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Freistaat Sachsen, Landkreis Bautzen und Stiftung für das Sorbische Volk wollen „Sorbisches Wissensforum am Lauenareal“ in Bautzen errichten

Von Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus
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    Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Landkreis Bautzen und die Stiftung für das Sorbische Volk haben mit einem „Letter of Intent“ die enge Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung für die Planung und Umsetzung des Bauprojektes „Sorbisches Wissensforum am Lauenareal“ in Bautzen vereinbart.

    Geplant ist, auf dem sogenannten „Lauenareal“ in Bautzen, einer zentral gelegenen Brachfläche, einen Neubau zu errichten, in den insbesondere das Sorbische Institut e. V. mit Sorbischem Kulturarchiv und Sorbischer Zentralbibliothek sowie das Sorbische Museum des Landkreises Bautzen integriert werden sollen.

    Die traditionsreichen sorbischen Kulturangebote erfahren durch die Verlagerung an einen zentral gelegenen und gut zugänglichen Standort eine deutliche Aufwertung, eine gesteigerte Sichtbarkeit und eine erhöhte Wertschätzung. Zudem werden räumliche Engpässe für beide Institutionen behoben und moderne Arbeitsbedingungen und Präsentationsräume geschaffen. Darüber hinaus wird perspektivisch auch ein ergänzendes und vielseitiges öffentliches Angebot, wie Sonderausstellungen, pädagogische Angebote, ein Museumsshop, ein Museumscafé etc., ermöglicht.

    Aufgrund der herausragenden Bedeutung des Vorhabens wollen die Unterzeichnenden alle notwendigen Schritte unternehmen, um das Vorhaben als Landesprojekt zur Förderung gemäß dem Investitionsgesetz Kohleregionen im Jahr 2021 zu beantragen.

    „Im „Sorbischen Wissensforum am Lauenareal“ sollen sorbische Sprache, Geschichte und Kultur erforscht, bewahrt und an interessierte Menschen weitervermittelt werden. Als gemeinsamer und zentraler Standort für die beiden Institutionen soll das „Wissensforum“ überregionale Strahlkraft entfalten und einen neuen touristischen Anziehungspunkt schaffen“, betont die Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch.

    „Das Sorbische Institut/Serbski institut in Bautzen leistet einen sehr großen Beitrag zur Erforschung und Entwicklung der Kultur und Geschichte des sorbischen Volkes. Diese wichtige Arbeit braucht entsprechende Rahmenbedingungen. Im „Lauenareal“ wären die Voraussetzungen optimal. Zum einen böten sich neue räumliche Möglichkeiten, zum anderen würden Wahrnehmung und Vermittlung der Forschungs- und Kulturarbeit aller Partner deutlich verbessert“, unterstreicht Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow.

    „Mit diesem gemeinsamen Projekt setzen wir ein klares Signal, dass der Strukturwandel in der Lausitz ressortübergreifend unterstützt wird. Darüber hinaus machen wir damit auch deutlich, welchen hohen Stellenwert wir in der sorbischen Tradition und Kultur sehen. Der Strukturwandel wird viele von uns betreffen. Wenn wir es wie hier auf dem Lauenareal gemeinsam angehen, bin ich zuversichtlich, dass wir diese Herausforderung gut bewältigen werden“, sagt Landrat Michael Harig.

    „Das Projekt hat für uns Sorben, für die Stadt Bautzen und die gesamte Region eine außerordentliche Bedeutung. Dass sich nun ein möglicher Weg der Finanzierung abzeichnet, zeugt vom Verantwortungsbewusstsein des Freistaates Sachsen dem sorbischem Volk gegenüber. Von der gemeinsamen Unterbringung in einem modernen Gebäudekomplex profitieren nicht nur das Sorbische Institut und das Sorbische Museum, sondern vor allem auch die interessierte Öffentlichkeit“, hebt der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar, hervor.

    Die Stadt Bautzen/Budyšin nimmt im ostsächsischen Raum traditionell die Rolle des politischen und kulturellen Zentrums der obersorbischen Bevölkerung ein. Einrichtungen wie das Haus der Sorben (Sitz der Domowina, der Stiftung für das sorbische Volk und der Sorbischen Kulturinformation), das Sorbische Institut, das Deutsch-Sorbische Volkstheater, das Sorbische National-Ensemble, der Domowina-Verlag mit seiner Verlagsbuchhandlung und das Sorbische Museum zeugen davon.

    Hintergrundinformationen zu den Institutionen:

    Das Sorbische Museum Bautzen befindet sich derzeit im Salzhaus auf der Ortenburg in Bautzen. Es war von 1900 (Gründung) bis 1941/42 im Wendischen Haus auf dem Lauengraben, also in unmittelbarer Nähe zum zu bebauenden Lauenareal, untergebracht. Es besitzt die weltweit umfassendste Sammlung von Objekten sorbischer Kunst und Kultur.

    Das Sorbische Museum Bautzen verfügt über eine Dauerausstellung zur sorbischen Geschichte und Kultur kuratiert regelmäßig Sonderausstellungen, organisiert museumspädagogische Begleitprogramme und ist Ort zahlreicher kultureller Veranstaltungen. Die derzeitige Unterbringung weist Defizite aufgrund von Einschränkungen durch Denkmalschutz auf. Zudem ist die Barrierefreiheit nicht umsetzbar.

    Das Sorbische Institut e. V. Bautzen/Cottbus entstand 1992 aus dem Institut für sorbische Volksforschung und ist heute die einzige sorbische außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Hauptsitz ist in Bautzen, eine Arbeitsstelle befindet sich in Cottbus. Am Bautzener Standort befinden sich die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv. Insbesondere für diese beiden Sammlungen (Bibliothek, Archiv) bestehen räumliche Engpässe am derzeitigen Standort Bahnhofstr. 6 in Bautzen.

    Die Stiftung für das sorbische Volk ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und fördert das Sorbische Institut e. V. und das Sorbische Museum Bautzen finanziell.

    Die sorbische Kultur im Strukturwandel:

    Die Kohleindustrie hat in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten erheblich zum Verlust sorbischer Sprache und Kultur beigetragen. Im Rahmen des Strukturwandels kann die sorbische Sprache und Kultur wichtige Funktionen einnehmen: Identitätsstiftung; europäische Vernetzung; Beförderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts; Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft; Schaffung touristischer Anziehungspunkte. Die Förderung sorbischer Sprache und Kultur ist auch im Strukturstärkungsgesetz verankert.

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