Parkplatzproblematik in Leipzig: Grüne sehen auch Handlungsdruck im Waldstraßenviertel, in Plagwitz und in der Südvorstand

Seit Mittwoch, 15. Januar, ist es mit den Höflichkeitszetteln in Schleußig vorbei. Ein halbes Jahr hatten die Schleußiger Autofahrer Zeit, sich darauf einzurichten, dass die StVO auch in Schleußig wieder gilt. Was das Parkplatzproblem noch nicht löst. Aber durch das nun über fünf Jahre währende Aussitzen hat es sich ebenfalls nicht gelöst. Es braucht abgestimmte Konzepte, betont Grünen-Stadträtin Heike König.
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„Die Bevölkerung wächst, wir freuen uns über Zuzüge und Geburtensteigerung, es wird viel saniert und der Lückenschluss in der Bebauung geht zügig voran. Verfügbarer Platz wird Mangelware“, stellt sie fest. Und: „Leipzig ist bei den Problemen anderer Großstädte angekommen.“

Denn auch das Fahrzeugaufkommen in Leipzig steigt weiter. Seit Jahren werden um die 3.500 bis 4.000 Kraftfahrzeuge mehr angemeldet als im Vorjahr. Jeder Pkw benötigt im Schnitt 12 Quadratmeter Parkfläche – das ist sehr viel Fläche gerade in Wohnquartieren, die für andere Nutzungen verloren geht. Berufs- und Shopping-Einpendler verschärfen die Situation noch, obwohl genau für diese Gäste eigentlich die sehr reichlichen Tiefgaragen-Parkplätze zur Verfügung stehen.“Hier sind jetzt unserer Meinung nach Konzepte gefragt, die Gästen und allen unseren Einwohnenden gerecht werden, aber ohne die Illusion zu vermitteln, dass Parken überall kostenlos bleiben kann bzw. zusätzliche Parkplätze eine Aufgabe der Stadt Leipzig seien“, erklärt dazu Heike König, die für die Grünen Mitglied im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau ist. „Für die Gründerzeitviertel braucht es ein einheitliches Handeln der Verwaltung, also stetige Kontrolle des Verkehrsraumes und auch die Prüfung, ob Anwohnerparken in diesen Gebieten sinnvoll ist und eingeführt werden könnte.“

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordere deshalb, dass weiterhin sowohl Umweltverbund als auch Car-Sharing-Angebote noch stärker gefördert werden, denn die Zahl an Radfahrern und Teilauto-Nutzern steige stetig. Es läge auf der Hand, dass die Stadt die Lust auf alternative Mobilität beeinflussen kann, wenn die Bedingungen stimmen. Das sollte sie weiter verfolgen, so die Stadträtin. In diesem Sinne seien Steigerungen beim Radverkehr und die Nutzung der Carsharing-Angebote absehbar, sie brauchten aber weitere Anreize.

„Falls die Verwaltung eine Lektion durch Schleußig gelernt haben sollte, dann die, dass sich Probleme nicht allein oder bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee in Luft auflösen“, so Heike König. „Wenn das Ordnungsamt seine Arbeit macht, die StVO vollzieht und wie in Schleußig so schnell schon Effekte bemerkbar sind, dann wird es Zeit, zum Beispiel auch im Waldstraßenviertel, in Plagwitz und in der Südvorstand endlich dem Gehwegparken zu begegnen.“


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