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Kleine Schaufensterausstellung anlässlich des 9. November: Als unser Haus noch jüdische Eigentümer/-innen hatte

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    Der 9. November hat sich tief ins Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Und damit ist nicht die Maueröffnung gemeint, sondern der 9. November 1938, als die deutschen Nationalsozialisten in einer konzertierten Aktion die Geschäfte jüdischer Mitbürger plünderten und zerstörten und in viele Städten die Synagogen anzündeten. In der Folge wurden fast alle Juden enteignet, auch in Leipzig. Anlass für eine besondere Ausstellung in der Georg-Schwarz-Straße.

    „Wir, die Bewohner/-innen der Georg-Schwarz-Straße 19, sind darauf gestoßen, dass unser Haus jüdische Eigentümer/-innen hatte, welche durch die Nationalsozialisten verfolgt, entrechtet und enteignet wurden. Ab dem 09.11.2020 wird anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnächte im November 1938 eine kleine Ausstellung im Schaufenster des Wohnhauses zu den ehemaligen Hausbesitzer/-innen zu sehen sein“, laden sie zu einem kleinen historischen Ausflug in die Georg-Schwarz-Straße ein.

    „Wir möchten damit zu einer lebendigen Gedenk- und Erinnerungskultur an die nationalsozialistischen Verbrechen und deren Opfer beitragen.“

    Zu sehen sind biographische Informationen zu den ehemaligen Eigentümer/-innen sowie einige Abbildungen historischer Dokumente zu deren Wirken in Altenburg und der Hausgeschichte.

    Ein Teil der Erkenntnisse wurde bereits auf der Homepage des Lindenauer Stadtteilvereins veröffentlicht.

    Die detaillierten Informationen und Materialien zu den Biographien der ehemaligen Eigentümer/-innen sind vor allem Christian Repkewitz zu verdanken, welcher sich ausführlich mit dem früheren jüdischen Leben in Altenburg, wo die ehemaligen Hauseigentümer/-innen wohnten und arbeiteten, beschäftigt hat.

    „Wir bleiben an dem für uns wichtigen Thema dran, werden weiterhin Material zusammentragen, auswerten und unsere Ergebnisse voraussichtlich im kommenden Jahr umfangreicher präsentieren“, kündigt die Hausgemeinschaft schon einmal an. „Unser Ziel ist es, perspektivisch mit einer Gedenktafel oder ähnliches dauerhaft an die ehemaligen jüdischen Eigentümer/-innen und deren Schicksale zu erinnern.“

    Und: „Wir laden dazu ein, unsere kleine Ausstellung im Schaufenster zu betrachten. Wir rufen ausdrücklich dazu auf, sich auch 2020 an den Gedenkveranstaltungen an die Reichspogromnächte zu beteiligen und selbst Initiative zu ergreifen.“

    Zu sehen sein wird die Schaufensterausstellung vom 9. bis 15. November in der Georg-Schwarz-Straße 19 in Lindenau.

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