Ein Stein aus Rochlitzer Porphyr erzählt von Aufbruch, Freiheit und Geschichte des Evangelischen Schulzentrums Leipzig: Anlässlich des 35. Schulgeburtstags wurde am Freitag, dem 9. Oktober, die neue Skulptur „Immer wieder montags …“ zwischen dem Schulhof des Evangelischen Schulzentrums (von vielen liebevoll „Eva Schulze“ genannt) und der Peterskirche eingeweiht.
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, der Stiftung Friedliche Revolution, der Peterskirche und weiteren Gästen hat Oberbürgermeister Burkhard Jung den neuen Erinnerungsort eröffnet.
Entstanden ist die Skulptur in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Florian Peteranderl, der Stiftung Friedliche Revolution und der Peterskirche. Sie soll an die Wurzeln vieler freier Schulen in der Friedlichen Revolution erinnern und zugleich ein lebendiger Ort für die Schulgemeinde sein – zum Erinnern, Verweilen und Mitgestalten.

Ein Schiff als Symbol des Aufbruchs
Bei genauerer Betrachtung erinnert der Stein an ein Schiff. Als Symbol des Aufbruchs verweist es auf die bewegten Montagsdemonstrationen im Herbst 1989, bei denen neben politischen und gesellschaftlichen Veränderungen auch der Wunsch nach einer freien und selbstbestimmten Bildung zum Ausdruck kam.

Gleichzeitig findet sich das Motiv eines Schiffes im Schullogo des Evangelischen Schulzentrums Leipzig wieder. „Eine schöne Verbindung, denn unser Schulzentrum ist ein unmittelbares Ergebnis des Aufbruchs im Herbst 1989 und konnte erst dadurch entstehen“, erklärt Ferdinand Kiderlen, Pädagogischer Schulleiter des Evangelischen Schulzentrums Leipzig.
„Insofern sind wir sehr dankbar, dass nun dieser Stein an unsere Geschichte erinnert und zugleich die Offenheit der Zukunft unterstreicht.“

Ein Ort mit Bedeutung
Bewusst wurde der Stein dabei zwischen Schulzentrum und Peterskirche platziert und stellt somit auch die räumliche Verbindung her. So waren Kirchen zentrale Orte des gesellschaftlichen Wandels in der DDR. Genauso spielte die Peterskirche bei der Schulgründung eine wichtige Rolle und ist bis heute fester Bestandteil des Schulalltags. Die Skulptur verknüpft nun also einen historischen Ort der Friedlichen Revolution mit der Geschichte einer Schule.
„Der Stein erinnert an 1989 und kann Stein des Anstoßes sein, heute und morgen“, sagt Gesine Oltmanns, Ehrenvorsitzende der Stiftung Friedliche Revolution und Initiatorin des Projekts. „Mögen die Schülerinnen und Schüler diesen Ort für sich entdecken und beleben.“

Ein Stein, der bewegt
„‚Ein fester Stein und doch voller Bewegung‘ – so lässt sich die Idee hinter der Skulptur zusammenfassen“, so Ferdinand Kiderlen. Die Fertigstellung des Steins als Teil der schulweiten Projektwoche „35 Jahre Eva Schulze: gestern – heute – morgen“ fand dann noch am Leipziger Gedenktag zur Friedlichen Revolution statt.
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