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Der Stadtrat tagt: Prüfung der Verkehrssituation vor dem Hauptbahnhof beschlossen

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    Eine dünne Metallschiene läuft entlang des Gehweges vor dem Hauptbahnhof. Kaum sichtbar und laut Beschilderung auch gar nicht als Trennung zwischen Radfahrern und Fußgängern gedacht. Denn diese besagt lediglich, dass der Gehweg von Radfahrern benutzt werden darf. Was sowohl den Radlern als auch den Fußgängern Schwierigkeiten macht. Durch einen Pulk von Passanten gibt es bei grüner Fußgängerampel kein Durchkommen, bei Rot blockieren die Wartenden den Weg, doch wo sollen sie sonst hin?

    Wieder einmal beschäftigte dieser Bereich die Ratsversammlung. Kontrovers ging es zu, die SPD-Fraktion zog einen Ergänzungsantrag zurück und regte die Beseitigung des „Shared Space“ (gemeinsam genutzter Verkehrsraum) an. Dieser Antrag wurde knapp abgelehnt.

    Mathias Weber begründete für die SPD den Ursprungsantrag: „Wenn Mensch es genau nimmt, gibt es am Hauptbahnhof keinen Radweg, sondern Gehwege, die von Radfahrern befahren werden dürfen. Tausende Fußgänger queren hier, teilweise aus den Ausgängen rennend, um noch eine Grünphase zu erwischen.“ Er zeigte sich enttäuscht von der lapidaren Ablehnung durch die Stadtverwaltung.
    Dr. Sabine Heymann (CDU) pflichtete grundsätzlich bei: „Aus langer eigener Erfahrung weiß ich, dass die Situation für niemanden erfreulich ist.“ Es gebe sehr unklare Regelungen und einen Ist-Zustand, der wenig zweckmäßig sei. „Wir sollten nicht schauen, bis es hier zu Verletzungen kommt, sondern hier prüfen, welche anderen Lösungen es gibt.“

    Eine davon hatte Jens Hermann-Kammbach parat: „Ich sehe nur eine Lösung, eine deutlich sichtbare Trennung zwischen Rad- und Fußwegen. Einfach Farbe aufzubringen, kann nicht der Weg sein, da dies dem Denkmalschutz zuwiderliefe.“ Er verwies außerdem auf einen schon bestehenden Ratsbeschluss zum Umbau des Hauptbahnhofes, in dessen Rahmen auch diese Maßnahme schon besprochen worden sei. Dies machte die Ablehnung der Verwaltung nur noch unverständlicher für ihn.

    Bürgermeisterin Dorothee Dubrau erklärte diese. „Eine eindeutige Lösung für die Radfahrer kann es nur auf der Straße geben, zumindest wenn sich die Situation für die Fußgänger nicht verschlechtern soll.“ Dies habe die Stadtverwaltung geprüft. Dr. Sabine Heymann (CDU) hielt noch einmal dagegen: „Wir wollen einfach eine Kenntlichmachung für Radfahrer, die in diesem Bereich auf dem Fußweg geduldet sind, zuvor und danach aber wieder auf einem eigenen Radweg unterwegs sind.“ Dies sei aus Sicht ihrer Fraktion der Hauptpunkt für Irritationen.

    Beschlossen wurde nun lediglich eine Prüfung, der kleine Rest der Beschlussvorschläge, der eine Mehrheit fand, lautet wie folgt: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Verkehrsbereich vor dem Hauptbahnhof bis Ende 2015 so zu ordnen, dass ein konfliktfreies Queren der einzelnen Verkehrsarten gewährleistet wird.“

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