Der Leipziger Erich-Zeigner-Haus e.V. veranstaltete vom 14. bis 15. Juni 2022 eine zweitägige Fachtagung zum Thema „Antisemitismus – Aktuelle Erscheinungsformen, Akteure und Prävention“. Für die Fachtagung konnte der Verein renommierte Referierende aus dem Bundesgebiet gewinnen, die im Rahmen von Inputs, Workshops und Diskussionsrunden über die Themenkomplexe Antisemitismus und dessen gegenwärtige Erscheinungsformen sowie Israel und den Nahostkonflikt sprachen.

Des Weiteren war es den Veranstaltenden ein besonderes Anliegen, Personen und Vereine zur Fachtagung einzuladen, die als zentrale Akteure im Bereich der politischen Bildung sowie im Abbau von Antisemitismus in Leipzig und dem Freistaat tätig sind: „Neben der Wissensvermittlung und Aufklärung über antisemitische Ressentiments, sollte mit der Veranstaltung auch ein Netzwerkcharakter zur nachhaltigen Stärkung von Allianzen gegen Antisemitismus in Sachsen erzielt werden“, so Emily Bandt, Projektleiterin der Fachtagung.

Dieser Netzwerkcharakter wurde auch in Hinblick auf die Teilnehmenden deutlich: 40 Interessierte aus den Bereichen Wissenschaft, Journalismus, politische Bildung, Sozialarbeit und Lehramt kamen der Einladung des Vereins nach. In den Räumlichkeiten des Wasser-Stadt Leipzig e.V. tauschten sie sich unter anderem über Antisemitismus im Kontext der Corona-Proteste oder die antisemitische Medienkampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ aus.

Aber auch praktische Tipps zum Umgang mit Antisemitismus in der pädagogischen Praxis, zum Beispiel zur Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt oder konkreten antisemitisch motivierten Situationen im Schulalltag, waren Gegenstand der Fachtagung.

Dass der Fokus hierbei in besonderem Maße auf der Auseinandersetzung mit dem israelbezogenen Antisemitismus lag, ist laut Geschäftsführer Henry Lewkowitz kein Zufall: „Der Hass auf Israel findet sich in allen politischen Spektren. Aus verschiedenen Richtungen wird dabei versucht, den einzigen jüdischen Staat zu delegitimieren oder zu dämonisieren. Israel und der Nahostkonflikt fungieren dabei als Projektionsfläche antisemitischer Ressentiments. Über den gegenwärtigen Antisemitismus aufzuklären bedeutet daher auch, über den israelbezogenen Antisemitismus zu sprechen, der sich immer wieder in Form von Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie jüdische Einrichtungen zeigt.“

Aufgrund des großen Interesses an der Thematik und der hohen Nachfrage veranstaltet der Erich-Zeigner-Haus e.V. im September diesen Jahres eine weitere Fachtagung zum Thema Antisemitismus in Leipzig. Nähere Informationen werden in Kürze auf der Website des Vereins bekannt gegeben. Begleitend zur Fachtagung entsteht aktuell außerdem eine Handreichung, in der die Inhalte der Fachtagung sowie drei Praxismodule zur Anwendung in der schulischen und außerschulischen Bildung kompakt zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt wird im Programm AUF!leben – Zukunft ist jetzt. der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Programm ist Teil des Aktionsprogramms Aufholen nach Corona der Bundesregierung.

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