Die geplante Vorratsdatenspeicherung macht den Schutz der eigenen Privatsphäre im Internet wieder zum Thema. Internetanbieter sollen nach den Plänen der Bundesregierung IP-Adressen künftig drei Monate lang speichern. Ein VPN kann dabei helfen, die eigene IP-Adresse gegenüber besuchten Websites zu verbergen und die Internetverbindung durch Verschlüsselung zusätzlich abzusichern.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die anlasslose Speicherung sämtlicher Kommunikationsdaten zwar eingeschränkt, für IP-Adressen gelten allerdings Ausnahmen. Mit einem VPN wie NordVPN oder Surfshark kannst Du verhindern, dass Websites Deine ursprüngliche IP-Adresse direkt sehen. Auch Dein Internetanbieter kann bei einer aktiven VPN-Verbindung normalerweise nicht mehr erkennen, welche konkreten Websites Du besuchst.
Vorratsdatenspeicherung – warum ein VPN jetzt interessant ist

Der Europäische Gerichtshof hat mehrfach entschieden, dass eine pauschale Speicherung sämtlicher Internet- und Telefondaten ohne konkreten Anlass grundsätzlich gegen europäische Grundrechte verstößt. Damit ist die Vorratsdatenspeicherung allerdings keineswegs vollständig vom Tisch.
Im April 2026 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der Internetanbieter zur Speicherung sämtlicher IP-Adressen ihrer Kunden für drei Monate verpflichten soll. Als wesentliche Begründung dient die Bekämpfung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Der Bundestag muss dem Gesetz noch zustimmen.
Besonders relevant sind dabei die Informationen, die sich aus IP-Adressen ableiten lassen. Sie können beispielsweise Rückschlüsse auf den ungefähren Standort eines Internetnutzers ermöglichen. Werden solche Daten mit weiteren Informationen kombiniert, lassen sich unter Umständen sogar Bewegungsmuster und persönliche Gewohnheiten nachvollziehen.
Ein VPN setzt genau hier an. Es verschlüsselt den Datenverkehr zwischen Deinem Gerät und dem VPN-Server und ersetzt Deine öffentlich sichtbare IP-Adresse durch die des VPN-Anbieters. Dadurch wird es für Websites und andere Dienste schwieriger, Deine Internetaktivitäten unmittelbar Deinem Anschluss zuzuordnen.
Was der EuGH zur Speicherung von IP-Adressen entschieden hat
Mit seinem Urteil vom 30. April 2024 (Rechtssache C-470/21) hat der EuGH die Möglichkeiten zur Speicherung von IP-Adressen erweitert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann diese auch zur Verfolgung weniger schwerer Straftaten zulässig sein.
Die aktuelle Rechtslage unterscheidet sich damit deutlich von einem vollständigen Verbot der Vorratsdatenspeicherung.
| Thema | Aktueller Stand |
|---|---|
| Speicherung sämtlicher Kommunikationsdaten | Grundsätzlich eingeschränkt |
| Speicherung von IP-Adressen | Unter bestimmten Voraussetzungen zulässig |
| EuGH-Urteil C-470/21 | 30. April 2024 |
| Deutscher Gesetzentwurf | April 2026 vom Bundeskabinett beschlossen |
| Geplante Speicherdauer | Drei Monate |
| Endgültige Verabschiedung | Noch ausstehend |
Wie ein VPN Deine IP-Adresse und Daten schützt
Ein VPN (Virtual Private Network) baut eine verschlüsselte Verbindung zwischen Deinem Gerät und einem VPN-Server auf. Dein Internetverkehr wird anschließend über diesen Server weitergeleitet.
Ohne VPN kommuniziert Dein Gerät normalerweise direkt mit den jeweiligen Internetdiensten. Dabei ist Deine öffentliche IP-Adresse für die besuchten Websites sichtbar. Mit einem VPN sehen diese stattdessen die IP-Adresse des VPN-Servers.
