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Kalte Nächte im Mai verursachen gravierende Schäden in Sachsens Wäldern

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    Rund 7.500 Hektar Wald sind in diesem Frühjahr in Sachsen durch ausgeprägte Spätfröste in den Mainächten geschädigt worden – das ergab eine aktuelle Auswertung der Waldschutzexperten bei Sachsenforst. Das sind die größten Spätfrostschäden in den sächsischen Wäldern in der vorliegenden Statistik seit 1991. Das bisherige Maximum mit knapp 2.000 Hektar aus dem Jahr 1991 wurde damit deutlich überschritten. Im vergangenen Jahr lag die Schadfläche noch bei rund 320 Hektar.

    „Der Spätfrost hat in diesem Jahr wirklich enorm zugeschlagen. Das erlebt man nur einmal in einer Förstergeneration“, ordnet Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst, die Lage ein und zeigt sich besorgt: „Wir haben derzeit genug mit den Folgen von Stürmen, Trockenheit und Borkenkäfer zu kämpfen. Der Spätfrost kommt zur Unzeit.“

    Die betroffenen Bäume zeigen braun verfärbte Blätter oder Nadeln und die frisch gebildeten Triebe hängen leblos herab. Bäume allen Alters sind von den Schäden erfasst worden, der Schwerpunkt liegt aber bei den empfindlichen jungen Bäumen.

    Hohe Schäden an Laubbäumen/ Deutliche regionale Unterschiede

    Besonders betroffen sind Laubbaumarten. 88 % der Schäden sind hier zu verzeichnen. Aber auch viele der für den Waldumbau im Mittelgebirge wichtigen Weißtannen zeigen deutlich Schäden. „Die Baumarten in den sächsischen Wäldern reagieren sehr unterschiedlich auf Spätfrost. Viele Laubbaumarten wie die Rotbuche sind sehr empfindlich, andere wie die Birke sehr unempfindlich.

    Aber auch bei Nadelbäumen gibt es diese Unterschiede“, erläutert Hempfling. Die hohen Schäden an Laubbaumarten sind mit dem intensiven Waldumbau der sächsischen Wälder hin zu vielfältigen Mischwäldern zu erklären. Hempfling: „Sachsen ist noch ein Nadelbaumland. Für die Mischwälder der Zukunft pflanzen wir deshalb viele Laubbäume, die in jungen Jahren aber auch besonders gefährdet sind.“

    Die regionalen Unterschiede sind ebenfalls erheblich. „Wir können zwei Schwerpunkt-Regionen bei den aktuellen Schäden unterscheiden“, sagt Hempfling. „Die größten Schäden sind im mittleren Erzgebirge sowie im Großraum Leipzig mit fast 2.000 bzw. knapp 1.500 Hektar zu verzeichnen.“ Während im Erzgebirge vor allem Rotbuchen und insbesondere Lagen oberhalb von 500 Metern Meereshöhe betroffen sind, wurden in Nordwest-Sachsen vor allem Eichenarten auf Verjüngungsflächen geschädigt.

    Schutz durch ältere Bäume/ Verschärfung durch den Klimawandel

    Spätfröste treten insbesondere in sternenklaren, windstillen Nächten auf ebene Freiflächen oder in Mulden auf, in denen sich ein »See« aus kalter Luft sammelt. „Deshalb setzen wir beim Waldumbau auf eine Verjüngung unter dem schützenden Schirm älterer Bäume“, betont Hempfling.

