Ab 2023 mit höherer Spannung unterwegs

Leipziger Verkehrsbetriebe haben zwei Drittel ihrer Unterwerke schon auf 750 Volt Spannung hochgerüstet

Für alle LeserHöhere Spannung, weniger Stromverlust und auch weniger Stromverbrauch. Auch so kann man Energie und Kosten sparen, auch wenn es für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ein ziemlich langer Marathonlauf ist, bis sie die alte Grundspannung im Straßenbahnnetz komplett von 600 auf 750 Volt umgestellt haben. Seit 2007 arbeiten sie daran. Am Montag, 21. Januar, stellten sie in einem der 46 Unterwerke den Zwischenstand vor. Jetzt dauert es nur noch vier Jahre bis ins Ziel.

„In Leipzig haben wir bereits knapp zwei Drittel der 46 Unterwerke modernisieren können, ohne Einschränkungen während der Bauzeit auf den Bahnbetrieb und die Kunden. Mit dem Abschluss des gesamten Programms im Jahr 2023 können wir die elektrische Spannung von 600 Volt auf 750 Volt umstellen und damit die Anforderungen an die höhere Verkehrsleistung der Zukunft erfüllen. Eine ansonsten erforderliche Verstärkung der elektrischen Leitungen kann so reduziert oder ganz vermieden werden“, erklärte beim Ortstermin Eberhard Nickel, Leiter Anlagenmanagement Stromversorgung und Technisches Büro der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Bereits seit 2007 modernisieren die LVB schrittweise ihre Bahnstromkabel sowie die sogenannten Unterwerke und bringen sie auf ein neues Versorgungsniveau. Gefördert wird das Gesamtprogramm durch den Freistaat Sachsen und den Zweckverband Nahverkehr Leipzig (ZVNL). Als Unterwerk wird ein Umspannwerk bezeichnet, das Bahnstrom aus dem öffentlichen Stromnetz für den Betrieb von Straßenbahnen bereitstellt. Unterwerke wandeln durch Gleichrichter den Wechselstrom um und stellen so den für Bahnen notwendigen Gleichstrom bereit.

Die Umstellung auf die höhere Spannung soll ab 2023 gleich mehrere Effekte haben: Mit der Umstellung auf 750 Volt sinken der Gesamtbedarf an Strom sowie die Leistungsverluste in Kabeln und Oberleitungen. Gleichzeitig steige die Versorgungssicherheit, betonen die LVB. Mit der Modernisierung verstärken die Verkehrsbetriebe zudem auch ihr Energiemanagement zur Ressourcenschonung.

„Damit sichern wir nicht nur die kontinuierliche Versorgung, sondern leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz sowie für die Wirtschaftlichkeit. Mit Schulungen fördern wir außerdem die ressourcenschonende Fahrweise unserer Fahrer“, so Nickel weiter.

Dabei ist das Thema Energiesparen eben auch ein Kostenthema, weshalb die LVB mit Hilfe eines zertifizierten Energiemanagements die Maßnahmen zur Erhöhung ihrer Energieeffizienz im Sinne ihrer Nachhaltigkeitsziele steuern. Jährlich setzen die Verkehrsbetriebe etwa 60 Gigawattstunden Strom für den Betrieb ein. 2017 waren es zum Beispiel 58,7 GWh.

Rund 81 Prozent der LVB-Fahrgäste sind mit den Straßenbahnen in Leipzig elektromobil unterwegs. Das sind 126 Millionen Fahrgäste. Und ein kleines Rechenexempel liefern die LVB auch noch mit: Ihre Energieeffizienz zeigt sich bei der Betrachtung des jährlichen Fahrstromverbrauchs in Bezug auf die gesamten sogenannten Personenkilometer: Eine Person in der Leipziger Straßenbahn nimmt durchschnittlich nur so viel Energie in Anspruch wie zum Beispiel eine Person in einem Auto, welches auf 100 Kilometer 1,4 Liter Diesel benötigt. (Wenn es das Auto schafft und die Verbrauchswerte tatsächlich so niedrig sind. Die meisten brauchen ein paar Liter mehr.)

Das heißt: Ein LVB-Fahrgast kann umgerechnet für die Energie aus 1,4 Liter Diesel ein ganzes Jahr Straßenbahn fahren. Ein Autofahrer kommt damit nur 100 Kilometer weit. Und das auch nur, wenn er wirklich ein sparsames Auto hat.

Die Mathearbeit hätte ich verhauen, aber beim Energieverbrauch schlage ich noch immer jeden Dieselfahrer

https://www.l-iz.de/wirtschaft/mobilitaet/2019/05/Die-Mathearbeit-haette-ich-verhauen-aber-beim-Energieverbrauch-schlage-ich-noch-immer-jeden-Dieselfahrer-275052

LVBStromverbrauch
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