Gleichzeitig verhindert die Verschlüsselung, dass Dein Internetanbieter den Inhalt Deiner übertragenen Daten im normalen Fall einfach mitlesen kann. Er kann allerdings weiterhin erkennen, dass Du eine VPN-Verbindung verwendest, und möglicherweise auch deren Umfang und Zeitpunkt erfassen.
Ein VPN bietet somit gleich mehrere Vorteile für den Datenschutz:
- IP-Adresse verbergen: Websites sehen normalerweise die IP-Adresse des VPN-Servers statt Deiner ursprünglichen Adresse.
- Daten verschlüsseln: Der Datenverkehr zwischen Deinem Gerät und dem VPN-Server wird verschlüsselt übertragen.
- Tracking erschweren: Die Zuordnung Deiner Aktivitäten anhand Deiner ursprünglichen IP-Adresse wird schwieriger.
- Öffentliche WLANs absichern: Die verschlüsselte Verbindung erschwert es anderen Nutzern desselben Netzwerks, Deinen Datenverkehr auszuspähen.
Ein VPN sorgt allerdings nicht für vollständige Anonymität. Wenn Du beispielsweise bei Google, Facebook oder anderen Diensten angemeldet bist, können diese Deine Aktivitäten weiterhin Deinem Benutzerkonto zuordnen.
Warum die Verschlüsselung beim VPN entscheidend ist
Das Verbergen der IP-Adresse ist nur ein Teil des Datenschutzes. Mindestens genauso wichtig ist die Verschlüsselung Deiner Internetverbindung.
Ein VPN-Tunnel schützt die Daten auf dem Weg von Deinem Gerät zum VPN-Server. Das ist insbesondere in öffentlichen WLANs interessant, etwa in Hotels, Flughäfen oder Cafés. Ohne eine geeignete Verschlüsselung können ungeschützte Daten in solchen Netzwerken leichter abgefangen werden.
Allerdings sind viele Websites inzwischen ohnehin mit HTTPS verschlüsselt. Ein VPN ergänzt diesen Schutz, ersetzt ihn aber nicht. Auch die Verschlüsselung eines VPN verhindert nicht automatisch, dass der Anbieter selbst Deine Aktivitäten nachvollziehen kann.
Eigenes VPN oder kommerzieller Anbieter – welche Lösung schützt Deine Daten?
Du kannst ein VPN selbst betreiben oder einen kommerziellen Anbieter nutzen. Beide Möglichkeiten unterscheiden sich insbesondere beim Datenschutz und bei der Sichtbarkeit Deiner IP-Adresse.
Ein selbst eingerichtetes VPN bietet Dir die vollständige Kontrolle über die eigene Infrastruktur. Betreibst Du es allerdings zu Hause, wird Deine heimische IP-Adresse weiterhin verwendet. Gegenüber Deinem Internetanbieter entsteht dadurch kein zusätzlicher Schutz vor der Speicherung dieser Adresse.
Bei einem kommerziellen VPN sieht die Situation anders aus. Die Verbindung wird über die Server des Anbieters geleitet. Websites erhalten dadurch normalerweise nicht mehr Deine ursprüngliche IP-Adresse.
| Funktion | Eigenes VPN zu Hause | Kommerzielles VPN |
|---|---|---|
| Verschlüsselung | Ja, bei korrekter Einrichtung | Ja |
| Ursprüngliche IP-Adresse verbergen | Nein, gegenüber Websites normalerweise nicht | Ja |
| Schutz in öffentlichen WLANs | Ja | Ja |
| Kontrolle über die Infrastruktur | Vollständig | Beim Anbieter |
| Zusätzlicher Datenschutz gegenüber dem Internetanbieter | Begrenzt | Durch den verschlüsselten VPN-Tunnel |
| Einrichtung | Technisches Wissen erforderlich | Meist mit wenigen Klicks |
Wenn Dein Hauptziel darin besteht, Deine ursprüngliche IP-Adresse zu verbergen und Deine Internetverbindung zusätzlich abzusichern, ist ein kommerzieller VPN-Dienst eine mögliche Lösung.
