Das Ausmaß des ökologischen Desasters in der DDR war offensichtlich: Bodenvergiftung durch wilde Müllkippen, Gewässerbelastung durch industrielle Schadstoffe, Kohlendioxidverschmutzung sowie eine permanente und hohe Luftverunreinigung durch die Braunkohleverbrennung.

Seitens der DDR-Obrigkeit stand das Thema Umweltschutz nicht auf der Agenda. Wer in der
DDR auf Umweltprobleme aufmerksam machte, provozierte die SED-Führung. Kritikerinnen und Kritiker der DDR-Umweltpolitik – insbesondere die unabhängige Umweltbewegung der 1980er- Jahre – fasste das Ministerium für Staatssicherheit ins Visier.

Mit der Wiedervereinigung verschwanden die ökologischen Altlasten nicht. Die neuen Bundesländer haben einen komplexen wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozess gestartet, der mit Blick auf Umsetzungen anspruchsvoller Umweltgesetzgebungen beachtliche Erfolge aufweist, aber die Länder noch immer vor Herausforderungen stellt.

Zur Auftaktveranstaltung begrüßen wir auf dem Podium Dr. Tobias Huff, Autor der Monografie
„Natur und Industrie im Sozialismus. Eine Umweltgeschichte der DDR“, die Leipziger Umweltaktivistin Gisela Kallenbach, den Physiker und Kenner der Kernenergiepolitik in der DDR Dr. Sebastian Pflugbeil und Peter Wensierski, der in den 1980er-Jahren zu Umweltproblemen in der DDR schrieb und sie dokumentierte. Die Historikerin Romy Köhler moderiert die Diskussion.

Schwerpunkte der zwei Folgeveranstaltungen am 29. Juli in Erfurt und am 30. August in Cottbus, jeweils von 17.00-19.00 Uhr, werden sein: die Umweltgruppen in der DDR und die gegenwärtige Lage der neuen Bundesländer im Spannungsfeld von Ökologie, Wirtschaft und Politik.

24.6.21, 17-19 Uhr – Livestream aus dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
https://bit.ly/3gqCwCy

 

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