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Teilnehmerzahlen bei Legida und Pegida weiter rückläufig

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    "Jeder bringt noch einen mit", lautete die Losung der Veranstalter. Doch statt der gewünschten Revolution erlebten die Legida-Organisatoren um Silvio Rösler am gestrigen Montag das nächste Desaster. Beteiligten sich in der Vorwoche noch bis zu 900 Menschen an den islamophoben Protesten, zählten Beobachter gestern nur noch rund 600 Teilnehmer. Auch bei Pegida in Dresden war die Teilnehmerzahl nochmals deutlich eingebrochen.

    „Die Versammlung Legida hat auf dem Augustusplatz gegen 19:10 Uhr mit einer Auftaktkundgebung begonnen. 19:40 Uhr schloss sich ein Aufzug an“, berichtet Polizeisprecher Alexander Bertram. „Dieser führte unter Polizeibegleitung über den Georgiring, die Wintergartenstraße, weiter über die Querstraße zum Grimmaischen Steinweg. Nach der Rückkehr zum Augustusplatz endete die Versammlung mit einer Abschlusskundgebung gegen 21:00 Uhr.“

    Im Verlauf der Veranstaltung versuchten Gegendemonstranten, am Wintergartenhochhaus und am Johannisplatz die Aufzugsstrecke zu blockieren. „Dies wurde durch die Polizei verhindert“, so Bertram. Nach Beendigung des Aufmarsches attackierten mutmaßliche Teilnehmer in der Nürnberger Straße Legida-Gegner. Vier Personen erlitten Verletzungen. Daneben registrierte die Polizei drei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.

    Wie in den Vorwochen kommunizierte die Polizei keine Teilnehmerzahlen. Leipziger Soziologen zählten 500 bis 600 Legida-Teilnehmer. Zur Zahl der Gegendemonstranten existieren keine exakten Angaben. „Es waren sicher über 500 Personen“, schätzt die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke).

    Legida hatte 1.000 bis 1.500 Teilnehmer erwartet. Berücksichtigt man, dass der Zuspruch im Vergleich zur Vorwoche um rund ein Drittel gesunken ist, war die gestrige Veranstaltung für die Organisatoren, die ihre Protestserie in der Tradition Friedlichen Revolution von 1989 verorten, ein doppeltes Desaster. Die bewährte Losung, „Jeder bringt noch einen mit“, lief offensichtlich ins Leere.

    Anscheinend steuert die Protestbewegung in kleinen Schritten ihrem baldigen Ende entgegen. „Es ist Müdigkeit. Vielleicht sehen es viele Menschen mittlerweile als sinnlos an, einer sinkenden Zahl von Legida-Teilnehmern hinterherzulaufen“, meint Nagel.

    „Die Wirkung ist weg. Das, was zu erwarten war, tritt langsam ein: Legida läuft sich tot“, findet der Grünen-Landesvorstandssprecher, Jürgen Kasek. „Die immer gleichen Reden, der immer gleiche Ablauf und keinerlei konstruktive Wirkung oder Inhalte führen zur Demobilisierung. Dazu kommt, dass erkennbar inzwischen fast ausschließlich Hooligans und Nazis laufen.“

    Die aus Dresden stammende Protestbewegung hatte sich früh mit den rechten Gewalttätern verbrüdert. In Leipzig machten diese wiederholt Jagd auf Journalisten und – wie am Montag – auf politische Gegner. Auch in der Landeshauptstadt sinken die Teilnehmerzahlen.

    Dass Pegida einerseits gegen die gewählten Parteien und Politiker demonstrierte, sich andererseits aber auf Gespräche mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) oder Mitgliedern der sächsischen AfD-Fraktion einließ, war einigen Mitläufern offenbar zuviel des Guten. Die Ankündigung, sich mit einem eigenen Kandidaten bei der Dresdner OB-Wahl im Juni um ein öffentliches (und gut dotiertes) Amt zu bewerben, setzte der ideologischen Widersprüchlichkeit vollends die Krone auf.

    Am gestrigen Montag nahmen in Dresden am Pegida-Protest nach Polizeiangaben 2.800 Menschen teil. Vor zwei Wochen zählten die Ordnungshüter noch 7.800 Teilnehmer. Vergangene Woche nahmen 5.500 Islamgegner teil. Zu Spitzenzeiten sollen sich laut Ordnungshütern bis zu 25.000 Menschen an den rassistischen Protestzügen beteiligt haben. Frontmann Lutz Bachmann versucht das Ende seiner Bewegung mittlerweile künstlich hinauszuzögern. Am 13. April soll der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders für einen zusätzlichen Mobilisierungsschub sorgen. Außerdem können interessierte Teilnehmer dem im Dezember gegründeten Verein „Pegida e.V.“ beitreten.

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