Bischofswerdaer FV vs. RB Leipzig 0:3 – Erkämpfter Arbeitssieg

RB Leipzig steht im Halbfinale des Sachsenpokals. Am Mittwoch besiegte der Regionalligist mit einer B-Elf souverän den Bischofswerdaer FV mit 3:0 (0:0). Die Tore schossen Sebastian Heidinger (74.), Tim Sebastian (84.) und Timo Röttger (86.). 716 Zuschauer, davon rund 100 aus Leipzig, sahen ein über weite Strecken kampfbetontes Spiel. Lag daran, dass die 11 "Schiebocker", so wird die Gemeinde im Volksmund genannt, im Strafraum Beton anrührten.
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Darüber hinaus lag es aber auch am Wechselkarussel Alexander Zornigers. Mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel beim FSV Zwickau (Sonnabend/ 13:30 Uhr) tauschte der RB-Coach sein Team auf zehn Positionen aus. Nur Stürmer Stefan Kutschke durfte 45 Minuten lang kicken, wurde dann vom genesenen Tom Nattermann ersetzt. Für den 19-Jährigen das erste Pflichtspiel mit den Profis.
Die Rasenballer waren von Beginn an bemüht, das Spiel zu kontrollieren, leisteten sich aber unzählige Schnitzer. So stand BFV-Stürmer Danny Burda nach einem Abwehrfehler von Tim Sebastian plötzlich mutterseelenallein vor Erik Domaschke, vertändelte jedoch den Ball. Die Rasenballer wirkten nicht aufeinander abgestimmt. In der Offensive prägten vor allem Einzelaktionen und eine miserable Chancenverwertung das Bild.

Erst nachdem die Rot-Weißen bis dahin unzählige Gelegenheiten liegen ließen und die Gastgeber schon auf Verlängerung hoffen durften, setzte Sebastian Heidinger über links zum Alleingang in den Strafraum an. Kein BFV-Spieler vermag den 26-Jährigen zu stoppen. Sein Schuss ins lange Eck für Keeper Enrico Keller, der sein Team mit zahllosen Paraden lange im Spiel halten konnte, eine Nummer zu groß (74.). Die Bischofswerdaer gaben sich nicht auf, setzten nun alles auf eine Karte. Ein abgefälschter Freistoß von Burda zischte um Zentimeter am RB-Tor vorbei (75.). Nur Momente später brachte Vojtech Kubik einen gefährlichen Kopfball auf’s Gehäuse, doch Domaschke war zur Stelle (76.).
Wer geglaubt hatte, die Leipziger würden das Ergebnis über die Zeit retten wollen, wurde schließlich eines Besseren belehrt. Erst erhöhte Tim Sebastian auf 2:0 (Foulelfmeter/84.), bevor Röttger mit einem Abstauber das Halbfinale endgültig eintütete (86.). Für die traurige Begleitmusik sorgten rechtsradikale BFV-Fans, die nach der doppelten RB-Führung antisemitische Hasstiraden intonierten. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit unnötig schwer getan“, gestand Timo Röttger nach Abpfiff ein. „Der Gegner hat die Räume eng gemacht und gut dagegen gehalten.“

Im Halbfinale könnten den Raseballern der FSV Zwickau, Oberlausitz Neugersdorf oder der Sieger der Partie FC Eilenburg gegen den Chemnitzer FC winken. Die Westsachsen gewannen beim Sechstligisten Gelb-Weiß Görlitz mit 4:1 (2:0). Neugersdorf behielt im Landesligaduell gegen den Döbelner SC mit 2:0 (0:0) die Oberhand. Das vierte Viertelfinale wurde auf Wunsch des Chemnitzer FC (spielt am Freitag 3. Liga) verschoben. Ein Termin steht noch nicht fest.
Bischofswerdaer FV: Keller – Herrmann (81. Krause), Rohmann, Kubik, Bachmann – Schmidt, Küttner, Vogt, Petzold ( 71. Hamel), Dietze – Burda (85. Heine) – Trainer: Matthias Müller.
RB Leipzig: Domaschke – Koronkiewicz, Sebastian, Hoffmann, Kocin (74. Judt) – Röttger, Ernst, Heidinger (86. Schinke) – Karikari – Kutschke (46. Nattermann), Kammlott – Trainer: Alexander Zorniger.

Torfolge: 0:1 Heidinger (71.), 0:2 Sebastian (83., Foulelfmeter), 0:3 Röttger (85.), Schiedsrichter: Stephan Markowitz (Zwickau), Gelbe Karten: Küttner (Bischofswerda), Sebastian (Rasenball), Zuschauer: 716.


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