Interview mit Maria Ludwig und Jennifer Eckert: „Es ist faszinierend, vor vollen Hallen pfeifen zu dürfen“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 74, ab Freitag, 20. Dezember 2019 im HandelFür FreikäuferMaria Ludwig (31) und Jennifer Eckert (26) hat der Handballsport bisher ein Leben lang begleitet. Beide jagten auf der Platte zunächst selbst dem Ball hinterher und wurden schließlich Schiedsrichterinnen. Als Gespann führte sie ihr Weg schnell in die Bundesliga, wo sie 2018 als erstes Frauengespann aus Sachsen ein Spiel der 1. Bundesliga pfeifen durften.

Im selben Jahr wechselten die beiden vom SC Markranstädt zum SC DHfK Leipzig. Der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) gewährten sie im Interview einen Einblick in ihre Karriere als Schiedsrichterinnen.

Jennifer Eckert und Maria Ludwig, wie kommt man eigentlich darauf, Handball-Schiedsrichterin zu werden?

Ludwig: Jeder Verein ist verpflichtet, eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern zu stellen, um Spiele innerhalb des eigenen Spielbetriebes und natürlich im laufenden Spielbetrieb auf Bezirks- und Landesebene abzusichern. Aufgrund dessen kam mein damaliger Heimverein auf mich zu und hat gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte. Ich musste nicht lange überlegen! So habe ich 2004 mit 15 Jahren als Schiedsrichterin begonnen.

Eckert: Bei mir war es ähnlich. Ich habe 2008 ebenfalls mit 15 Jahren begonnen. Da ich in meinem Heimverein jedes Wochenende das Kampfgericht abgesichert hatte, lernte ich einige Schiedsrichter kennen. Irgendwann wollte ich es dann selber einmal ausprobieren.

Und wie wird man dann tatsächlich zum Schiri?

Man wird vom Verein als zukünftiger Schiedsrichter gemeldet. Danach gibt es verschiedene Lehrgangstermine, bei denen das Handball 1×1 geschult wird. An einem dieser Termine ist die Teilnahme Pflicht. Basierend auf diesem Lehrgang muss man einen Regeltest bestehen und auch seine sportliche Leistungsfähigkeit und Fitness nachweisen.

Seit wann pfeifen Sie als Gespann gemeinsam, und wann hatten Sie es als Schiedsrichterinnen dann in die Bundesliga geschafft?

Wir pfeifen seit 2015 gemeinsam. Als eine Art Test, ob es zwischen uns passt, haben wir erst einmal zwei Landesspiele gepfiffen. Unser erstes Spiel in der 3. Liga hatten wir schließlich im September 2015. Zwei Jahre später haben wir 2. Bundesliga gepfiffen und seit 2018 sind wir in der 1. Bundesliga.

Was war das für ein Gefühl, zum ersten Mal ein Spiel der 1. Bundesliga pfeifen dürfen? Welches Spiel war das, und wie lief es für Sie?

Es kam für uns sehr überraschend, dass wir in unserer 1. Saison im DHB gleich diese Ansetzung bekamen. Wir haben uns riesig gefreut und konnten es anfangs gar nicht glauben. Die Vorfreude und Aufregung war groß. Es war das Spiel HC Rödertal gegen Neckarsulmer Sportunion, das am 14. April 2018 in Großröhrsdorf bei Dresden stattfand und das Kellerduell Letzter gegen Vorletzter war – es endete unentschieden. Wir wurden vor Ort von Schiedsrichter-Kollegen und Familie unterstützt. Nach den ersten Spielminuten war die Nervosität verflogen. So lief es gut für uns, und wir waren zufrieden.

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Um ganz hochzukommen, muss man nicht nur konstant gute Leistungen abrufen, sondern auch Glück haben, dass die Leute am Ruder einem das Vertrauen schenken. Ist Letzteres bei Frauen mehr nötig als bei Männern?

Grundvoraussetzung für einen Aufstieg auf Schiedsrichterebene ist es – wie Sie schon gefragt haben –, konstant gute Leistungen abzurufen. Wir versuchen, auf der Platte jede Woche unser Bestes zu geben und das Spiel bestmöglich zu leiten. Daher glauben wir nicht, dass es bei Frauen und Männern große Unterschiede gibt. Jeder muss seine Leistung bringen und basierend auf dieser wird einem Vertrauen geschenkt.

