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Ab Kleinzschocher hat der Elster-Saale-Radweg dutzende Möglichkeiten, sich in Leipzig zu vernetzen

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    Wo fädelt man sich besser ein? Eigentlich ist das eher eine nebensächliche Frage, wenn man erst einmal drauf ist auf dem Elster-Saale-Radweg. Und mit der Entscheidung des Stadtrats, den alten Bahndamm am Lausner Weg zu kaufen, bekommt das Projekt Konturen. Am 12. Juni hatten die Grünen schon mal zur Schnupper-Fahrt eingeladen.

    Nicht ganz auf dem möglichen Endkurs, den der Elster-Saale-Radweg einmal bekommen soll. An Details muss noch gefeilt werden. Die Stadt hat ja gerade den Kauf des Bahndamms in die Wege geleitet.

    Aber zumindest zeichnet sich ab, dass die alte, von der Verwaltung favorisierte Tour mitten durch Grünau, um Ecken und Kanten zum Karl-Heine-Kanal, nicht die Zukunft ist.

    Sondern eben die Fortsetzung der Fahrt vom Anschluss am Südufer des Kulkwitzer Sees, bis wohin Markranstädt den Radweg schon vorbildlich ausgebaut hat, direkt zum Lausner Weg und von dort direkt über die Schönauer Straße und die Arthur-Nagel-Straße zur Dieskaustraße. Wobei ab hier vieles noch offen ist, denn im inneren Stadtgebiet hat die Route viele Andockstellen. So etwa in Kleinzschocher direkt über die Eythraer Straße zum Radschnellweg auf dem alten Plagwitzer Gleisgelände, auf dem man ohne störenden Autoverkehr direkt zum Bürgerbahnhof Plagwitz kommt und von dort über die Karl-Heine-Straße auch leicht zum Karl-Heine-Kanal gelangt. In Schleußig landet man auch über diese Route.

    Zur Tour hatte die Grünen-Fraktion ja vor allem eingeladen, um auch mit Vertretern der Stadtverwaltung die Möglichkeiten der neuen Wegeführung auszuloten.

    Etwa 25 Radlerinnen und Radler aus Leipzig und Markranstädt haben sich am Abend des 12. Juni auf den Weg gemacht.

    Am Neuen Rathaus traf Grünen-Stadtrat Michael Schmidt unter anderem mit Heike König, der Geschäftsführerin vom Grünen Ring Leipzig, Robert Simmank, Referent von Ordnungs- und Umweltbürgermeister und Sprecher des Grünen Rings Heiko Rosenthal und dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt Leipzig, Jan Rickmeyer, zusammen. Nach der Begrüßung und dem Start am Neuen Rathaus stand zunächst eine eingehende Besichtigung des sich in Entwicklung befindlichen Plagwitzer Bürgerbahnhofes durch die Stiftung „Ecken wecken“ an.

    Stiftungsvorstand Thorsten Mehnert erläuterte den Radlern im lauschigen Café neben dem Bauspielplatz „Wilder Westen“ die einzelnen Entwicklungsgebiete, vom Wohngebiet in den alten Zollschuppen, den großen Bürgergärten, der Streuobstwiese und den beiden urbanen Waldflächen nördlich und südlich der Antonienbrücke. Auch die erst in der Vorwoche freigegebene legale Graffitifläche unter der Brücke wurde besichtigt.

    Der Bürgerbahnhof ist längst ein attraktives Ziel für Radausflüge geworden. Mit der Plagwitzer Bahnschneise eröffnen sich Wege in fast alle Himmelsrichtungen.

    Die Radfahrer aus Leipzig und Markranstädt am Endpunkt des Markranstädter Teilstücks des Elster-Saale-Radwegs. Foto: Grüne Fraktion Leipzig
    Die Radfahrer aus Leipzig und Markranstädt am Endpunkt des Markranstädter Teilstücks des Elster-Saale-Radwegs. Foto: Grüne Fraktion Leipzig

    Weiter ging es auf dem geplanten und in weiten Teilen fertiggestellten Radschnellweg vorbei am Friedhof Kleinzschocher bis zur Kreuzung Lauerscher Weg/Schönauer Straße. Dort erwartete schon die Markranstädter Delegation die Leipziger Radler: Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler), die 1. Bürgermeisterin Beate Lehmann, die Tourismuskoordinatorin Heike Helbig sowie die Stadträte Dr. Volker Kirschner und Jens Schwertfeger (beide CDU) sowie Dr. Eddy Donat (Freie Wähler).

    Der Leipziger Radverkehrsbeauftragte Jan Rickmeyer erläuterte den geplanten Streckenverlauf auf Leipziger Seite, zunächst entlang des Lauerschen Weges, welcher zur Fahrradstraße ausgebaut werden soll und stellenweise entlang des vom Liegenschaftsamt anzukaufenden Bahndammes. Die bauliche Realisierung ist derzeit im Haushalt für 2018 eingeplant, wird aber voraussichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, da tatsächlich viele bauliche Veränderungen und entsprechende Planungsvorläufe notwendig sind.

    Der überwiegende Teil des anzukaufenden Bahndammes soll als Ausgleichsmaßnahme für den Parkbogen Ost Verwendung finden, was mit einer Entsiegelung und weiteren Aufforstung verbunden sein wird.

    Mit der baulichen Realisierung des an der Stadtgrenze zwischen Markranstädt und Leipzig markant endenden touristischen Elster-Saale-Radweges wird Leipzig endlich die Bemühungen der Umlandkommunen, die auf ihren Bereichen des ehemaligen Bahndammes bereits den attraktiven Radweg gebaut haben, fortsetzen und den Lückenschluss zur Elster realisieren. Mit dem kommenden Bau des Radweges entlang des Lausner Weges wird damit auch endgültig Abstand genommen von der verwaltungsseitig jahrelang favorisierten, aber unattraktiven, Streckenführung durch Grünau.

    Zum Abschluss fanden noch zahlreiche Gespräche und lockerer Austausch bei Radler und Kuchen im Restaurant SeensWERT in Göhrenz statt am Südufer des Kulkwitzer Sees.

    „Der stadteinwärtige Verlauf nach dem Lauerschen Weg wird noch weiter zu diskutieren sein“, betont Michael Schmidt.

    Der ADFC favorisiert eine Routenführung über Goldrutenweg – Windorfer Straße – Kantatenweg – Erich-Zeigner-Allee – Entenbrücke – Holbeinstraße – Klingerweg – Anton-Bruckner-Allee. Dafür müssten insbesondere noch die Voraussetzungen in der Erich-Zeigner-Allee mit Tempo 30 und Radfahrstreifen und in der Holbeinstraße (Kopfsteinpflaster) noch geschaffen werden.

    Eine andere Variante über den Radschnellweg – Plagwitzer Bahnhof – Karl-Heine-Kanal – Nonnenstraße – Klingerweg – Anton-Bruckner-Allee ist zwar (abgesehen von etwa 200 Meter Kopfsteinpflaster) in weiten Teilen bereits realisiert, würde jedoch eine Dopplung touristischer Radwege (mit dem Karl-Heine-Kanal-Rundweg und dem Schnellradweg) zur Folge haben und den ohnehin schon an der Kapazitätsgrenze befindlichen Karl-Heine-Kanal-Radweg weiter belasten.

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

     

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