Da kämpft der Stadtrat nun jahrelang dafür, dass es in einem viel genutzten Park wie dem Lene-Voigt-Park in Reudnitz endlich Toiletten gibt. Und dann wird das Projekt 2025 einfach beendet und es wird nicht erklärt, ob das jetzt nur eine Eintagsfliege war, oder wie das Toilettenkonzept für den Lene-Voigt-Park künftig aussehen soll. Die SPD-Fraktion hat das in der Ratsversammlung zum Thema gemacht, nachdem eine der Toiletten von vandalisierenden Zeitgenossen in Brand gesteckt worden war.
Und der Lene-Voigt-Park gehört nun einmal zu den am stärksten genutzten Parks in Leipzig. An Sonnentagen ist hier Leben in der Bude.
„Die im Lene-Voigt-Park im Rahmen eines Pilotprojektes aufgestellte Toilette musste nach unseren Informationen Anfang dieses Jahres abgebaut werden. Eine zweite Komposttoilette wurde durch einen Brand im Dezember 2024 vollständig zerstört. Seitdem stand den Nutzer/-innen des Parks eine Interimslösung zur Verfügung. Für diese Interims-Toilette stehen im nächsten Jahr jedoch keine Mittel im Haushalt“, beschrieb die SPD-Fraktion das Thema in ihrer Anfrage.
„Beide Toiletten, 24 Stunden in Betrieb, täglich gereinigt und für alle Geschlechter ausgerichtet, wurden knapp 4000 Mal pro Monat aufgesucht – ein eindeutiger Hinweis auf den enormen Bedarf an öffentlichen Sanitäranlagen in der Parkanlage. Der Lene-Voigt-Park ist zudem ein Standort im vom Stadtrat beschlossenen Toilettenkonzept, in dem eine Toilette bis 2026 in Betrieb genommen werden soll.“
Pilotprojekt erst einmal beendet
Für 2025 konnte man das Problem noch lösen, teilt derweil das Umweltdezernat mit: „Das Pilotprojekt im Lene-Voigt-Park endete offiziell zum Ende des Jahres 2024. Aufgrund der durchweg positiven Ergebnisse wurde das zum damaligen Zeitpunkt bestehende Vertragsverhältnis für einen der beiden Toilettenstandorte bis zum 16.03.2025 verlängert.
Zum 17.03.2025 wurde die Miete inklusive vollumfänglicher Bewirtschaftung einer Sanitäranlage im Rahmen einer Ausschreibung neu beauftragt, sodass eine lückenlose Versorgung mit einer barrierearmen Trockentrenntoilette für das Jahr 2025 gewährleistet werden konnte. In den stark frequentierten Sommermonaten Juni bis Oktober wurde zusätzlich eine nicht barrierefreie und kleinere Trockentrenntoilette aufgestellt. Der bestehende Auftrag endete zum 31.12.2025 und konnte nicht verlängert werden.“
Das Problem dabei ist: Die beiden Toilettenanlagen waren tatsächlich nur ein befristetes Pilotprojekt. Eine langfristige Lösung hat die Stadt bisher nicht.
„Eine realistische Aussage dazu, ab wann der Lene-Voigt-Park dauerhaft mit einer Toilettenanlage versorgt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Sobald alle organisatorischen Strukturen in entsprechendem Maße aufgebaut worden sind und der Erwerb abgeschlossen ist, erhält der Lene-Voigt-Park als erster Standort dauerhaft eine barrierefreie Sanitäranlage, die 24 Stunden täglich geöffnet ist und durch den Eigenbetrieb Stadtreinigung bewirtschaftet wird“, vertröstet das Umweltdezernat.
100.000 Euro pro Jahr
Auf Grundlage der bereits gesammelten Erfahrungen der letzten zwei Jahre werde der finanzielle Bedarf auf etwa 100.000 Euro pro Jahr abgeschätzt, so das Umweltdezernat. Dies beinhalte die Bereitstellung einer barrierearmen Kabine sowie einer zusätzlichen Einzelkabine während der stark frequentierten Sommermonate.
Und es verspricht, dass es ab März doch wieder eine Toilette gibt: „Es ist beabsichtigt, zum 01.03.2026 erneut eine semi-stationäre Trockentrenntoilette (mindestens barrierearme Ausstattung) bereitzustellen und so lange zu betreiben, bis die dauerhafte und rein kommunale Versorgung praktisch umgesetzt werden kann.“
Und wenn es pressiert: Alle Standorte öffentlicher Toilettenanlagen können im digitalen Stadtplan Leipzig eingesehen werden.
Ferner stellt die Stadt Leipzig auf der Website www.leipzig.de/toiletten weiterführende Informationen zu diesem Themenbereich zur Verfügung. Auch in der LeipzigApp können unter dem Menüpunkt „Standorte“ alle frei stehenden und öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen eingesehen sowie Routen dorthin berechnet werden. Nur beim Lene-Voigt-Park wird das etwas kompliziert.
Denn die beiden nächstgelegenen Standorte „Konradstraße“ und „Friedenspark (Philipp-Rosenthal-Straße)“ sind etwa 1,6 km vom Lene-Voigt-Park entfernt.
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