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Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen in Chemnitz gegründet

Von Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung
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    Heute hat in Chemnitz Justizministerin Katja Meier einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 308.000 Euro an das Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen übergeben, das ab August 2021 die Forschungsarbeit aufnimmt. In Kooperation mit der TU Chemnitz wird das Zentrum zu allen Teilbereichen der Kriminologie und Kriminalpolitik forschen.

    Mit der Einrichtung und Förderung des Vorhabens wird ein wichtiges rechtspolitisches Vorhaben des sächsischen Koalitionsvertrags 2019-2024 umgesetzt.

    Justizministerin Katja Meier: „Ich freue mich, dass wir mit dem Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen die erste selbstständige Forschungseinrichtung zur Kriminologie in Ostdeutschland auf den Weg bringen können. Der Umgang mit Kriminalität in Gesellschaft und Politik fußt viel zu häufig auf individuellen Gefühlen. Eine rationale Kriminalpolitik muss sich dagegen auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. Die Stärkung der kriminologischen Forschung aber auch die Vermittlung der Erkenntnisse in die Breite der Gesellschaft ist deshalb das zentrale Anliegen der Gründung des Zentrums.“

    Prof. Dr. Frank Asbrock, Direktor des Zentrums für kriminologische Forschung Sachsen und Inhaber der Professur für Sozialpsychologie an der TU Chemnitz: „Ich freue mich über die neue Aufgabe, das Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen aufbauen und leiten zu dürfen. Die Einrichtung dieses neuen Forschungsinstituts ist ein großer Schritt für die kriminologische Forschungslandschaft in Sachsen und den Wissenschaftsstandort Chemnitz. Die enge Kooperation mit der TU Chemnitz ermöglicht es, mit interdisziplinären Forschungsansätzen empirisch fundierte praxisbezogene Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Kriminalität und straffällig gewordenen Menschen zu entwickeln und mit einer breiten Öffentlichkeit über die Entstehung, Aufrechterhaltung und Bekämpfung von Kriminalität zu diskutieren.“

    Die unabhängige Forschungseinrichtung hat die Aufgabe, grundlagen- und praxisorientierte kriminologische Forschung durchzuführen und zu fördern. Forschungsergebnisse werden publiziert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Träger der Einrichtung ist der im Januar 2021 in Chemnitz gegründete, gleichnamige gemeinnützige Verein. Ihren Sitz soll die Forschungseinrichtung künftig am Chemnitzer Brühl in unmittelbarer Nähe der neuen Universitätsbibliothek der TU Chemnitz haben.

    Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz: „Ich freue mich sehr, dass das Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen, das politisch wie gesellschaftlich hochrelevante Fragestellungen adressieren wird und in dieser Form in ganz Ostdeutschland einzigartig ist, seinen Sitz in Chemnitz haben wird. Die äußerst enge personelle und institutionelle Anbindung des Zentrums an die TU Chemnitz, an der es den Status eines An-Instituts erhalten wird, macht deutlich, dass unsere Universität nicht nur im technischen Bereich, sondern auch in den nicht-technischen Disziplinen exzellente Leistungen erbringt sowie nicht nur auf den Transfer in die Wirtschaft, sondern auch auf den Transfer in die Gesellschaft setzt.“

    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungseinrichtung sollen interdisziplinär arbeiten und dabei Methoden, Erfahrungen sowie Erkenntnisse aus den beteiligten Fachrichtungen einbringen. Forschungsthemen sollen alle Teilbereiche der Kriminologie und Kriminalpolitik umfassen. Im Fokus stehen die Beschreibung, Erklärung, Wirkung und Wahrnehmung von Kriminalität, Strafverfolgung und strafrechtlichen Sanktionen.

    Zur Erfüllung seiner Aufgaben soll das Forschungsinstitut mit in- und ausländischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Praxispartnerinnen und -partnern kooperieren. Das Forschungsinstitut soll sich außerdem an der Vermittlung kriminologischer Erkenntnisse in der akademischen Ausbildung und fachlichen Weiterbildung beteiligen. Ein weiterer wichtiger Auftrag ist es, mit niedrigschwelligen und allgemein verständlichen Formaten die gewonnenen Erkenntnisse öffentlich zu vermitteln sowie zu diskutieren und damit zu einer faktenbasierten öffentlichen Wahrnehmung von Kriminalität beizutragen.

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