Was hat denn der Polizeipräsident im Kuratorium zu suchen?

Vier Ratsfraktionen setzen ein klares Zeichen gegen die Eventisierung des Leipziger Lichtfestes

Für alle LeserEs kommt selten vor, dass sich im Leipziger Stadtrat gleich vier Fraktionen zusammentun, um einen Änderungsantrag einzubringen. Da die vier schon die Mehrheit sind im Stadtrat, ist er quasi schon beschlossen, auch wenn die Vorlage des Kulturdezernats „Veranstaltungen zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution 9. Oktober 2019“ erst nach der Sommerpause zum Beschluss ansteht. Aber der öffentlich ausgetragene Streit im Frühjahr hat gezeigt, dass man nicht einfach immer so weitermachen kann. Und so schon gar nicht.

Denn der Änderungsantrag, den die Grünen, die CDU, die SPD und die Freibeuter am Freitag, 6. Juli, gemeinsam einbrachten, richtet sich vor allem gegen zwei Punkte in der Verwaltungsvorlage, die explizit zeigen, warum das Lichtfest derartig in die Kritik geraten ist, die Initiativgruppe „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober“ zerstritten ist und die Ratsfraktionen zu Recht befürchten, dass Leipzigs wichtigster Feiertag Akzeptanz und Zuspruch verliert und sich in inhaltloser Beliebigkeit auflöst.

Denn das, was viele Besucher schon ab 2016 kritisierten, überzeugt längst auch Katharina Krefft (Grüne), Frank Tornau (CDU), Axel Dyck (SPD) und René Hobusch (Freibeuter, FDP), dass der Stadtrat handeln und mehr Verantwortung übernehmen muss.

Einig ist man sich in der Einschätzung, dass insbesondere das Lichtfest in den letzten Jahren eine unheimliche Richtung eingeschlagen hat. Es fallen beim gemeinsamen Pressegespräch Stichworte wie Eventisierung, touristische Fixierung und „verkommerzialisiert“.

Es ist nicht mehr unser Fest, hätten alle vier sagen können. Sagten sie aber nicht, denn dazu ist ihnen das Lichtfest zu wichtig. 2019 wird es zehn Jahre alt. Und eigentlich hat es sich seitdem in den Herzen der Leipziger verankert. Besonders lieben sie es, wenn das Fest mit einem Umzug um den Innenstadtring verbunden ist – so wie 2009 und 2014. Da ist die Erinnerung an den Herbst 1989 am stärksten und am schönsten. Das könnte eigentlich jedes Jahr so sein, findet Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Es ist wirklich Zeit, darüber nachzudenken.

Und auch über die Tatsache, dass der 9. Oktober ein vom Freistaat Sachsen unterstützter Feiertag ist in Leipzig. Wovon man wenig merkt. Man stand die letzten Jahre eher etwas befremdet auf dem Augustusplatz und ließ sich von berühmten Fernsehnasen, die mit dem Herbst 1989 nun wirklich nichts zu tun hatten, erklären, wie man die Erinnerung an die Friedliche Revolution aufzufassen habe.

Was auch René Hobusch, dem Fraktionsvorsitzenden der Freibeuter, gegen den Strich geht. Er empfindet das als einen Versuch „eine Deutungshoheit zu beginnen“, die überhaupt noch nicht dran ist. Künftige Historiker, da ist er sich sicher, werden dem 9. Oktober 1989 schon eine wichtige Rolle zuweisen – nämlich als Tag des Endes der alten Bipolarität der Systeme. „Heute bekommen wir ja eine neue, andere Bipolarität“, sagt er noch. Dieser Herbst 1989 ist also überhaupt nicht so vergangen und abgehakt, wie mancher meint. Und eine Ikone fürs Heiligenkabinett ist es auch nicht. Darf es nicht sein. Da sind sich alle vier Fraktionen einig.

Aber wie schreibt man so etwas in einen Antrag, mit dem die Verwaltung jetzt gern schon den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution im Jahr 2019 vorbereitet hätte?

Man ändert die beiden Punkte, an denen einem die Schnapsideen der Verwaltung so richtig ins Auge springen. Denn diese beiden Punkte zeigen eigentlich, warum die Sache schiefzugehen droht und warum es den Streit in der Initiativgruppe tatsächlich gibt. Ungelöst bis heute.

Wer sich nicht mit den Ursachen für den Streit beschäftigt, der merkt auch nicht, dass es diese Punkte sind, an denen es knirscht.