NordVPN und Surfshark für mehr Datenschutz
Zwei bekannte Anbieter sind NordVPN und Surfshark. Beide stellen Apps für Windows, macOS, Android, iOS und Linux zur Verfügung. Damit kannst Du Deine Geräte direkt schützen, ohne selbst einen VPN-Server einrichten zu müssen.
Bei der Auswahl solltest Du insbesondere auf die No-Logs-Richtlinie achten. Sie soll sicherstellen, dass der Anbieter keine Informationen über Deine Internetaktivitäten protokolliert. Wichtig ist dabei, zwischen einer Werbeaussage und unabhängig überprüften Datenschutzmaßnahmen zu unterscheiden.
Auch Funktionen wie ein Kill Switch sind relevant. Dieser unterbricht die Internetverbindung, wenn der VPN-Tunnel unerwartet abbricht. Dadurch wird verhindert, dass Dein Gerät unbemerkt wieder über Deine ursprüngliche IP-Adresse kommuniziert.
VPN einrichten und die eigene IP-Adresse verbergen
Die Einrichtung eines kommerziellen VPN ist normalerweise unkompliziert. Mit wenigen Schritten kannst Du Deine Verbindung verschlüsseln und Deine öffentliche IP-Adresse ändern.
1. Einen VPN-Anbieter auswählen
Entscheide Dich zunächst für einen Anbieter, der zu Deinen Anforderungen passt. Achte auf eine transparente Datenschutzrichtlinie, moderne Verschlüsselung und einen zuverlässigen Kill Switch.
2. Die VPN-App installieren
Lade die Anwendung des ausgewählten Anbieters auf Dein Gerät herunter. Die meisten großen VPN-Dienste unterstützen die gängigen Betriebssysteme. Installiere die App und melde Dich mit Deinem Benutzerkonto an.
3. Einen VPN-Server auswählen
Verbinde Dich mit einem Server Deiner Wahl. Wenn Du hauptsächlich Deine IP-Adresse verbergen und eine möglichst schnelle Verbindung nutzen möchtest, empfiehlt sich normalerweise ein Server in Deiner Nähe.
4. Die Verbindung überprüfen
Nach dem Verbindungsaufbau kannst Du auf einer Website zur IP-Prüfung kontrollieren, ob Deine öffentliche Adresse geändert wurde. Wird die IP-Adresse des VPN-Servers angezeigt, funktioniert die Umleitung grundsätzlich.
Überprüfe außerdem, ob der Kill Switch aktiviert ist und ob Dein VPN zuverlässig verbunden bleibt.
Schützt ein VPN wirklich vor der Vorratsdatenspeicherung?
Ein VPN bietet einen zusätzlichen Schutz für Deine Privatsphäre. Es kann Deine ursprüngliche IP-Adresse gegenüber Websites verbergen und verhindern, dass Dein Internetanbieter den Inhalt Deiner Verbindung im normalen Fall mitlesen kann.
Allerdings solltest Du die Möglichkeiten nicht überschätzen. Die Vorratsdatenspeicherung wird durch ein VPN nicht einfach abgeschafft. Dein Internetanbieter kann beispielsweise weiterhin feststellen, dass Du eine VPN-Verbindung verwendest. Außerdem kann der VPN-Anbieter selbst bestimmte Verbindungsdaten verarbeiten.
Gerade deshalb ist die Wahl eines vertrauenswürdigen Dienstes wichtig. Eine transparente No-Logs-Richtlinie, unabhängige Prüfungen und ein zuverlässiger Schutz vor IP-Lecks sind sinnvolle Kriterien.
Ein VPN ist damit ein nützliches Werkzeug, um die eigene IP-Adresse zu verbergen und die Internetverbindung besser abzusichern. Vollständige Anonymität bietet es jedoch nicht. Wer seine persönlichen Daten schützen möchte, sollte zusätzlich auf HTTPS, aktuelle Software und datenschutzfreundliche Einstellungen achten.