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Gründerteam NatürLicht der HTWK Leipzig steuert recycelbare Kerzen zum Lichtfest am 9. Oktober bei

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    Da hat man schon gedacht, dass bei all den Teelichtern beim Lichtfest auch auf ihre Umweltverträglichkeit geachtet wurde. Wurde aber nicht. Das ändert jetzt erst ein Gründerteam aus der HTWK Leipzig, das zeigt, dass man Teelichter auch recycelbar herstellen kann. Zum Lichtfest am 9. Oktober wird es solche Teelichter zum ersten Mal geben.

    25.000 Kerzen sollen am 9. Oktober den Schriftzug „Leipzig 89“ auf dem Leipziger Augustusplatz wieder zum Leuchten bringen. Ein Teil davon ist diesmal tatsächlich vollständig umweltfreundlich und wird vom Gründerteam NatürLicht der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) beigesteuert. Die Teelichter werden ohne Aluminium und Kunststoffe hergestellt, sind frei von Erdöl und Schadstoffen. Daher kann das entwickelte Material nach Gebrauch direkt in die Umwelt entlassen werden. Die Wachse stammen aus recycelten Pflanzenfetten und wurden von Schadstoffen befreit.

    Für das Lichtfest Leipzig startet das junge Unternehmen die Produktion der umweltfreundlichen Kerzen nun in Serie. Besucherinnen und Besucher des Lichtfests erhalten ab 17 Uhr kostenfrei ein Teelicht an den Infopunkten auf dem Augustusplatz, das sie dann auf dem Kerzenpodest platzieren können.

    Für das Lichtfest Leipzig starten die beiden Erfinder des NatürLichts, Karsten Jahn und Paul Handrick, in die Massenproduktion.

    „Vor dreißig Jahren sind die Menschen in der DDR für politische und gesellschaftliche Veränderungen auf die Straße gegangen – immer mit Kerzen in der Hand. Wenn am 30. Jahrestag umweltfreundliche Teelichter brennen, ist das ein starkes Zeichen, dass das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln immer mehr in den Blick der Gesellschaft rückt“, ist Karsten Jahn überzeugt.

    Karsten Jahn mit dem umweltfreundlichen Teelicht von NatürLicht. Foto: PUNCTUM / Alexander Schmidt
    Karsten Jahn mit dem umweltfreundlichen Teelicht von NatürLicht. Foto: PUNCTUM / Alexander Schmidt

    1989 war der gebürtige Jenenser erst 13 Jahre alt. „Auch in meiner Heimatstadt gab es Montagsdemonstrationen. Ich erinnere mich, dass ich bei mancher Demo dabei war – natürlich mit einer Kerze. Die Zusammenhänge habe ich in dem Alter noch nicht komplett verstanden. Aber ich habe gemerkt, dass eine Veränderung in Gange ist“, so Jahn.

    Die von NatürLicht entwickelten Teelichter sind vollständig aus natürlichen Rohstoffen gefertigt. Die Hülle besteht aus einem steinartigen Material und benötigt bei der Herstellung nur einen Bruchteil der Energie und Ressourcen, die eine herkömmliche Aluminium-Hülle verbraucht. Auch das verwendete Wachs ist nachhaltig: Es besteht aus recyceltem Pflanzenfett. Für die Herstellung werden weder Regenwälder gerodet noch Erdölreserven verbraucht.

    Die Idee kam Karsten Jahn, als er für eine Nichtregierungsorganisation in Afrika unterwegs war und in einem Aluminiumwerk die giftigen Abfälle sah, die dort ungehindert in die Umwelt gelangen.

    „Aluminium ist ein langlebiger Rohstoff. Bei Einwegprodukten wie Teelichtern ergibt solch ein Material wenig Sinn. Das motivierte mich, das Produkt nachhaltig zu machen“, so Jahn. Zurück in Deutschland experimentierte er mit verschiedenen Materialien und fand in Maschinenbau-Ingenieur Paul Handrick einen Mitstreiter für seine Idee. Über die HTWK Leipzig warb das Team ein Gründerstipendium des Bundesforschungsministeriums ein. Die Produktionsstrecke im HTWK-Forschungszentrum im Leipziger Osten läuft auch nach dem Lichtfest weiter auf Hochtouren: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sollen die umweltfreundlichen Teelichter in den Handel kommen.

    Für ein offenes Land mit freien Menschen! Lichtraum 6 wird am 7. Oktober um 20 Uhr in der Lennéanlage eröffnet

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