Schiedsrichter in der Handball-Bundesliga zu sein, soll ein zeitintensiver Job sein. Wie sieht die Vor- und Nachbereitung bei einer Ansetzung aus, ergo was beinhaltet eine Ansetzung für Sie?

Sie haben recht, das ist ein zeitintensiver Job. Wir bekommen die Ansetzungen immer monatsweise, aber trotzdem denken wir immer nur von Wochenende zu Wochenende. Vor einem Spiel schauen wir uns die Tabellenkonstellation sowie die geografischen Gegebenheiten an, also ob es sich z. B. um ein Derby handelt.

In der heutigen Zeit haben wir glücklicherweise die Möglichkeit, dass auf unserer Pfeifebene etwa 99 Prozent aller Spiele auf Video vorliegen. Meist schauen wir in Spiele rein, die kurz vorher waren, um taktische Besonderheiten – wie z. B. die Abwehrsysteme – oder herausstechende Spieler zu erkennen. So machen wir es uns auch leichter, wenn wir schon wissen, was eventuell auf uns zukommen kann.

Die Anfahrtszeiten variieren von Wochenende zu Wochenende. Die Entfernungen betragen zwischen 150 und 450 Kilometer für eine Strecke. Zum Teil kann es auch vorkommen, dass wir an beiden Wochenendtagen eingesetzt werden. Meist schauen wir uns die Spiele im Nachgang noch mal an, wenn wir selber gemerkt haben, dass eine Entscheidung nicht gepasst hat oder wir bei ein, zwei Entscheidungen unsicher waren.

Wie viele Spiele leiten sie pro Jahr ligenübergreifend?

Wir kommen auf etwa 35–40 Einsätze im Jahr.

Warum tun sie es dann, statt Zeit mit Familien und Freunden zu verbringen? Was macht die Faszination Handball bzw. Schiedsrichterin aus?

Es ist faszinierend, vor vollen Hallen pfeifen zu dürfen. Und je höher man kommt, umso attraktiver, schneller und technisch besser werden die Spiele. Wenn man einmal in den oberen Bereichen Blut geleckt hat, strebt man automatisch nach mehr. Oft kannte man einige Spieler, Spielerinnen, Trainer oder Funktionäre nur vom Fernsehen, doch jetzt ist man unmittelbarer Bestandteil dieser Handballwelt.

Trotzdem versuchen wir so viel Zeit wie möglich mit unseren Familien und Freunden zu verbringen. Natürlich hätten wir ohne das Schiedsrichterleben mehr Zeit dafür, aber man empfindet es dadurch intensiver und versucht diese freie Zeit auch effektiver zu nutzen. Unsere Familien und Freunde sind ja über die Jahre mitgewachsen. Sie haben dafür Verständnis, akzeptieren das und unterstützen uns. Ansonsten wäre das sowieso alles nicht möglich.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten sind Sie zu zweit. Wie entwickelt man als festes Schiedsrichter-Gespann diesen Team-Gedanken, und was ist Ihnen bei dem anderen in dieser Zusammenarbeit wichtig?

Der Teamgedanke steht schon im Fokus. Wir sind Freunde und treffen uns auch privat. Klar schweißen die gemeinsamen Erfahrungen – negativ wie positiv – sowie die Erfolge und Misserfolge zusammen. Wir fahren immer zusammen zum Spiel, sprechen auch nach dem Spiel offen miteinander. Vor den Spielen und auch danach haben wir unsere Rituale.

Beide wechselten 2018 zum SC DHfK. Foto: Thomas Strieter

Beide wechselten 2018 zum SC DHfK. Foto: Thomas Strieter

Was genau sind das für Rituale?

Maria ist für die Anfahrtsplanung und die Wochenendgestaltung verantwortlich. Vor dem Spiel gibt es immer dieselben Getränke und Süßigkeiten – und jeder hat seine Aufgabe für die technische Besprechung. Vor dem Spiel machen wir in der Kabine unser Aufwärmprogramm mit Stabi-Kissen und Black Roll. Jeder von uns hat seine feste Kampfgericht-Tischseite, wo das Wasser steht und die Jacke hängt. Und wenn es die Zeit zulässt, spielen wir „Mensch ärgere dich nicht“.

