VCD unterstützt Petition für mehr Sicherheit auf der Jahnallee

Nicht nur geparktes Blech ist ein Problem in der Jahnallee, sondern auch Lärm und Abgase sind eins

Für alle Leser Es wird ein Politikum. 4.300 Unterschriften hat Volker Holzendorf schon gesammelt für seine Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee ermöglichen“. Darin fordert er die Anlage von „protected bikelanes“, also geschützten Radfahrstreifen, in diesem engen Straßenabschnitt, in dem es in den letzten Monaten verstärkt zu Unfällen mit Radfahrern gekommen ist. Jetzt bekommt er auch Unterstützung vom VCD Leipzig.

Nachdem in den letzten Wochen und Monaten immer wieder schwere Unfälle auf der Inneren Jahnallee passiert sind, fordert der VCD Leipzig die Stadtverwaltung zu schnellem Handeln auf. Die zuletzt geäußerte Überlegung, dort Tempo 30 einzuführen, sei zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, er beseitige aber die bestehenden Probleme nur unzureichend. Denn die Probleme in der Inneren Jahnallee entstehen – so gibt es auch die Leipziger Verkehrsplanung zu – durch den dort nach dem Straßenneubau 2006 zugelassenen „ruhenden Verkehr“.

Der sorgt nicht nur dafür, dass die viel befahrene Bundesstraße künstlich eingeengt wird, er schafft auch auf dem ganzen Straßenabschnitt immer wieder unübersichtliche Situationen, in denen es zu häufigen Auffahrunfällen, aber eben auch zu gefährlichen Situationen für Radfahrer kommt.

„Klar ist, dass immer mehr Radfahrer auf der Jahnallee unterwegs sind und diese durch die am Rand parkenden Autos immer wieder in gefährliche Situationen gebracht werden. Der Status quo ist für alle Verkehrsteilnehmer unbefriedigend“, beschreibt Gustav Lieberknecht, Sprecher des VCD Leipzig, die Situation.

Aus Sicht des VCD entstehen lebenswerte Städte durch Straßen für Menschen. Um Straßenleben in der Geschäftsstraße zu ermöglichen, müsse der Straßenraum dort umgestaltet werden.

„Was wir brauchen, sind weniger Autos und dafür mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität“, betont Lieberknecht. Nach Ansicht des VCD müssen die parkenden Autos weichen und der Platz für Radfahrer und Fußgänger genutzt werden.

Die Verringerung auf eine Fahrspur, auf der die Tram natürlich weiterhin Vorfahrt vor dem Kfz-Verkehr erhalten soll, sei aber nicht nur für die Sicherheit der Radfahrenden ein großer Gewinn. Auch mit Blick auf die Belastung der Anwohner mit Abgasen und Lärm in der Jahnallee sei dieser Schritt dringend notwendig. Zudem sei die Innere Jahnallee mit vielen kleinen Geschäften wichtig für das prosperierende Waldstraßenviertel und muss in dieser Funktion weiter gestärkt werden.

„Auf der Jahnallee sehen wir, wie sich die Menschen die Straßen buchstäblich zurückerobern. Politik und Verwaltung müssen diese Entwicklung fördern und dafür sorgen, dass es nicht zu weiteren schweren Unfällen kommt“, ergänzt der VCD-Landesvorsitzende Laurenz Heine.

Und noch ein Thema kommt auf die Stadt zu, das bislang versucht wird unter der Decke zu halten: Die Innere Jahnallee ist einer der am schwersten mit Autoabgasen belasteten Straßenabschnitte in Leipzig.

Wenn die Stadt nicht zügig und konsequent handelt und immer wieder nur auf halbherzige Maßnahmen setzt, droht hier über kurz oder lang Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Eher über kurz. Denn die Messergebnisse hat sie Stadt längst vorliegen, tut aber so, als könnte sie sich immer noch um klare Änderungen herumdrücken.

Deshalb unterstützt der VCD jetzt zusammen mit weiteren Umweltverbänden die Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee ermöglichen“.

Zur Petition bei OpenPetition im Netz

Volker Holzendorf will seine Unterschriftensammlung am 22. August vor dem Stadtrat übergeben

Jahnallee
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Nuit debout 2016 in Leipzig. Foto: Michael Freitag

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