25 Jahre nach dem Europapokalfinale von Athen hat der 1. FC Lok einen weiteren Schritt Richtung Regionalliga gemacht. Vor 6.534 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion gewannen die Blaugelben mit 2:1 gegen Dynamo Dresden II. Nach frühem Gegentor nahmen die Leipziger den Kampf an und brauchen nun noch einen Punkt am letzten Spieltag gegen Mitkonkurrent Fortuna Chemnitz.

“Lok hat verdient gewonnen, auch wenn im technisch-taktkischen Bereich Fehler passierten, die Mannschaft wollte den Sieg aber mehr als der Gegner.” Lok-Erfolgstrainer Hans-Ulrich Thomale hatte nach siebeneinhalb Jahren mal wieder ein Heimspiel “seiner” Loksche gesehen und das Ergebnis freute ihn sichtlich – erst recht für seinen ehemaligen Schützling Willi Kronhardt. “Willi war ein toller Spieler, der immer mit ganz viel Herz und Leidenschaft spielte”, so der mittlerweile 67-jährige Thomale, der Kronhardt nach dem Spiel in den Katakomben herzte, beglückwünschte und mit ihm auch noch eine ganze Weile tuschelte. Über die Taktik beim “Endspiel” bei Fortuna Chemnitz? “Wir werden auf jeden Fall vorbereitet sein”, versprach Kronhardt während der Pressekonferenz und erklärte auch, warum er für sein Team in Chemnitz bessere Chancen sieht. “Chemnitz hat bisher gegen Gegner gespielt, die nichts gemacht haben. Dort werden wir auf jeden Fall genauso kämpfen wie in Jena und wie gegen Dynamo.” In Chemnitz reicht dem 1. FC Lok ein Unentschieden zur Qualifikation für die 4. Liga. Dieses sollte mit einer Leistung wie gegen Dynamo durchaus drin sein.
Zwar erzielte Dynamo nach fünf Minuten im Anschluss an einen Zusammenprall der Lok-Verteidiger Markus Krug und Felix Bachmann die Führung, aber von der ersten Minute an, war die Mannschaft präsent. Von Stürmer Engler bis Torhüter Gäng hatten alle Spieler eine breite Brust mitgebracht. Von einer Lethargie wie noch im April war gegen die zuletzt fünfmal siegreichen Dresdner nichts zu spüren. Schon zwei Minuten nach dem Rückstand erkämpfte Rico Engler mit einem berherzten Dribbling eine Ecke, die Kevin Kittler per Kopf im Tor versenkte. Doch die Führung brachte zunächst wenig Sicherheit, vor allem bei den Ecken der Dynamos schwamm die Lok-Abwehr, bei der Christopher Gäng mehrmals den Überblick behielt.
Statt der Dresdner Führung fiel allerdings die für Leipzig: Jens Werner lupfte den Ball perfekt in den Lauf von Loks einzigem Stürmer Rico Engler, der Dynamo-Torhüter Axel Mittag glänzend überlupfte. 2:1 nach 19 Minuten. Im Anschluss an die Lok-Führung hatte Dynamo zwar weiter mehr vom Spiel, große Chancen hatten die Gäste allerdings nicht mehr. Stattdessen verpasste es Lok durch Werner, Krug und den erneut frei gespielten Engler, die Führung auszubauen. Engler wurde von Raik Hildebrandt geschickt. Für den Ex-Geraer war es der erste Einsatz unter Trainer Willi Kronhardt, zwischenzeitlich hatte er sogar in der zweiten Mannschaft gekickt. “Raik hat sich über die letzten 14 Tage im Training angeboten, hat extrem trainiert. Deshalb habe ich ihm die Chance gegeben”, erklärte Kronhardt nach dem Spiel.
Mittelfeldspieler Albrecht Brumme vergab schließlich nach 50 Minuten die letzte große Chance des Spiels. Einen abgefälschten Ball konnte der Lehramtsstudent freistehend nicht im Dresdner Tor unterbringen. “Die zweite Halbzeit war dann mehr ein Stillleben”, kommentierte Uli Thomale den zweiten Spielabschnitt in dem das Spiel deutlich an Intensität verlor. Letzter “Höhepunk”: Dynamos Oliver Merkel holte sich nach Meckerns und Foulspiel binnen 60 Sekunden drei Minuten vor Schluss die gelb-rote Karte ab. Die Mannschaft des 1. FC Lok beendete damit die Festwoche des Vereins mit einem Sieg, der ihr alle Chancen auf den Regionalliga-Aufstieg erhält. Sollte der Hallesche Fußballclub am Samstag den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen, dürfte das vierte aufstiegsberechtige Team der Oberliga Nordost-Süd in die Relegation gegen ein Team aus der Oberliga Nordost-Nord antreten. Doch daran denkt man bei Lok nicht.
1.FC Lok Leipzig: Gäng – Werner, Krug, Kittler, Schulze, Bachmann, Brumme (88. Streubel), R. Hildebrand, Seifert (90. Fraunholz), Schulz (62. Th.Hildebrandt), Engler.
Dynamo Dresden II: Mittag – Dießner, Merkel, Süß, Wagner, Worbs, Labisch (46. Berger), Zerna, Wächter, Kunze, Genausch (69. Böhm).

Torfolge: 0:1 Worbs (5.), 1:1 Kittler (7.), 2:1 Engler (19.), Schiedsrichter: Andy Stolz (Pritzwalk), Gelbe Karten: Seifert, Schulze (Lok), Wächter, Genausch (Dresden), Gelb-Rot: Merkel (Dresden/ 88.). Zuschauer: 6.534 im Zentralstadion Leipzig
1. FSV Zwickau 25 Spiele/ 57 Punkte/ +50 Tore
2. VfB Auerbach 25/ 49/ +15
3. Rot-Weiß Erfurt II 25/ 46/ +9
4. Carl Zeiss Jena II 25/ 44/ +8
5. Dynamo Dresden II 25/ 41/ +14
6. 1.FC Lok Leipzig 25/ 39/ +11
7. Fortuna Chemnitz 25/ 37/ +1
8. Chemnitzer FC II 25/ 36/ +8
9. FSV Budissa Bautzen 25/ 35/ +4
(…)

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