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1.FC Lok: Victoria Hamburg kommt zum Hohelied auf die Tradition

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    Am Sonntag wird sich Fußball-Probstheida wieder den Mantel der Tradition umwerfen. Auf dem Gelände des Bruno-Plache-Stadions soll von da an ein Gedenkstein an die erste deutsche Meisterschaft erinnern und mit Victoria Hamburg kommt zudem ein ganz, ganz alter Rivale zur Saisoneröffnung. So ganz nebenbei feiert das Bruno-Plache-Stadion auch noch 90. Geburtstag.

    Bei Sebastian Bona und Holger Böttcher steigt in diesen Tagen die Anspannung. Die beiden Fans des 1. FC Lok stecken seit zwei Jahren all ihre Freizeit in die Exhumierung der frühesten deutschen Meisterschaftsgeschichte. Am Sonntag können sie an das nächste Projekt ein Haken machen.
    1903 war es, als der VfB Leipzig in Hamburg-Altona gegen den DFC Prag die erste deutsche Meisterschaft errang. Seit elf Monaten steht an dem Ort, an dem sich damals eine Eckfahne befand, nun ein Gedenkstein (L-IZ.de berichtete). Finanziert haben ihn Fußballfans in ganz Deutschland, größtenteils aus Probstheida. Diese haben nun noch einmal ihr Geld der „Initiative 1903“, wie sich der Zweibund von Bona und Böttcher nennt, zur Verfügung gestellt, um eine Replik des Steins in Probstheida aufzustellen. Am Sonntag wird er eingeweiht, genau zum 90. Geburtstag des Bruno-Plache-Stadions. Wie schon in Altona wird es ein Monolith aus dem Bruno-Plache-Stadion sein, den die Firma Grabmale Weide aus Leipzig-Probstheida bearbeitet und mit einer Marmorplatte versehen hat. Team-Manager Steffen Kubald freut sich schon: „Ich bin beeindruckt von dem unerschöpflichen Engagement der beiden Jungs. Auch bin ich sicher, dass wir mit diesem Festtag nachhaltig positiv im Gedächtnis der Besucher bleiben.“

    Die Enthüllung bildet aber nur einen Teil der großen Saisoneröffnung, die komplett im Zeichen der Tradition stehen wird. Mit Victoria Hamburg kommt noch ein Testgegner, mit dem der VfB Leipzig einige historische Duelle bestritten hat. Am 22.09.1907 spielte damals der VfB als amtierender deutscher Meister bei der Einweihung des Stadions Hoheluft in Hamburg, gegen den Gastgeber SC Victoria Hamburg. 15 Jahre später, der VfB war mittlerweile in der Hierarchie der deutschen Fußballvereine zurückgefallen, reisten die Hamburger nach Leipzig, um bei der Weihe des VfB-Stadions anzutreten.

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    Damals, am 5. August 1922, bestand das VfB-Stadion aus der neuen Tribüne, die mit 500 Sitzplätzen noch deutlich kleiner als die aktuelle war. Der Vereinsökonom hatte damals noch eine Wohnung in der Tribüne, deren Fertigstellung inflationsbedingt vier Millionen Reichsmark gekostet hat. Davor gab es noch zahlreiche unüberdachte Sitzplätze, der Rest des Stadions war lediglich grüner Wall. Doch unter den Augen zahlreicher Ehrengäste, unter anderem des Leipziger Oberbürgermeisters Dr. Karl Rothe und des späteren DFB-Präsidenten Dr. Peco Bauwens, damals DFB-Ehrenschiedsrichter, und weiteren 11.998 Zuschauern verlor der VfB allerdings mit 2:3. 90 Jahre danach will Probstheida Revanche nehmen und sich einem letzten schweren Test vor der Regionalliga-Saison unterziehen. Passt, denn der SC Victoria Hamburg, einer der ältesten Fußballvereine Deutschlands, ist wie Lok in die Regionalliga aufgestiegen.

    Sebastian Bona, der in Rodgau bei Frankfurt wohnt und eng mit dem Arbeitskreis „Tradition & Fußball“ des Deutschen Fußballbundes zusammenarbeitet, zählt mittlerweile die Tage. „Eine lange Vorbereitung liegt hinter uns, nun ist der große Tag gekommen! Ich würde mich freuen, möglichst viele Besucher, darunter vielleicht auch den einen oder anderen neutralen und neugierigen Fußballfan, begrüßen zu dürfen.“

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