Stimmt es, dass Frauen weniger als die Männer verdienen?

Es gibt keinen finanziellen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Gespannen. Jeder verdient in der 1. Bundesliga Frauen/ Männer dasselbe! Es gibt nur Unterschiede zwischen den Ligen, denn man verdient im Männerbereich mehr als bei den Frauen.

Das liegt daran, dass bei Männerspielen, z. B. der physische Druck ein anderer ist, die Hallen voller sind und es bei jedem Spiel eine Fernsehübertragung gibt. Alles ist also sofort und überall einsehbar.

Inwieweit prägt das Pfeifen Ihre Persönlichkeit?

Dadurch, dass wir selber auch als Spielerinnen aktiv waren, sind wir beide stark im Bereich Teamgedanke unterwegs. Weiterhin hilft es uns privat weiter, dass wir uns jede Woche auf die unterschiedlichsten Charaktere einstellen und versuchen müssen, bestmöglich mit diesen zu agieren.

Auch Zeitmanagement spielt eine wichtige Rolle. Die Tatsache, dass wir schnell viele Entscheidungen treffen, hilft ebenfalls ungemein. (lachen)

Sie sprachen davon, selbst Handball gespielt zu haben. Wann und bei welchen Vereinen war das denn?

Ludwig: Ich habe 2000 beim SC Markranstädt mit Handball spielen angefangen. Ab 2007 habe ich dann bei mehreren Vereinen im Leipziger Umland gespielt. 2010 folgte der Wechsel zum SHV Oschatz, was spielerisch meine erfolgreichste Zeit war: Aufstieg in die 3. Liga, zweimal Sachsenpokal-Sieger und Teilnahme am DHB-Pokal-Achtelfinale. Bis 2017 konnte ich noch nicht ganz loslassen vom selber spielen.

Eckert: Ab 1999 habe ich bei Blau-Rot Coswig gespielt. Ich bin dem Verein bis 2016 immer treu geblieben und gehörte dem Landeskader Sachsen-Anhalt an. Der Verein hat mir diese Treue mit der Ehrenmitgliedschaft als Jüngste gedankt.

Paulina Kayßer im Interview „So eine super Trainingsgruppe findet man nicht oft“

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

* Leserclub *Leipziger ZeitungBundesligaSchiedsrichterInterview
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.
These #17: Funktionierender Wettbewerb bedeutet nicht: „Hauptsache billig.“
Kalender-These #17 – April 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit Wettbewerb im sozialen Bereich nicht zu Monopoleismus und unsozialem Handeln führt, braucht es tragfähige Rahmenbedingungen. Geiz ist geil! Leanmanagement, Input – Output, Transformation, Globalisierungsprozesse, Controlling, Marktorientierung, Konkurrenz, Digitalisierung, Gewinn und Rentabilität. Was haben diese Begriffe mit der Sozialen Arbeit zu tun? Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an Soziale Arbeit denken? Etwa an das Primat der Effizienz, an Marktanalysen oder gar an Wettbewerb?
Dienstag, der 31. März 2020: Wer ohne „triftigen Grund“ rausgeht, muss bis zu 150 Euro zahlen
Hinsetzen ist kurz erlaubt, Buchlesen wohl eher nicht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen ist zwar weiterhin nicht klar geregelt, wo genau man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhalten darf, doch dafür steht nun fest, was man zahlen muss, wenn man gegen die neue Rechtsverordnung verstößt. Diese gilt bis zum Ende der übernächsten Woche. Das diesjährige „Courage“-Konzert sollte zwar erst danach stattfinden, wurde aber bereits jetzt verschoben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 31. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vier Corona-Fälle in den eigenen Reihen: Wie ist die Leipziger Polizei derzeit aufgestellt?
Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDie Covid-19-Pandemie fordert das Gemeinwesen massiv. Manche Kommentare sehen im Angesicht der unsichtbaren Gefahr auch die Stunde des Staats gekommen, der seinen Bürgern hilft und zugleich Ausgangsbeschränkungen zur Not per Zwang durchsetzt. Doch wie ist die Situation bei denen, die mit der Ausübung des Gewaltmonopols betraut sind? Sind die intern auf eine Häufung von Corona-Infektionen vorbereitet? Die L-IZ hat bei der Polizeidirektion Leipzig nachgefragt.