Die Zahl der Einwohner in Leipzig steigt seit der Jahrtausendwende kontinuierlich an. Auch im Jahr 2021 gab es ein deutliches Plus von 4.049 Personen bei der Bilanz der Zuzügler. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden zu Jahresbeginn 2022 in Leipzig 609.869 Einwohner gezählt.

Das weitere Wachstum ist allein schon durch das Durchschnittsalter von 42 Jahren vorprogrammiert. Umso wichtiger ist die Schaffung von weiterem Wohnraum durch Neubauten und die Reaktivierung vorhandener Wohnungen durch Sanierungen und Modernisierungen.

Das Wohnraumpotential

Wer aufmerksam durch die Stadt fährt oder läuft, entdeckt noch an vielen Stellen umfangreichen Leerstand. Er ist häufig einer fehlenden Instandhaltung oder nicht erfolgten Sanierung der oftmals mehr als hundert Jahre alten Wohngebäude geschuldet. Solche vermeidbaren Leerstände gibt es beispielsweise entlang der Georg-Schwarz-Straße und der William-Zipperer-Straße sowie rund um den Lindenauer Markt im Westen und im Osten entlang der Eisenbahnstraße sowie in Teilen von Connewitz im Süden.

Auch zahlreiche Gebäude in einigen kurz vor der Jahrtausendwende eingemeindeten Kommunen stehen leer. Wer Beispiele sucht, braucht nur durch die Mühlenstraße in Böhlitz-Ehrenberg oder durch Burghausen zu laufen. Die meisten leerstehenden Gebäude benötigen eine Komplettsanierung, die vom Einbau einer Zentralheizung über eine Isolierung der Fassaden bis hin zum Einbau neuer Fenster reicht. Wir werden uns in unserem nachfolgenden Ratgeber auf die Fenster konzentrieren.

Wenn nicht zum Beispiel durch den Denkmalschutz die originalen Materialien und Fenstertypen vorgeschrieben sind, ist die erste Wahl bei einer Sanierung oft das Kunststofffenster. Dabei erfreuen sich deutsche Hersteller, wie beispielsweise Schüco, Aluplast und Kömmerling, aufgrund ihrer qualitativ hoch ansprechenden Erzeugnisse, großer Beliebtheit bei vielen unserer städtischen Bauherren.

Moderne Fenster aus Kunststoff sind ästhetisch den originalen Fenstern sehr nah und bringen dazu noch einige Vorteile. Sie sind den für Altbauten typischen Holzfenstern bei Betrachtung des Wartungsaufwandes deutlich im Vorteil, denn die Notwendigkeit des regelmäßigen Streichens entfällt und auch der Anschaffungspreis ist im Vergleich zu dem eines Holzfensters größtenteils deutlich günstiger.

In einigen Stadtteilen sind flächendeckend Denkmalschutzauflagen zu beachten. Sie fallen teilweise so streng aus, dass sogar der Schattenwurf der Sprossen beachtet werden muss. Deshalb haben beispielsweise die Mehrfamilienhäuser der Baugenossenschaft und der LWB in Leutzsch (Heimteichstraße, Pfingstweide, Blüthnerstraße) bei der Sanierung in den 1990er Jahren Fenster mit außen und innen aufgeklebten Sprossen bekommen.

Die Nachbildung der historischen Sprossenfenster aus den 1930er Jahren ist mit modernen Kunststofffenstern problemlos möglich. In dieser Hinsicht ist es sehr praktisch, dass es die Kunststofffenster und Kunststofftüren mit der Nachbildung einer Holzoberfläche in unzähligen Farben gibt.

Wer Wohngebäude energetisch zukunftsweisend sanieren und dabei einen Fenstertausch vornehmen möchte, sollte grundsätzlich nur zu Modellen mit einer Dreifachverglasung greifen. Sie bieten gegenüber den Modellen mit Zweifachverglasung und den in vielen Objekten noch vorhandenen Verbundfenstern einen erheblichen Vorteil bei der thermischen Isolierung und nicht zuletzt auch in Hinsicht des Einbruchschutzes! Einen wichtigen Beitrag leistete aber parallel die Verbesserung des Einbruchschutzes bei Fenstern und Türen.

Wer bei einer Sanierung neue Kunststofffenster oder beschichtete Alufenster einbauen will, sollte bei der Auswahl auf umlaufend an mehreren Stellen vorhandene Pilzkopfverriegelungen achten. Das gilt insbesondere für Wohn- und Geschäftsräume im Erdgeschoss sowie für Fenster an anderen leicht zugänglichen Stellen. Dort sollten außerdem abschließbare Griffe zur Ausstattung gehören.

Viele Wohnlagen in Leipzig und Umgebung weisen eine erhebliche Lärmbelastung auf. Das gilt vor allem für die wichtigsten Zufahrtsstraßen und die Verläufe der Straßenbahntrassen. Im Nordwesten macht sich zusätzlich die zum Flughafen Leipzig-Halle gehörende Einflugschneise bemerkbar.

In diesen Bereichen empfehlen die meisten Bau-Experten Fenster mit extra Lärmschutzverglasung. Aber auch Rollläden finden dafür Verwendung, sie halten nicht nur den Lärm draußen, sondern helfen zusätzlich bei der kostengünstigen Innenraumklimatisierung, speziell in den heißen Sommermonaten.

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