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IG Metall und Innungen heben Löhne im ostdeutschen Tischlerhandwerk um rund 17 Prozent an

Von IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen
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    Die 32.000 Beschäftigten des Tischlerhandwerks in Ostdeutschland bekommen deutlich mehr Geld. Die IG Metall und die Tarifgemeinschaft der Arbeitgeber für die neuen Bundesländer haben sich bereits in der ersten Verhandlungsrunde am 8. Dezember in Berlin-Schönefeld auf eine Anhebung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um rund 17 Prozent verständigt. Die Anhebung erfolgt in drei Schritten ab dem 1. Januar 2022.

    „Wir haben mit der Tarifgemeinschaft Neue Bundesländer der Tischler-Arbeitgeber sehr schnell auf Ziel verhandelt. Es führte kein Weg vorbei, die Tarifeinkommen jetzt an die Realitäten des Fachkräftemangels anzupassen. Die wirtschaftliche Lage der Tischlerbetriebe war trotz Pandemie noch nie so gut wie heute. Die Auftragsbücher sind voll und Fachkräfte sind auch im Osten nicht mehr für kleines Geld zu bekommen“, sagte Bodo Grzonka, Tarifsekretär und Verhandlungsführer der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.

    Konkret steigen die Einkommen für Altgesellen in drei Schritten um insgesamt 376 Euro im Monat bzw. 16,62 Prozent bis zum 1. Januar 2024. Ab Januar 2022 gibt es 2395 Euro im Monat bzw. 14,30 Euro pro Stunde. Das sind 133 Euro im Monat mehr oder ein Plus von 5,6 Prozent. Die weitere Erhöhung erfolgt zum 1. Januar 2023 um weitere 125 Euro auf dann 2520 Euro im Monat (15,04 Euro pro Stunde), das entspricht weiteren 5,22 Prozent mehr Geld.

    Mit dem dritten Schritt steigt das sogenannte Eckentgelt ab dem 1. Januar 2024 um weitere 118 Euro im Monat (4,68 Prozent) auf dann 2638 Euro monatlich oder 15,75 Euro pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen steigen schrittweise analog und erhöhen sich dadurch zwischen 94 und 142 Euro, das entspricht ebenfalls knapp 17 Prozent.

    Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024. Bereits zuvor hatten die Tarifvertragsparteien langfristige Stufenpläne zur Urlaubsdauer, zum Weihnachtsgeld sowie zu einem zusätzlichen Urlaubsgeld und zur Arbeitszeit vereinbart. Diese beträgt 38,5 Stunden pro Woche.

    Innungsbetriebe geben die Tariferhöhungen an die Beschäftigten und Auszubildenden weiter. Betrieben, die nicht in der Innung sind, ist es untersagt, die Vergütungen der Auszubildenden weiter als 20 Prozent unter Tarif abzusenken.

    Für Bodo Grzonka ist diese Tarifverhandlung „ein Meilenstein, um die Gerechtigkeitslücke zwischen Ost und West endlich zu schließen“. Die Verhandlung reiht sich ein in hohe Abschlüsse der letzten Tage im Handwerk. So steigen in Berlin die Tischlereinkommen ab Januar um insgesamt 15,1 Prozent und im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg um 6,85 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

    „Unter diesen Umständen wird für viele junge Beschäftigte und Auszubildende der Weg ins Tischlerhandwerk wieder sehr attraktiv. Die Landesinnungen und Fachverbände für das Tischlerhandwerk haben erkannt, dass sich billig nicht auszahlt“, resümiert Bodo Grzonka

    Hintergrund:

    Das Tischlerhandwerk zählt bundesweit mit über 200.000 Beschäftigten zum viertwichtigsten Handwerksbereich und erwirtschaftet circa 17 Milliarden Euro. In Ostdeutschland arbeiten rund 32.000 Beschäftigte in über 6.000 Betrieben, davon circa 4.500 Beschäftigte in rund 300 Betrieben in Berlin. Der Anteil der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung ist mit 68 Prozent deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft (60 Prozent). Der Anteil der Innungsmitglieder, die dann auch tarifgebunden sind, liegt bei rund einem Drittel.

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