Am 2.10.2022 findet der zweite Christopher Street Day (CSD) unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ in Taucha statt. Die Veranstaltung wird von einem Bündnis aus Linksjugend Nordsachsen, Jusos Nordsachsen, Solidarische Alternativen für Taucha (SAfT e.V.) sowie dem Projekt „Que(e)r durch Sachsen – Mobil im ländlichen Raum“ des RosaLinde Leipzig e.V. organisiert.

Lesben, Schwule, Bisexuelle, asexuelle oder aromantische, trans- und intergeschlechtliche, nichtbinäre und queere Menschen (LSBTIANQ*) in Taucha und Nordsachsen erleben immer wieder Diskriminierungen, Stigmatisierungen und Pathologisierungen aufgrund ihrer individuellen Lebensrealitäten.

Der erste CSD in Taucha fand am 22. August 2021 und musste nach Störaktionen durch Rechtsextreme vorzeitig abgebrochen werden (vgl. etwa https://www.queer.de/detail.php?article_id=39790). Mit dem Motto „Jetzt erst recht!“ setzt der 2. CSD 2022 ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Landkreis, gegen rechte Ideologien und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Die Demonstration wird um 13 Uhr am Bahnhof Taucha eröffnet, zieht dann mit Zwischenstopp am Markt durch die Stadt und endet an der Festwiese, wo eine Kundgebung mit Musik und Infoständen stattfindet. Der CSD wird von Redebeiträgen begleitet, u.a. von Sarah Buddeberg (MdL, die Linke), SAfT e.V., Jugendparlament Nordsachsen, Grüne Jugend Sachsen, Jusos Sachsen, RosaLinde Leipzig e.V. und von queeren Menschen aus der Region.

Das Organisationsteam ruft alle LSBTIANQ* aus dem Landkreis Nordsachsen, aus ganz Sachsen und darüber hinaus sowie deren Freund*innen und Unterstützer*innen zur Teilnahme am CSD in Taucha auf. Es gilt, gemeinsam ein starkes Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz sowie ein demokratisches Miteinander in Nordsachsen zu setzen.

Die Organisator*innen empfehlen allen Teilnehmenden, sich aus Sicherheitsgründen auf dem Hin- und Rückweg sowie im Umfeld des Tauchaer CSD nicht allein zu bewegen, sondern möglichst in Gruppen unterwegs zu sein.

Christopher Street Days (CSDs) erinnern an die Stonewall Riots 1969. Am 28. Juni 1969 fand in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street eine Razzia statt. Es kam zu Polizeigewalt, queere Menschen und BIPoC wurden angegriffen. Menschen aus der LGBTQIA-Community wehrten sich und nahmen die New Yorker Straßen ein, um für die Rechte von queeren Menschen zu kämpfen und darauf aufmerksam zu machen.

Das Projekt „Que(e)r durch Sachsen – Mobil im ländlichen Raum“ des RosaLinde Leipzig e.V. bietet psychosoziale Beratung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter, nichtbinäre, asexuelle und queere (LSBTIANQ) Menschen in den Landkreisen Leipzig, Nord- und Mittelsachsen an. Die Beratung erfolgt dabei nach individueller Terminvereinbarung vor Ort im Landkreis oder auch telefonisch bzw. per Email. Zudem organisiert das Projekt in Kooperation mit Partner*innen vor Ort Veranstaltungen und Sensibilisierungsformate für Fachkräfte.

SAfT – Solidarische Alternativen für Taucha e.V. ist eine Initiative von Menschen, die in Taucha wohnen, arbeiten oder aus anderen Gründen in Taucha unterwegs sind. Einige Mitglieder der Initiative sind von rechter Gewalt in Taucha betroffen. SAfT setzt sich gegen Diskriminierungen aufgrund von Aussehen, politischer Einstellung, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft und anderen Merkmalen, gegen Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Taucha ein. Die Initiative sensibilisiert für die Perspektiven Betroffener, informiert über rechte Aktivitäten in Taucha und trägt zur Aktivierung der Zivilgesellschaft bei.

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