Wer später baut, zahlt drauf. Leipzig bekommt es jetzt so richtig zu spüren, dass es in den vergangenen Jahren nie genug Geld zum Investieren hatte. Denn jetzt, wo sich die Stadt endlich ein paar Freiräume zum Bau von Schulen, Straßen und Brücken erarbeitet hat, gehen auch die Baupreise durch die Decke. Für den Jahresbeginn 2018 haben Sachsens Statistiker schon den nächsten Preisanstieg festgestellt.

Seit Jahresbeginn beeinflussen Lohn- und Materialpreiserhöhungen die Entwicklung der sächsischen Bauleistungspreise, teilt das Statistische Landesamt in Kamenz mit. Im Ergebnis stiegen diese im ersten Quartal des Jahres 2018 erneut deutlich an. Und das hat Auswirkungen auf alles, was Leipzig jetzt eigentlich dringend zum Wachstum und zum Substanzerhalt braucht. An einen preiswerten Wohnungsbau ist zum Beispiel gar nicht mehr zu denken.

Für den „Neubau eines Wohngebäudes“ waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 5,0 Prozent höhere Preise zu verzeichnen. Dies betraf die „Rohbauarbeiten“ (+5,1 Prozent) gleichermaßen wie das „Ausbaugewerbe“ (+5,0 Prozent).

Überdurchschnittlich entwickelten sich die Preise für „Entwässerungskanalarbeiten“ (+8,7 Prozent) und „Verbauarbeiten“ (+7,9 Prozent), im Ausbaugewerk die „Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen“ (11,4 Prozent), „Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen“ (+7,8 Prozent) sowie „Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen“ (7,0 Prozent).

Maßnahmen zur „Instandhaltung an Wohngebäuden“ erhöhten sich insgesamt um 6,1 Prozent gegenüber Februar 2017. Dabei sind neben Steigerungen in den bereits erwähnten Bauleistungen auch um 8,1 Prozent höhere Preise für „Nieder- und Mittelspannungsanlagen bis 36 kV“ relevant. Für Leistungen in Verbindung mit „Schönheitsreparaturen in einer Wohnung“ mussten gegenüber dem Vorjahreszeitraum Preiserhöhungen von 4,3 Prozent in Kauf genommen werden.

Und wenn jetzt endlich wichtige Straßen- und Brückenbauprojekte angepackt werden, wird es auch da teurer, als wenn man drei, vier Jahre früher gebaut hätte. Oder gar schon 2010, als die Preise allesamt noch 25 bis 30 Prozent niedriger lagen.

Bei den Ingenieurbauten „Straßenbau“ (7,5 Prozent), „Brücken im Straßenbau“ (8,3 Prozent) sowie „Ortskanälen“ (8,1 Prozent) war ein noch höherer Preisanstieg zu verzeichnen, stellen die Landesstatistiker fest. Hier bestimmten „Erdarbeiten“ beim Straßenbau (+9,3 Prozent), „Betonarbeiten“ beim Brückenbau (+10,0 Prozent) oder auch „Entwässerungskanalarbeiten“ im Bereich Ortskanäle (+8,6 Prozent) die Teuerung.

Gegenüber November 2017 betrug die Erhöhung bei „Wohngebäuden“ 1,9 Prozent. Außer bei „Naturwerksteinarbeiten“ (-0,2 Prozent) erhöhten sich auch hier die Preise für alle anderen Bauleistungen.

Gleichzeitig sind die Bauunternehmen in Sachsen schon seit Jahren voll ausgebucht. Städte wie Leipzig können etliche Aufträge gar nicht mehr platzieren, weil sich kein Bewerber dafür findet. Mit dem Ergebnis, dass die Projekte ins nächste Jahr rutschen und dann gleich mal 5 bis 8 Prozent teurer werden.

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