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Zukunft der Musikalischen Komödie: Zweites Gutachten oder Zehnjahresplan?

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    320.000 Euro für "notwendige Brandschutzmaßnahmen zum Erhalt des Spiel- und Probebetriebes" in der Musikalischen Komödie werden 2013 ausgegeben. Das bestätigte Oberbürgermeister Burkhard Jung am 29. Januar auf Nachfrage von Linke-Stadträtin Skadi Jennicke. Aber damit ist die Zukunft des Hauses der heiteren Muse in Lindenau noch immer nicht gesichert.

    In der Ratsversammlung am 20. Februar wollte die Fraktion Die Linke genauer wissen, wann es einen Planungs- und Baubeschluss zur Musikalischen Komödie geben soll. Hintergrund ist der Ratsbeschluss vom 18. Juli 2012, in dem jährlich 600.000 Euro Investitionsmittel für das Haus Drei Linden festgeschrieben sind. „Bislang hat der OBM nichts dergleichen vorgelegt“, kritisiert Skadi Jennicke.

    Andererseits hatte Burkhard Jung auf ihre Anfrage hin zugesichert, dass ein Planungs- und Baubeschluss kurzfristig erarbeitet werde, genauso wie ein Zeitplan der Sanierungen. Am 18. Juli 2012 hatte der Stadtrat mit den Änderungen an der Vorlage „Zukünftige Struktur der Eigenbetriebe Kultur; Festlegung der Zuschüsse für die Jahre 2013 bis 2015“ im Grunde auch beschlossen, dass alle Häuser erhalten bleiben. Unter einem anderen Blickwinkel wären die ebenfalls beschlossenen Sanierungsmittel nicht wirklich vertretbar.

    Auch für die Musikalische Komödie wurden Sanierungsinvestitionen in Höhe von 600.000 Euro für jedes Jahr bis 2016 beschlossen. Eingebettet ist das in den Gesamtbeschluss einer angestrebten Gründung eines gemeinsamen Eigenbetriebes als Mehrspartenhaus „Städtische Bühnen Leipzig“. Das war ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der angenommen wurde. Dafür soll der OBM im IV. Quartal 2013 einen Vorschlag auf den Tisch legen.

    Nach einer ganzen Reihe von Änderungsanträgen war der Beschluss vom 18. Juli 2012 freilich auch in sich widersprüchlich. Denn gleichzeitig wurde der OBM beauftragt, „unter externer Moderation (z.B. actori) (…) zu prüfen, ob bzw. unter welchen finanziellen und technischen Voraussetzungen und in welchem Umfang ab der Spielzeit 2014/15 der Spielbetrieb der Musikalischen Komödie in das Opernhaus überführt werden kann. Dem Stadtrat ist bis zum 30.11.2012 der Prüfbericht mit einem Entscheidungsvorschlag vorzulegen, aus dem sich insbesondere die kurz- bis mittelfristig ergebenden Kosten für die Umsetzung sowie die mittel- bis langfristig resultierenden Mehrkosten bzw. Einsparungen ablesen und vergleichen lassen.“
    Von dem Prüfbericht hat man zwar noch nichts gesehen. Aber vielleicht schlummert er ja in irgendeiner Schublade und muss noch redigiert werden. Vielleicht wurde er auch schon längst kassiert. Denn wenn Burkhard Jung von einen 10-Jahres-Plan für die Sanierung der Musikalischen Komödie spricht, scheint für ihn eine Schließung des Hauses vom Tisch zu sein. „Ein Zehnjahresplan ist schon vorbereitet“, gab Jung Auskunft.

    Aber bevor die Aufträge rausgehen, brauche es trotzdem eine Positionierung des Stadtrates „im Rahmen der Prüfergebnisse zum Ratsbeschluss RB-V/1295“. Das ist der oben aufgeführte Unterpunkt, nach dem eigentlich bis zum 30. November 2012 ein Prüfbericht mit Entscheidungsvorschlag hätte vorliegen müssen. Den – wie gesagt – noch niemand gesehen hat.

    Skadi Jennicke interpretiert es als ein neues Gutachten zur Muko, in dem ermittelt werden sollte, wie viel Geld die Stadt spart, wenn die Muko an den Augustusplatz zieht. Dieser widersprüchliche Unterpunkt, der irgendwie die Quadratur des Kreises beschrieb, war aus einem Änderungsantrag der Grünen übernommen worden.

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    „Doch genau das hatte die Münchner Beratungsfirma actori bereits in ihrem Gutachten vom November 2011 mit klarem Ergebnis untersucht“, stellt Jennicke fest. „Der OBM folgt mit dem erneuten Gutachten einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, den Jung im Juli vergangenen Jahres kurzfristig in seinen Beschlussvorschlag aufnahm, um sich die Stimmen der Grünen zu sichern. Laut Beschluss sollte das Gutachten bereits Ende November 2012 vorliegen.“

    Vor diesem Hintergrund will die Linke-Stadträtin auf der Ratsversammlung am 20. März von OBM Jung nun wissen, welche Gutachten seit 1990 zur Muko angefertigt worden und was diese gekostet haben.

    „Darüber hinaus bin ich gespannt, welche konkreten Fragestellungen dem erneuten Gutachten zugrunde gelegt werden soll“, betont sie. Denn wenn Jung von einem vorbereiteten Zehnjahresplan spricht und einer nur noch fehlenden Positionierung des Stadtrates zum Erhalt der Muko, dann erscheint ein weiteres Gutachten, dass einen Umzug des Ensembles ins Opernhaus vorsieht, eigentlich überflüssig.

    Ansonsten betont die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Die Linke setzt sich unmissverständlich für den Erhalt des Operettenhauses ein. Der Verlust an Strukturen ist unwiederbringlich und auch bei unzulänglicher Finanzierung der Kommunen nicht hinnehmbar. Die einseitige Logik der scheinbar knappen Kassen darf nicht zum Totschlagargument für Schrumpfung werden, schon gar nicht einer wachsenden Stadt wie Leipzig.“ Von der billigen Polemik, Straßenbau und Schulneubauten gegen den Erhalt von Kultur auszuspielen, lasse sich die Linke dabei nicht beeindrucken.

    Der Austauschtext vom 18. Juli zu den Sanierungskosten der Eigenbetriebe:
    http://notes.leipzig.de/appl/laura/wp5/kais02.nsf/docid/6250E3F205431D2CC1257A05002F3F8B/$FILE/V-ds-2229-text-austausch-11-13.pdf
    Die Antwort von Burkhard Jung vom 22. Februar als PDF zum download.

    Die Nachfrage von Skadi Jennicke vom zweiten, noch nicht vorliegenden Gutachten als PDF zum download.

    Die Nachfrage zur Sanierung Musikalische Komödie als PDF zum download.

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