Leipziger Piratin beantragt Halbierung der Zuwendung für den „Kirchentag auf dem Weg“ 2017

Eine Million für den Katholikentag, eine Million für den evangelischen Kirchentag? Mit solchen Summen zeigt sich Leipzig auf eine Weise spendabel, die der enge Stadthaushalt eigentlich nicht her gibt. Erst im November hatte das Kulturdezernat für den 2017 geplanten "Kirchentag auf dem Weg" eine Zuwendung von 950.000 Euro beantragt. Das ist zu viel, findet Ute Elisabeth Gabelmann.
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Andere ostdeutsche Städte, die ebenfalls mit ihrem Geld knausern müssen, unterstützen solche Veranstaltungen zwar auch – aber nicht mit dieser Spendierhosengröße.

„Für den in Leipzig stattfindenden Katholikentag wurde die Summe von 1.000.000 Euro aufgewendet. Da der Evangelische Kirchentag nicht in Leipzig stattfindet, muss dies auch im Vergleich durch die Höhe der Fördersumme deutlich gemacht werden“, findet die Stadträtin der Piraten.

Was so nicht ganz zutrifft. Deswegen sprechen die beteiligten drei Landeskirchen ja auch von „Kirchentagen auf dem Weg“. Insgesamt sind es sechs Stück, die 2017 in acht mitteldeutschen Städten stattfinden, darunter auch Leipzig. Der Leipziger Kirchentag soll unter dem Motto „Leipziger Stadtklang: Musik. Disput. Leben.“ stehen. Da haben Ämter und Kirchen schon eifrig drauflosgeplant, ohne erst mal beim Fußvolk anzufragen.

Und das Leipziger Kulturdezernat ist sich sicher: „Der wichtigste Kirchentag auf dem Weg soll in Leipzig stattfinden. Hier wird derzeit mit mindestens 30.000 Dauerteilnehmenden gerechnet, dazu sollen an drei Tagen mehr als 20.000 Tagesgäste kommen. Darüber hinaus werden viele Tausend Interessierte aus der Stadt und aus dem Umland erwartet, die Interesse an den frei zugänglichen Veranstaltungen haben, ohne sich am Sonntag auf den Weg nach Wittenberg machen zu wollen.“

Dabei gibt es die beiden Schwerpunkte „Musik- und Bachstadt“ und „Leipziger Disputation“. Immerhin soll  es ja so eine Art Abschluss der Lutherdekade sein, auch wenn die „Leipziger Disputation“ erst 2019 ihr 500jähriges feiert. Die Vorlage enthält dann noch eine Menge Zahlen zu erwarteten Umsätzen pro Besucher und zusätzlichem Steueraufkommen.  Auch für einen Wiederkommeffekt wirbt das Dezernat.

Aber das ist – aus Sicht von Ute Elisabeth Gabelmann – alles kein Grund, jetzt den dicken Maxe zu spielen und mit den Millionen um sich zu werfen.

„Die weiteren Kirchentagsstädte wie Magdeburg, Erfurt oder Jena planen Förderbeträge zwischen 100.000 und 300.000 Euro. Da Leipzig eine bevölkerungsmäßig größere Stadt ist, mag ein Betrag von 500.000 Euro angemessen sein“, findet sie und beantragt die Änderung des Beschlusspunktes 1,wo bislang 950.000 Euro als Zuwendung versprochen sind, abzuändern in: „Zur Vorbereitung und Durchführung des ‚Kirchentages auf dem Weg‘ von 25. bis 28. Mai 2017 stellt die Stadt Leipzig dem ‚Reformationsjubiläum 2017 e.V.‘ eine Zuwendung i.H.V. 500.000 Euro als Festbetragsfinanzierung im Vorgriff auf die Beschlussfassung des Haushaltes 2017 zur Verfügung. Die Mittel werden mit der Haushaltsplanung für das Jahr 2017 im PSP-Element „Dezernat IV“ (1.100.11.1.1.02.24) veranschlagt.“

Die Vorlage des Kulturdezernates.

KirchentagReformationLutherdekade
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