Der eine ist Beschlusspunkt Nr. 2: „Die inhaltliche Verantwortung für die thematischen Schwerpunkte des Lichtfestes sowie der begleitenden Programme obliegt der Initiativgruppe ‚Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989‘.“

Wie kann man einer Initiativgruppe die inhaltliche Verantwortung überlassen, wenn sie sichtlich so tief zerstritten ist?

Und sie ist tiefer zerstritten, als es die öffentliche Kritik Uwe Schwabes, der die Gruppe mit Krach verlassen hat, deutlich gemacht hat. Nur halten sich all jene, die für die „zunehmende Kommerzialisierung des Lichtfestes“ (René Hobusch) verantwortlich sind, ganz stille zurück. Sie lassen sich auf öffentliche Debatten über die Inhalte des Lichtfestes nicht ein. Für sie ist das entweder nur Marketing oder Geschäft. Oder beides. Mit Inhalt haben sie nichts zu tun.

Und genau das ist es ja, was dieses Ereignis auf dem Augustusplatz zu herzlos und unlebendig gemacht hat. Etwas, was Katharina Krefft zutiefst empfunden hat: Ihr ist die Lebendigkeit dieser ganz eigenen Leipziger Erinnerung wichtig. Und die muss zurückgewonnen werden.

Aber wie ändert man dann diesen Punkt Nr. 2?

So soll er jetzt lauten: „Die inhaltliche Verantwortung für die thematischen Schwerpunkte des Lichtfestes sowie der begleitenden Programme obliegt dem ‚Kuratorium Friedliche Revolution 1989‘. Die organisatorische Verantwortung trägt die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH.“

Das ist das, was Axel Dyck meint, wenn er sagt: „Wir als Stadträte müssen wieder Verantwortung übernehmen.“ Nämlich für die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Lichtfestes. Das kann man nicht Vermarktern und Touristikern überlassen.

Die Gründung eines solchen Kuratoriums hatte die Verwaltung selbst vorgeschlagen. Aber nicht mit dieser Schwerpunktsetzung und auch nicht in dieser Zusammensetzung. Und darüber hat sich SPD-Stadtrat Axel Dyck erst so richtig geärgert: „Was hat denn der Polizeipräsident in so einem Gremium zu suchen? Und was, bitteschön, sollen da ausgerechnet die Vertreter der Sponsoren? Das finde ich einfach skurril.“

Der dritte Beschlusspunkt lautet tatsächlich so: „Es wird ein Kuratorium ‚Lichtfest‘ unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters berufen. Das Kuratorium berät die Initiative 89 und die LTM GmbH bei der Programmgestaltung. Das Kuratorium tagt mindestens zweimal (November 2018, II. Quartal 2019).

Dem Kuratorium sollten neben dem Oberbürgermeister angehören:
– die Beigeordnete für Kultur
– der Beigeordnete für Umwelt, Ordnung und Sport,
– je eine Vertreterin/ein Vertreter der Fraktionen im Leipziger Stadtrat
– der Polizeipräsident der Stadt Leipzig
– drei Vertreterinnen/Vertreter aus dem Bereich der Unterstützer/Sponsoren des Lichtfestes 2019.“

Das wäre der beste Weg, das Lichtfest genau zu dem Tourismus-Event zu machen, dem die Leipziger in den letzten beiden Jahren immer öfter den Rücken gekehrt haben.

Das Lichtfest (2015). Eher ein Erinnerungsfest, bei dem man den Kindern von 89 erzählt. Foto: L-IZ.de

Das Lichtfest (2015). Eher ein Erinnerungsfest, bei dem man den Kindern von 89 erzählt. Foto: L-IZ.de

Dass alle Fraktionen Vertreter in das Kuratorium entsenden, ist für die vier Stadträte selbstverständlich. Nur so wird das Gremium demokratischer und bekommt auch demokratisch legitimierten Streit. Deswegen haben dort Polizeipräsidenten und Sponsoren nichts zu suchen. Auch wenn Katharina Krefft noch nicht wirklich sagen kann, wie das Kuratorium am Ende wirklich besetzt wird.

Der Beschlusspunkt wird erst einmal nur eingedampft: „Es wird ein ‚Kuratorium Friedliche Revolution 1989‘ als Beirat gemäß § 47 SächsGemO berufen.“

Der Paragraph 47 definiert so einen Beirat zuallererst als Beirat für das Kommunalparlament, nicht für den Oberbürgermeister, wie es die Verwaltungsvorlage wollte. Vielleicht ist das Burkhard Jungs allergrößter Fehler: Dass er überall immer die erste Geige spielen will. Auch da, wo er gar nicht gebraucht wird.

