgit Brendel, Referentin im Bereich Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Sachsen e.V. Selbst bei lokalen Verstößen gegen das Lebensmittelrecht hapert es an der Krisenkommunikation und Transparenz über die betroffenen Produkte, wie der Fund des Insektizids Dimethoat in Weinen aus Sachsen im Jahr 2016 zeigte.

„Die Verantwortung für die Überwachung muss künftig auf Länderebene liegen, der Bund soll im Krisenfall die Koordinierung übernehmen“, fordert Brendel.

Rückrufe und Information der Verbraucher müssen hierbei schneller und umfassender erfolgen. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Informationen so viele Bürger wie möglich erreicht und für alle leicht verständlich und eindeutig ist. Informationen darf es deshalb nicht nur über das Internet geben. Die Information muss vor allem über die Presse und – von den Behörden angeordnet – auch über deutlich sichtbare Aushänge im Einzelhandel erfolgen. Auch eine zentrale Telefonhotline, die Informationen bereit hält ist notwendig.

 

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