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Auch 2018 mussten weniger Sachsen sogenannte Mindestsicherungsleistungen in Anspruch nehmen

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    Städte wie Leipzig und Dresden sind zu wirksamen Joblokomotiven in Sachsen geworden. Sie sorgen dafür, dass immer mehr Menschen in Sachsen eine Beschäftigung finden. Was zumindest einen kleinen positiven Effekt hat. Neben der sinkenden Arbeitslosigkeit kann das Statistikamt des Landes auch weiterhin sinkende Zahlen zu Menschen, die Mindestsicherungsleistungen bekommen, vermelden.

    Das klingt dann im Text des Landesamtes für Statistik so: „Am Jahresende 2018 lebten in Sachsen 327.263 Personen von sogenannten Mindestsicherungsleistungen, staatlichen Transferleistungen zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhaltes. Das waren 29.461 Personen bzw. 8,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der nur 2015 unterbrochene Abwärtstrend hielt somit weiter an: Im Dezember 2005, dem ersten Jahr mit Hartz IV, bezogen 13,4 Prozent der Bevölkerung Sachsens Mindestsicherungsleistungen (das waren damals noch 574.272 Menschen), am Jahresende 2018 waren es noch 8,0 Prozent.“

    Und da sich Sachsen gern vergleicht im ganz großen Maßstab, tat es das Statistische Landesamt auch: „Damit lag Sachsen 2018 wie bereits seit 2016 unter dem Bundesdurchschnitt von 8,7 Prozent und erstmalig unter dem Durchschnitt der Flächenländer von 8,1 Prozent.“

    „Die Flächenländer sind weniger von Mindestsicherung betroffen als die Stadtstaaten“, betonen die Statistiker. „Innerhalb Sachsens zeigt sich eine vergleichbare Tendenz – die durchschnittliche Mindestsicherungsquote der Landkreise (6,8 Prozent) ist deutlich niedriger als die der Kreisfreien Städte (10,3 Prozent). Eine Ausnahme bildet der Landkreis Görlitz, der im Dezember 2018 mit 9,6 Prozent eine höhere Mindestsicherungsquote als die Kreisfreie Stadt Dresden mit 8,7 Prozent hatte.“

    Denn das bessere Arbeitsplatzangebot der großen Städte kommt in der Regel vor allem Gutqualifizierten und Hochschulabsolventen zugute. Und Menschen mit Migrationshintergrund zieht es logischerweise auch stärker in die Städte, wo sie bessere Chancen zur Integration und zur Arbeitsaufnahme haben – und ein deutlich liberaleres Klima vorfinden.

    Und Arbeitsaufnahme bedeutet nun einmal für In- wie Ausländer in der Regel, dass sie damit das bürokratische System der Mindestsicherung verlassen können. Was nicht bedeutet, dass sie hinterher mehr Geld zum Leben haben. Sie müssen nur nicht mehr beim Amt antanzen, um regelmäßig zu beweisen, wie gutwillig sie den Vorgaben folgen.

    Zur sozialen Mindestsicherung gehören folgende Leistungen:

    – im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“)
    – Arbeitslosengeld II (202.827 erwerbsfähige Leistungsberechtigte) und
    – Sozialgeld (67.420 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte) im Rahmen der Sozialhilfe (SGBXII)
    – Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (davon 18. 630 erwerbsgeminderte Personen und 11.735 im Rentenalter) und
    – Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen(5.454 Personen) sowie außerdem
    – Regelleistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz (21.197 Personen)

    Der Blick in die Tabelle zeigt: Nachdem die Zahl der Bezieher von Regelleistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz auf 45.749 hochschnellte, hat sich deren Zahl mittlerweile mit 21.197 mehr als halbiert, wobei diese Statistik nicht zeigt, wie viele davon wieder ausgereist sind oder abgeschoben wurden und wie viele tatsächlich in Arbeit gefunden haben oder nun im ALG-II-Bezug sind.

    Aber die Zahl der ALG-II-Bezieher ist seit 2015, als es noch 255.428 waren, ebenfalls weiter zurückgegangen auf 202.827 zum Jahresende 2018.

    Wobei in Sachsen (wie in ganz Ostdeutschland) eine wesentliche Rolle die Tatsache spielt, dass der Berufsnachwuchs für die Wirtschaft seit 2010 quasi halbiert ist, die Unternehmen also gezwungen sind, auch mehr Menschen einzustellen, die nicht ihren Idealerwartungen ans Personal entsprechen. Und gleichzeitig verschwinden tausende der seit 20 Jahren in den Arbeitsmarkt gedrückten prekären Beschäftigungsverhältnisse – von Leiharbeits-Jobs bis hin zu Niedriglohnjobs im Dienstleistungsbereich.

    Denn wer aus so einem meist schlechter bezahlten Job in eine besser bezahlte Vollzeitstelle wechseln kann, macht das auch. Und gleichzeitig bieten seriösere Unternehmen vermehrt (wieder) solche Stellen an, um überhaupt noch Personal zu finden.

    Die Zahlen spiegeln indirekt also auch den Druck, den der (durch falsche Wirtschaftspolitik beförderte) Nachwuchsmangel in allen Branchen auf die Arbeitsangebote der Unternehmen ausübt.

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