In so einem Beirat sind zwar die Vertreter des Stadtrates vertreten – aber sie holen sich die beratende Kompetenz nicht unbedingt aus einer bürokratischen Verwaltung, sondern mit „sachkundigen Einwohnern“, wie es in der Gemeindeordnung heißt.

Und das sollen, so stellen es sich Hobusch, Tornau, Dyck und Krefft vor, vor allem Akteure sein, die sich eng mit dem Herbst 1989 verbinden. Das könnte auch wieder Uwe Schwabe sein, genauso wie andere Akteure aus dem Herbst 1989.

Wobei Dyck daran erinnert, dass die Friedliche Revolution ja bald 30 Jahre her ist. Die jüngeren Generationen seien ganz zwangsläufig auch einzubeziehen, wenn der 9. Oktober seinen Platz im Herzen der Leipziger behalten soll. Aber über die genaue Zusammensetzung des Kuratoriums muss der Stadtrat dann extra befinden.

Aber die gemeinsame Vorlage zeigt, wie wenig die vier Fraktion mit der Weiter-so-Mentalität des Oberbürgermeisters noch einverstanden sind.

Das wird auch in der Erläuterung deutlich: „Die von der Stadt jetzt vorgelegten Planungen zu den zentralen Veranstaltungen am 9. Oktober 2019 mit Staatsempfang, dem Friedensgebet und der ‚Rede zur Demokratie‘ in der Nikolaikirche, sowie das Lichtfest um den Innenstadtring zeigen, dass es keine selbstkritische Neureflexion des Themas, sondern lediglich ein ‚weiter so‘ geben soll. – Die derzeitigen Organisationsstrukturen, die sehr stark auf die Betonung des touristischen Mehrwertes ausgerichtet sind, tragen diesem Anliegen nicht mehr ausreichend Rechnung. – Auch die wahrnehmbaren Spannungen der zivilgesellschaftlichen Akteure in diesem Bereich können das Grundanliegen derzeit nicht mehr ausreichend umsetzen helfen.“

Logischer Schritt: Die demokratisch legitimierten Stadträte übernehmen die Verantwortung für die inhaltliche Schwerpunktsetzung. „Aus diesem Grund bedarf es einer engen Anbindung und der Steuerung durch den Stadtrat und die Verwaltungsspitze, was durch einen Beirat nach Sächsischer Gemeindeordnung am besten umzusetzen ist.“

Axel Dyck hofft zwar auf ein geglücktes Lichtfest 2018. Aber bis dahin wird das neu zu gründende Kuratorium noch nicht einmal getagt haben, geschweige denn inhaltliche Vorgaben gemacht haben. Aber eines geht jetzt auch als Botschaft an all die, die für „die Eventisierung des Lichtfestes“ (so auch Katharina Krefft) die Hauptverantwortung tragen. „So geht das einfach nicht mehr“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Tornau.

Die Initiativgruppe fürs Lichtfest muss kleiner werden, damit sie wieder Profil bekommt

 

