Leipzigs Baudezernat hält eine Wohnungstauschplattform zumindest theoretisch für möglich

Für alle LeserAuch das war so ein Thema bei der Townhall-Veranstaltung am 23. Februar in der Peterskirche. Dort stand das Thema der Wohnungsknappheit in Leipzig auf der Themenliste und die unabhängigen Wohnungsmarktakteure warfen als Idee in den Raum, Leipzig könne ja wieder – wie einst in DDR-Zeiten – den Wohnungstausch unter all jenen in Gang bringen, die einfach nur eine Wohnung in anderer Größe suchen. Da fiel auch schon mal das Wort „Mangelverwaltung“. Aber: Der Mangel ist für viele Leipziger längst spürbar.

Die Frage kam nicht ganz ohne Grund auf den Tisch. Denn gerade Initiativen wie „Stadt für alle“ beschäftigen sich auch mit der Frage, wie man innerhalb des existierenden Leipziger Wohnungsbestandes so agieren kann, dass all jene, die nichts Passendes mehr auf dem freien Wohnungsmarkt finden können, nicht rausziehen müssen aus der Stadt. Denn oft suchen ja junge Familien größere, aber auch bezahlbare Wohnungen. Und Senioren und Alleinstehende, die in für sie zu großen Wohnungen leben, suchen oft bezahlbare kleinere Wohnungen.

Warum sollte man diese Mietparteien nicht über eine große Tauschplattform zusammenbringen, fragten sich die Grünen.

In ihrem Stadtratsantrag aus dem Januar formulierten sie: „Bundesweit ist zu beobachten, dass die Umzugsaktivität in angespannten Wohnungsmärkten angesichts steigender Angebotsmieten abnimmt. Davon betroffen sind insbesondere Alleinlebende und ältere Menschen in verhältnismäßig großen Wohnungen, die kein entsprechendes günstigeres Angebot für kleinere Wohnungen finden. Zugleich ist der verfügbare Wohnraum für größere Familien mit Kindern anhaltend knapp.

Der Tausch von Wohnungen unterschiedlicher Größe zu günstigen Konditionen bietet ein erhebliches Potential, um auf diese Problematik zu reagieren. Auf diese Weise können Mieter, deren Wohnung zu klein ist, schnell eine größere Wohnung erhalten, während im Gegenzug ältere Menschen in eine kleinere Wohnung ziehen und Miete sparen können.“

Bis zum Herbst, so meinten die Grünen, könnte die Stadt ja einen Prüfbericht hinbekommen, ob und wie so eine Tauschplattform mit den Wohnungsmarktakteuren hinzubekommen wäre.

„Begleitend sollen im Rahmen des Monitorings zur Wohnungsmarktentwicklung bestehende Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Wohnraumfläche und Haushaltsgröße sowie umzugshemmende Faktoren untersucht werden“, beantragten sie noch.

Und die Idee fand beim Dezernat Stadtentwicklung und Bau durchaus Zustimmung. Dort traut man sich sogar zu, bis zum 2. Quartal (also noch vor dem Sommer) einen Prüfbericht hinzubekommen.

Man stimmt der Grünen-Fraktion in der Einschätzung durchaus zu: „Die Etablierung einer Wohnungstauschplattform kann ein möglicher Lösungsansatz für die oben genannte Problematik sein. Nichtdestotrotz sind die praktische Umsetzbarkeit, notwendige Rahmenbedingungen und das Verhältnis von Aufwand und Nutzen im Vorfeld zu prüfen.

Bevor die Stadtverwaltung, wie im Antrag VII-A-00680 gefordert, eine solche Plattform initiiert, soll der Ansatz deshalb gemeinsam mit den Leipziger Wohnungsmarktakteuren diskutiert und die entsprechenden Rahmenbedingungen analysiert werden. Erst nach positiver Prüfung kann ein Umsetzungskonzept mit den entsprechenden Umsetzungskonditionen vorgelegt werden.“

Aber warum sieht das Dezernat gleich wieder so viele Probleme, die die Umsetzung behindern?

„Weshalb die Verwaltung derzeit von einer direkten Initiierung absieht und die detaillierte Prüfung (Untersuchung von Praxisbeispielen und des Aufwandes sowie des Nutzens) sowie gemeinsame Gespräche mit der Wohnungswirtschaft voransetzt“, erklärt das Baudezernat. Und führt dann die Punkte an, die erst einmal geklärt werden müssen.

– Eine Initiierung einer Wohnungstauschplattform durch die Verwaltung ist nur zielführend, wenn sich die eigentlichen Betroffenen – d. h. die Wohnungswirtschaft und die Mieter/-innen – für ein solches Instrument interessieren und von vornherein in die Entwicklung der Rahmenbedingungen eingebunden sind.

– Bestehende Beispiele für städtisch initiierte Wohnungstauschplattformen beziehen sich aktuell lediglich auf die kommunalen Wohnungsunternehmen (SAGA in Hamburg, GeWoBau in Erlangen i.V. mit kommunalen Sozialwohnungen, Jenawohnen GmbH in Jena – bislang nur Beschluss, Plattform inberlinwohnen der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften). Trägerübergreifende Modelle, die bspw. die Private und Genossenschaften einbinden, sind bislang nicht bekannt. Vor diesem Hintergrund sollen zuallererst Gespräche mit der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft mbH (LWB) geführt werden, um im Vorfeld die kommunale Gesellschaft als potentiellen Träger einzubeziehen.

– Die bereits praktizierten Beispiele von Wohnungstauschplattformen sind sich über den guten theoretischen Ansatz des Instrumentes einig, verweisen jedoch gleichzeitig auf Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung.

Wenn es Leipzig also gelingt, tatsächlich eine funktionierende Tauschplattform auf die Beine zu stellen, wäre das augenscheinlich ein Novum.

Fast noch erstaunlicher ist, dass der Grünen-Antrag eine Bresche in die felsenfeste Überzeugung der Verwaltung geschlagen hat, sie wüsste tatsächlich über den Leipziger Wohnungsmarkt Bescheid.

Weiß sie aber nicht. Genauso wenig wie all die Unternehmen, die regelmäßig diverse Monitorings zum Leipziger Wohnungsmarkt veröffentlichen.

Denn die zeigen nun einmal nicht, ob auch alle Leipziger in Wohnungen leben, die ihrem Bedarf und ihrem Geldbeutel angemessen sind. Auch wenn Leipzig von der eklatanten Wohnungsmisere der DDR-Zeit weit weg ist, bedeutet das eben trotzdem, dass durchaus ein Potenzial von Mietern existiert, die wahrscheinlich gern mit anderen tauschen würden, wenn sie Tauschwillige im richtigen Wohnungssegment finden würden.

Und um diese Dimension zu erfassen, braucht es nun einmal auch eine bessere Erfassung in der jährlichen Bürgerumfrage, so das Baudezernat: „Im Rahmen des Monitorings zur Wohnungsmarktentwicklung können anhand der aktuell vorliegenden Daten der kommunalen Bürgerumfragen Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Wohnfläche und Haushaltsgröße sowie umzugshemmende Faktoren untersucht werden.

Dabei kann insbesondere für jene Personen, die vorhaben oder gezwungen sind, in den nächsten 2 Jahren umzuziehen, ein Abgleich zwischen aktueller Wohnsituation und den Anforderungen an die neue Wohnung vorgenommen werden. Zur Erhebung weiterer Aspekte können Fragen in die nächste Kommunale Bürgerumfrage eingebracht werden.“

Hauptgrund für den Dämpfer im Leipziger Bevölkerungswachstum 2018 ist ziemlich sicher der Wohnungsmarkt

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