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Die „Bürgerinitiative“ ist wieder da: Unterschriftenübergabe der Onlinepetition gegen Gohliser Moscheebau an Burkhard Jung geplant

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    Sie riefen aktiv zur Teilnahme an einer NPD-gesteuerten Demonstration gegen die Asylnotunterkunft in Schönefeld auf, hetzen seit Monaten gegen "den Islam" bei Facebook und überschütten jeden differenzierten Debattenversuch mit den immer gleichen Links alter Artikel. Die Bürgerinitiative "Gohlis sagt Nein" zum Moscheebau der Ahmadiyya-Gemeinde erfuhr dabei großflächige, vor allem rechte Unterstützung aus allen Teilen Deutschlands, um ihre Zahlen unter einer Petition gegen den Moscheebau nach oben zu treiben. Diese wollen sie nun am 16. April zur kommenden Stadtratssitzung dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung überreichen.

    Auch im Netz ist nun endgültig zusammengewachsen, was wohl immer zusammen gehörte. Mittlerweile sendet die Initiative ihre Mails nach Monaten der anonymen Freemailerei über die Domain der ebenfalls NPD-dominierten Seite der Schwesterinitiative „Leipzig steht auf“. Jener Gruppierung also, welche gemeinsam mit den Neinsagern am 3. Februar 2014 vor der Notunterkunft an der Löbauer Straße mit etwa 80 Beteiligten, darunter laut Verfassungsschutz Sachsen rund 50 einschlägig bekannte Gesichter rechter Kameraden eher sitzen blieben.

    Die im Netz angeblich mächtigen Initiativen fielen vor Ort quasi in sich zusammen und hatten im Nachgang nur die Erklärung parat, die anderen würden sich fürchten, gegen Muslime und Asylsuchende auf die Straße zu gehen. Beleg für ihre eigentliche Menge war und ist bis heute eine Onlinepetition, welche über Monate durch Seiten wie PI-News im deutschen Sprachraum befeuert wurden.

    Wie viele der Unterschriften dabei wirklich aus Leipzig oder gar aus Gohlis kamen, blieb bis heute offen. Selbst die Initiative schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 1. April dazu im Unterschied zu den Moscheebaubefürwortern von „Leipzig sagt Ja“ (hier waren es 2.793) lieber nichts Näheres.
    Über 10.500 Unterschriften sind es auf diesen Wegen geworden. Bedenkt man die, zumeist auf radikale Auswüchse ausgerichtete, Berichterstattung über den Islam seit dem 11. September 2001 auch in deutschen Medien und die offensichtliche Mobilisierung auch rechter Kreise in ganz Deutschland, eher wenige. Darunter zudem etliche Unterschriften aus weit entfernten warmen Ländern. Vielleicht hat sich aber auch bei den Leipzigern selbst bereits herumgesprochen, wer da die Initiative befeuert und welche Gefahren von der eher reformistischen Ahmadiyya-Gemeinde ausgehen. Oder besser, welche eben nicht.

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    Ihr Engagement wollen die Gegner fremder Religionen und Flüchtlingen nun mit einer erfolgreichen Übergabe der Unterschriftenliste zu ihrer Onlinepetition vor dem Beginn der Stadtratssitzung am 16. April krönen. „Nun wird es Zeit, vor den anstehenden Stadtratswahlen in Leipzig, die am 25. Mai stattfinden werden, erneut deutliches Zeichen gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee in Leipzig-Gohlis zu setzen“, heißt es in der Begründung etwas holprig. Wer nach den letzten Monaten der radikalen Kommentare bis hin zu Gewaltphantasien auf der Facebookseite der Initiative und dem auf der Demonstration am 3. Februar beklatschten Redebeitrag von NPD-Funktionär Maik Scheffler im Wahlhinweis leise das Wort NPD hört, dürfte gute Ohren haben.

    Nicht schön findet bis heute die Initiative, dass Leipzigs Oberbürgermeister sich über die rund 5.900 Unterschriften für die Moschee freute und in diesem Zusammenhang seine Haltung artikulierte, von den Bestrebungen der Moscheebaugegner wenig zu halten. Es steht also zu erwarten, dass sich OB Burkhard Jung auf den Übergabeversuch der Petitenten so oder so vorbereiten wird – annehmen wollte er sie nämlich eher nicht.

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