LichtfestHerbst '89
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Auch von „Im Zauberwald, Teil 2“ hat Andreas Rietschel wieder 800 Exemplare verschenkt
Andreas Rietschel. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserWährend draußen, in den enthemmten Netzwerken, die Trolle und Zombies Hass, Wut und Beleidigungen verbreiten, hat sich der Leipziger Andreas Rietschel schon vor Jahren geschworen, dass er alles tun wird, um Liebe und Zuversicht in der Welt zu verbreiten. Mit Märchen zum Beispiel, die er mit Märchenerzählerstimme einspricht und dann auf CD pressen lässt. Und etliche dieser CDs hat er auch zum jüngsten Weihnachtsfest wieder an Leipziger Kinder und soziale Einrichtungen verschenkt.
Die Woche: Klassenerhalt für ATV-Hockeyfrauen, EM-Halbfinale für Handballer futsch
Die ATV-Frauen feiern ihren Klassenerhalt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserRiesiger Jubel beim ATV Leipzig. Die Frauen sicherten sich am Samstag mit einem Last-Minute-Tor den Verbleib in der Hallenhockey-Bundesliga. Durchwachsen lief es für die DHB-Handballer, die in dieser Woche gleich drei EM-Spiele zu absolvieren hatten. Für Rasenballsport hat die Fußball-Bundesliga wieder begonnen, während die Regionalligisten Lok und Chemie jeweils noch zwei Testspiele absolvierten.
Tiny Houses sind ganz bestimmt keine Lösung für die Probleme der Wohnungslosen in Leipzig
Wohnadresse: Parkhäuschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einiger Zeit machen ja Medienberichte zu Tiny Houses in Leipzig Schlagzeilen. Und die Reporter werden nicht müde zu erklären, wie toll die Idee ist, um auch Obdachlosen ein billiges Heim anbieten zu können. Wäre da nicht die grundlegende Frage: Wo stellt man diese Mini-Häuser eigentlich hin? Und wer bezahlt die ganzen Anschlusskosten? Das Leipziger Sozialdezernat hat noch ganz andere Probleme mit diesem Versuch, das Wohnungsproblem ausgerechnet mit Tiny Houses lösen zu wollen.
Grüne übernehmen Kritik des Stadtbezirksbeirates: Die Grünfläche vorm Seniorenheim gehört in städtischen Besitz
Der Neubau des Pflegeheims mit der von Containern besetzten Grünfläche davor. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie weiter mit jener 500 Quadratmeter großen Grünfläche gegenüber dem Leutzscher Rathaus, die die Stadt unbedingt an den Eigentümer des dort entstehenden neuen Seniorenheims verkaufen will? Die Grünen-Fraktion im Stadtrat macht sich jetzt die Position des Stadtbezirksbeirats Altwest zu eigen: Die Fläche muss in städtischer Hand bleiben.
Leipzigs Verkehrsplaner sollen noch 2020 eine Lösung für die Radverbindung Lindenau-City vorlegen
SPD-Vorschlag aus dem Frühjahr 2019: eine Radbrücke parallel zur Jahnallee. Foto: Henrik Fischer, Orf3us Wikimedia

Foto: Henrik Fischer, Orf3us Wikimedia

Für alle LeserSeit September diskutieren Ausschüsse und Stadtbezirksbeiräte über einen Antrag der SPD-Fraktion zu einer besseren Radwegeverbindung zwischen Alt-West /Lindenau und der Innenstadt. Darin hatte die Fraktion eine Idee aus dem März aufgegriffen, als die SPD-Kandidat/-innen zur Stadtratswahl sich auch einmal ein paar ausgefallene Ideen zur Lösung des Radwegeproblems in der Jahnallee ausgedacht haben.
Sportforschung: Mit Hightech Bewegungen analysieren und die Rolle des Gehirns beim Sport untersuchen
Im neuen Labor des Instituts für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft werden Bewegungen mit Hightech analysiert. Foto: Annika Schindelarz/ Universität Leipzig

