Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen hat im Jahr 2020 rund 106 Millionen Euro in den Hochwasserschutz und die Hochwasserschadensbeseitigung an den sächsischen Gewässern 1. Ordnung, den Grenzgewässern und der Bundeswasserstraße Elbe investiert. Das Geld dafür kam aus verschiedenen Finanzierungsquellen des Freistaates, des Bundes und der EU, darunter das Nationale Hochwasserschutzprogramm und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Rund 46 Millionen Euro davon fielen auf den Neubau und die Sanierung von Hochwasserschutzanlagen sowie etwa 44 Millionen Euro auf die Schadensbeseitigung an den Fließgewässern. Die restlichen 16 Millionen Euro gingen in die Verbesserung des Hochwasserschutzes durch den Neubau und die Sanierung von Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren.

2020 konnten mehrere große Hochwasserschutzmaßnahmen beendet werden. Dabei ist es aufgrund der Corona-Pandemie nur in wenigen Einzelfällen zu Verzögerungen gekommen, resümiert Heinz Gräfe, Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung. „Auch während des Lockdowns im Frühjahr und des Teil-Lockdowns im Herbst wurde auf Grundlage eines stark ausdifferenzierten Schutzkonzeptes der Landestalsperrenverwaltung weitergebaut. Die Baufirmen haben in dieser schwierigen Situation alles gegeben, um pünktlich zu liefern. Wir möchten uns dafür ausdrücklich bei ihnen bedanken“, so Gräfe.

Von den 749 Projekten des sächsischen Hochwasserschutzprogrammes befanden sich in diesem Jahr 35 im Bau. 510 Projekte sind bereits abgeschlossen, 204 befinden sich in Planung oder Genehmigung.

Zusätzlich zum Hochwasserschutzprogramm wurden an zahlreichen Gewässern Hochwasserschäden beseitigt, wie beispielsweise an der Chemnitz in der Chemnitzer Innenstadt. Erweitert wurde zudem die Landesreserve für Hochwasserbekämpfungsmittel. Dafür wurden in Görlitz Hagenwerder ein neues Hochwasserschutzlager fertiggestellt und das Lager in Radeburg wird umgebaut und erweitert.

Hintergrundinformation

Das Hochwasserschutzprogramm geht aus den Hochwasserschutzkonzepten hervor, die nach dem Hochwasser 2002 für ganz Sachsen aufgestellt wurden. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen wurden priorisiert und werden seit 2006 umgesetzt.

Hochwasserschutzprogramm – ausgewählte Projekte im Bau 2020:

Landkreis Bautzen, Malschwitz, Spree: Neubau Hochwasserschutzanlage für Halbendorf (2020 fertiggestellt)
Stadt Chemnitz, Würschnitz: Erhöhung/Neubau Hochwasserschutzwand in Harthau
Stadt Dresden, Vereinigte Weißeritz: Weißeritzausbau (2020 fertiggestellt)
Erzgebirgskreis, Aue, Schwarzwasser: Neubau Hochwasserschutzwand Berufsschule (2020 fertiggestellt)
Erzgebirgskreis, Burkhardtsdorf, Zwönitz: Neubau Hochwasserschutzwand (3 Abschnitte)
Erzgebirgskreis, Olbernhau, Flöha: Neubau von Hochwasserschutzwänden (3 Abschnitte)
Erzgebirgskreis, Pockau, Schwarze Pockau: Neubau/Erhöhung von Hochwasserschutzwänden (mehrere Bauabschnitte)
Landkreis Leipzig, Machern, Vereinigte Mulde: Deichrückverlegung Bennewitz-Püchau
Landkreis Mittelsachsen, Döbeln, Freiberger Mulde: Hochwasserschutz Döbeln, Flutmulde
Landkreis Mittelsachsen, Penig, Zwickauer Mulde: Neubau von Hochwasserschutzwänden (2. Bauabschnitt)
Landkreis Nordsachsen, Arzberg und Torgau , Elbe: Deichinstandsetzungen und eine Rückverlegung in Köllitsch
Landkreis Nordsachsen, Bad Düben, Vereinigte Mulde: Neubau Polder Löbnitz, Ringdeich Schnaditz und Auslaufbauwerk
Sächs.Schweiz-Osterzgebirge, Dippoldiswalde, Rote Weißeritz: Neubau Hochwasserschutzwand und Wehrrückbau in Ulberndorf (2020 fertiggestellt)
Sächs.Schweiz-Osterzgebirge, Freital, Vereinigte Weißeritz: Neubau/Erhöhung von Ufermauern (2020 fertiggestellt)
Landkreis Zwickau, Zwickau, Zwickauer Mulde: Erhöhung/Neubau Hochwasserschutzdeich in Schlunzig (2020 fertiggestellt)

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