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Es gibt viel zu tun, gerade durch den Wandel im Bereich Mobilität

Fachtagung „Transformation und Innovation im Werkzeugmaschinenbau“

„Es ist schön zu sehen, dass eine Belegschaft Verantwortung übernimmt“, betonte Clemens Schülke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, das Engagement der Beschäftigten der Schaudt Mikrosa GmbH. Er hielt das Grußwort zur Fachtagung „Transformation und Innovation im Werkzeugmaschinenbau“, die ohne die Kreativität und den Mut von Belegschaft und Betriebsrat nicht möglich gewesen wäre. Veranstalter war die IG Metall Leipzig in Kooperation mit der Stadt.

Zukunftsfragen des Hightech-Unternehmens standen exemplarisch für die gesamte Branche im Mittelpunkt der Tagung. Was auch immer die kommende Zeit bereit halte, eines stehe fest, erklärte Cornelius Haubold, es brauche immer Erfahrung. Der Projektingenieur warf in seinem Vortrag einen Blick in die Vergangenheit. Auf 150 Jahre Maschinenbau in Sachsen und eine Reihe von Innovationen, die hier entstanden.

Heute sind sie vielleicht vergessen, oder im Museum. Doch das Wissen und die Erfahrung, die sie brachten, wirke fort: in den Nockenwellen und Einspritzdüsen, in Bolzen für Fahrrad- und Motorsägenketten, in der Kompressorwelle in vielen Kühlschränken, in feinster Maschinenbautechnik, die durch Werkzeugmaschinen der Kolleginnen und Kollegen vom Schaudt Mikrosa erst entstehen.

Der Kunde definiert wie ein Teil aussehen muss, die Ingenieurinnen und Ingenieure der Schaudt Mikrosa wissen wie es geht und bauen die Werkzeugmaschine nach Maß.

„Man sollte sich nicht täuschen“, so Wadim Karassik, Leiter der Verfahrenstechnik und Entwicklung bei der Schaudt Mikrosa GmbH, „es gibt auch in Zukunft viel zu tun, gerade durch den Wandel im Bereich Mobilität.“ Innovationen in die serielle Produktion bringen, sei das eine. Im Alltagsgeschäft werde es viel darum gehen, dem Anpassungsbedarf gerecht zu werden.

Der Energiemix brauche Nachbesserungen, allein beim Verbrennungsmotor um Schadstoffgrenzwerte einhalten, um synthetische Treibstoffe verarbeiten zu können, um im Hybrid maximale Leistungen zu bringen. Konkrete Aufgaben, gemessen nur an den staatlichen Umweltvorgaben, sehe er für sein Unternehmen bis 2030.

Den Wandel der produzierenden Industrie mit dem Schwerpunkt auf der digitale Vernetzung, skizzierte Eckhard Hohwieler vom Fraunhofer IPK Berlin.

Abschließend trat Professor Mathias Rudolph von der Fakultät Maschinenbau der HTWK im Leipziger Felsenkeller zu Leipzig ans Mikrophon. Beispielhaft stellte er ein Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule und dem Maschinenbauer Schaudt Mikrosa vor. Bei „DiagnOptik“ geht es darum, Verschleißprozesse bereits während des laufenden Maschinenbetriebs zu erkennen.

Geforscht werde dafür an Straßenbahnen und an Werkzeugmaschinen der Schaudt Mikrosa. Profitieren werden alle Beteiligten, so Ingenieur Rudolph in der Diskussion. Gäbe es Unternehmen wie diese nicht in Leipzig, wären Forschungsprojekte, Praktika für Studenten, Bachelor- und Masterarbeiten für zukünftige Fachkräfte kaum machbar, so Rudolph.

„Allen Beteiligten ist nochmal deutlich geworden, wie fahrlässig eine Stilllegung des Betriebs wäre. Nicht nur für die Belegschaft, auch für den Hochschulstandort Leipzig hätte dies negative Folgen“, mahnt Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. „Allerdings haben wir bei der Tagung auch gelernt, dass es Menschen mit Verstand gibt, die das verhindern wollen. Dafür kämpfen wir an der Seite einer klugen, kreativen und mutigen Belegschaft.“

Die Tagungsteilnehmer bekamen einen ersten Eindruck vom Zukunftskonzept der Belegschaft von Schaudt Mikrosa. Die Resonanz bei den rund 40 Gästen aus der Branche, der Politik, Forschung und Wirtschaft war durchgehend positiv.

Machtgefälle im Kopf. Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 80 ist da: Was zählt …

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Foto: Lucas Böhme

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