    „Auf großen Schadflächen, auf denen die Altbäume durch Stürme oder Borkenkäfer abgestorben sind, nutzen wir die natürliche Verjüngung spätfrostresistenter Pionierbaumarten wie Aspen oder Birken. Sie bieten den zukünftigen Wäldern einen schützenden Schirm.“ Aufgrund der sehr tiefen Temperaturen wurden in diesem Jahr aber auch Schäden innerhalb geschlossener Wälder beobachtet und auch ältere Waldbestände wurden geschädigt

    Der Klimawandel verringert die Spätfrostgefahr nicht – im Gegenteil: „Hohe Temperaturen im zeitigen Frühjahr lassen die Bäume früh austreiben. Die Spätfröste treten aber weiterhin auch im späten Frühling auf. Das erhöht die Gefahr erheblich“, sagt Hempfling. „Sehr ärgerlich ist, dass zumeist junge, erst während der vergangenen Jahre gepflanzte oder gesäte Bäume betroffen sind«, bedauert Hempfling. „Diese Bäume brauchen wir dringend für die Anpassung unser Wälder an den Klimawandel.“

    Nicht alle Bäume sind erfroren/ Spuren bleiben sichtbar

    Es gibt aber auch Grund zur Hoffnung: „Nicht alle betroffenen Bäume sind erfroren. Die heimischen Waldbäume haben grundsätzlich gute Strategien, um mit Spätfrösten umzugehen“, so Hempfling. „Insbesondere ältere Bäume bilden Reserven für einen Neuaustrieb. Auch junge Bäume können sich regenerieren.“

    Durch die Verwendung standortgerechter Arten und der Förderung der genetischen Vielfalt wird eine hohe Anpassungsfähigkeit der Bäume erhalten und gezielt genutzt. „Insbesondere die Eichenarten sind in der Lage, durch die Bildung des sogenannten ‚Johannistriebs‘ im Juni Frostschäden auszugleichen“, ist Hempfling zuversichtlich.

    Spuren werden aber auch bei den überlebenden Bäumen sichtbar bleiben: Die Zuwächse fallen in diesem Jahr geringer aus, einzelne Kronenteile können Absterben und ungewollte Zwieselbildungen werden vermehrt an den Pflanzen zu beobachten sein. Die Bäume sind durch den Spätfrost auch anfälliger für andere Schäden und reagieren empfindlicher auf Trockenheit. Nicht zuletzt ist auch die empfindliche Blüte der Waldbäume durch den Spätfrost betroffen.

    „Insbesondere von Eichen und Rotbuchen werden zur Wiederbewaldung und für den Waldumbau große Mengen an hochwertigem Saatgut von heimischen Bäumen benötigt“, so Hempfling abschließend. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie stark der Frost der intensiven Blüte in diesem Jahr geschadet hat.

    Donnerstag, der 25. Juni 2020: Ermittlungen im „Fahrradgate“ und Haftbefehle nach Angriff auf Syrer

     

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      3 KOMMENTARE

      1. Mein Mitleid für Sachsenforst hält sich engen Grenzen.

        Naturnahe Waldökosysteme sind gegenüber Spätfrösten, Dürren, Stürmen etc. gut gewappnet. Das nennt man Resilienz. Solche Wälder sind in Sachsen aber leider sehr sehr selten, warum wohl?

        Der Borkenkäfer kartiert die naturfernen, nicht standortgerechten Nadelholzforsten (gut so!), Spätfrost und Dürren holen sich die Baumschulwaren-Setzlinge in den Kahlschlägen, weil man gegen jeglichen Verstand Offenlandklima im Wald erzeugt hat (logisch). Der Klimawandel lässt grüßen.

        Und man könnte es wissen, auch die Eiche ist keine Ackerart, pflanzt sie jedoch so naturfern, als ob sie eine sei. Man sehe sich nur die völlig zerhackten Auwaldgebiete in und bei Leipzig an.

        Und nun schickt die Staatsregierung mit einem grünen Umweltminister noch das Militär in den Wald um aufzuräumen. Dabei sollte man eher die Starrköpfigkeit, Ignoranz und das Unwissen der Forstbeamten bekämpfen als den Wald.

        Es gruselt mir, wenn ich mir vorstelle, wie viele Corona-Millionen vermutlich für die zukünftigen försterlichen Unsinnigkeiten von Sachsenforst verbraten werden.

      2. @Darjeeling SFTGFOP1: na wenn die Löcher zu groß gemacht werden, ist das dann darauf eben Offenlandklima und kein mildes Waldklima mehr. Irgendwie auch logisch nachvollziehbar.

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