An die blumige Sprache der Ahmadiyya-Gemeinde müssen sich sicher manche noch gewöhnen. Wo sonst in üblichen Pressemitteilungen ein eher knapper Ton herrscht, bemühen sich die Ahmadis um eine eher bildhafte Darstellung ihrer Haltungen zum Umgang mit ihnen. Auch im Nachgang der Geschehnisse auf dem Gelände an der Bleichert-, Ecke Georg-Schumann-Straße strahlt die Stellungnahme seitens der Gemeinde eher Ruhe und Gelassenheit aus. Und kommt mit einem Gleichnis daher.

Was dazu führt, dass sie sich zu dem Anschlag selbst kaum äußern und vielmehr selbstbewusst auf ihre Wurzeln und ihren Glauben an Verständigung verweisen. Nach dem Anschlag auf ihr Moschee-Baugelände in Leipzig hätten sie viele Nachrichten der Anteilnahme und des Mitgefühls erreicht.

Dafür bedanken sie sich, um dann auf das “abscheuliche Verhalten” einzugehen, welches für sie nicht in eine Stadt gehöre, “… in der wir Ahmadi Muslime eine Kultur der Auseinandersetzung erlebt haben, die von Fairness, ehrlichem Interesse, und auch berechtigten kritischen Nachfragen geprägt ist”.

Dass es eine sehr kleine Randgruppe sei, die in dieser Auseinandersetzung jegliche Grenzen der zivilrechtlichen Verhaltensnormen überschreitet, halten sie für gegeben.

Und so heißt es weiter: “Wir bedauern es sehr, dass die unmittelbaren Nachbarn des Grundstücks durch diese Verhaltensweisen in ihrer Nachbarschaftsruhe gestört sind. Wir sind uns aber sicher, dass nach den mitfühlenden aber auch unmissverständlichen klaren Worten des Oberbürgermeisters, dafür Sorge getragen wird, dass solche Zwischenfälle nicht mehr stattfinden.”

Dass dies auch so eintritt, wollen die Ahmadi-Muslime Seite an Seite mit den Leipziger Bürgern gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus sicherstellen. “Wobei wir versichern, dass unser Verhalten stets ruhig und besonnen bleiben wird. Ebenso rufen wir die Leipziger Bürger zu Besonnenheit und Ruhe auf”, so die Zeilen vom 16. November 2013.

Die folgende Geschichte kann man wohl einfach mal so am Schluss stehen lassen, denn sie zeigt, wie gläubige Menschen allgemein mit Angriffen friedlich umgehen können.

“Unser Vorbild, der Heilige Prophet Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm), hat uns gelehrt in solchen Situationen nicht Wut, sondern Geduld zu zeigen. Wir wissen von einer Begebenheit aus seiner Zeit, dass seine Gegner während des Gebetes eine große Menge Kamelinnereien auf ihn warfen, die so schwer waren, dass er sich nicht aus der Gebetsniederwerfung erheben konnte. Erst als seine Tochter ihm zu Hilfe eilte, gelang es ihm sich zu erheben. Dennoch blieb er geduldig und betete für die Gegner. Genauso wurde er täglich von einer Gegnerin auf dem Weg zum Gebet mit Unrat beworfen. Als eines Tages dies nicht geschah, erkundigte er sich nach der Frau und als er erfuhr, dass sie erkrankt war, besuchte er sie und erkundigte sich freundlich nach ihrem Wohlbefinden.”

Zur Mitteilung der Ahmadiyya-Gemeinde im Netz
www.ahmadiyya.de | Anschlag auf dem Moschee Baugelaende in Leipzig

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