Foto: Annika Schindelarz/ Universität Leipzig

Für alle LeserSelbst Freizeitsportler wissen, dass das Entscheidende am Sport gar nicht Muskeln und Lungenkapazität sind, sondern die Gedanken, die man sich macht. Meist schon, bevor man sich überhaupt erst in Bewegung setzt. Motivation geht durch den Kopf, genauso, wie das Abrufen hoher Leistungen und das gezielte Training auf einen Leistungssprung mit mentaler Fitness zu tun haben. Wer im Kopf bereit ist, Höchstleistungen zu bringen, der hat auch Erfolg. Aber so ganz erforscht ist das noch nicht.
Studierende der Kunstgeschichte zeigen in der Alten Nikolaischule, was aus Leipzigs Stadtbild alles verschwunden ist
Alte Nikolaischule am Nikolaikirchhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFast hätte auch die Alte Nikolaischule zu den Gebäuden gehört, die ab dem 4. Februar in der Ausstellung „Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung“ in der Alten Nikolaischule gezeigt werden. Die Ausstellung macht den Besuchern bewusst, wie radikal sich die Stadt in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. Und damit verschwanden auch jede Menge einst stadtbildprägender Gebäude.
Auch zur Oberbürgermeisterwahl meldet das Amt für Statistik und Wahlen eine hohe Beteiligung bei der Briefwahl
Stand der Briefwahlbeteiligung zur OBM-Wahl 2020. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs klang so, als wären Leipzigs Statistiker überrascht gewesen, als sie am Freitag, 17. Januar, meldeten: Seit dem 6. Januar hat die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus geöffnet und bietet die Möglichkeit, Briefwahl direkt vor Ort durchzuführen. Knapp zwei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl lässt sich bereits ein hohes Briefwahlaufkommen feststellen. Der Trend, dass immer mehr Wählerinnen und Wähler per Briefwahl wählen, setzt sich somit auch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl fort. Und das hat nicht unbedingt mit der Spannung zur OBM-Wahl zu tun.
Wolfram Günther lädt eine Delegation der Bauern schon mal ins Umweltministerium ein
Nicht allen sächsischen Kühen geht es so gut und sie kommen - wie diese hier - auch mal ins Grüne. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAm Freitag, 17. Februar, brachen auch sächsische Bauern mit ihren Traktoren zur Sternfahrt nach Berlin auf. Um sie zu verabschieden, hatte der sächsische Staatsministers für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zwar keinen Termin mehr frei. Aber sein Grußwort verlas dafür Dr. Gerd Lippold, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Und das hat es in sich. Denn im Umgang der Staatsregierung mit den Bauern wird sich jetzt etwas ändern.
Umweltschutz ist nicht mit allen Leipziger OBM-Kandidat/-innen zu haben + Video
Wahlpodium des BUND Leipzig im Zeitgeschichtlichen Forum. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserAm Donnerstag, 17. Januar, fand das Wahlpodium des BUND Leipzig mit den OBM-Kandidat/-innen im Zeitgenössischen Forum statt. Parallel veröffentlichte der BUND jetzt seine Wahlprüfsteine zur OBM-Wahl am 2. Februar. Die Wahlprüfsteine fragen die Positionen der Kandidat/-innen zu den Themen Stadtgrün, Mobilität, Gewässertourismus, Müllvermeidung, Klimaschutz und Flugverkehr ab.
Grüne: Leipzigs Wärmewende macht Weiterbetrieb von Lippendorf wohl schon 2023 obsolet
Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf bei Böhlen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserRecht seltsam fand die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat die Meldung, dass der nun zwischen Bund und Kohleländern vereinbarte Ausstiegspfad einen Betrieb des Kohlekraftwerks Lippendorf im Leipziger Südraum bis 2035 vorsieht. „Die Ankündigung, das Braunkohlekraftwerk am Rande Leipzigs bis 2035 am Netz zu lassen, vermittelt den Eindruck, als würden die Lippendorfer Schlote manchem die Sinne vernebeln“, erklärt die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Krefft.
Wenn die Vorurteile einer Zeitung gleich mal zu Suggestivfragen für ahnungslose Senioren werden
Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEs gibt längst genug kritische Artikel über Umfragen und ihre zuweilen manipulativen Wirkungen auf die Öffentlichkeit. Es gibt auch Kritik an den viel zu vielen Wahlumfragen, die oft gerade erst die Stimmung schaffen, die dann über Wählerpräferenzen entscheidet. Aber was die LVZ am Mittwoch, 15. Januar unter der Überschrift „Umfrage: Die meisten Leipziger haben Connewitz-Krawalle satt“ veröffentlichte, hat mit einer seriösen Umfrage nichts mehr zu tun.
Der vierte und letzte Band der großen Leipziger Stadtgeschichte zum Jubiläum der Ersterwähnung
Ulrich von Hehl (Hrsg.): Geschichte der Stadt Leipzig. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das 20. Jahrhundert tatsächlich DAS Zeitalter der Extreme war, als das es der britische Historiker Eric Hobsbawm in seinem 1994 erschienenen Buch „Age of Extremes. The short twentieth century 1914–1991“ bezeichnete, werden noch Generationen von Historikern diskutieren. Ulrich von Hehl jedenfalls, der die Einleitung in den nun vierten Band der Leipziger Stadtgeschichte schrieb, fand den Begriff sehr praktikabel. Auch für die Leipziger Geschichte. Und für diesen vierten Band.
Der Tag: Burkhard Jung liegt in einer Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl klar vorn
Burkhard Jung (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserOberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) darf sich freuen: Laut einer repräsentativen LVZ-Umfrage würde er aktuell 34 Prozent der Stimmen erhalten. Sein härtester Konkurrent Sebastian Gemkow (CDU) käme nur auf 20 Prozent. Nicht freuen durfte sich AfD-Kandidat Christoph Neumann. Er hatte Alexander Gauland zum Wahlkampf eingeladen, doch der stand im Stau. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 17. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Heiko & Roman Lochmann – „Willkommen Realität“
© Philipp Gladsome

© Philipp Gladsome

Als die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochmann mit zwölf Jahren begannen, als »Die Lochis« im Kinderzimmer Videos zu drehen und diese auf YouTube hochzuladen, hätten sie sich niemals träumen lassen, dass sie einmal zu den erfolgreichsten deutschen Social-Media-Stars zählen würden. Die riesige Fan-Gemeinde der sympathischen Entertainer und Musiker geht inzwischen in die Millionen. Mit zwanzig Jahren haben sie sich nun entschieden, das Kapitel »Die Lochis« zu schließen, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln.