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Das Leipziger „Café kaputt“ fordert ein „Recht auf Reparatur“ für alle Verbraucher

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    Dass unsere Müllberge so wachsen und unsere Umwelt so zerstört wird, hat auch mit einer Art des heutigen Wirtschaftens zu tun, die Dinge so herstellt, dass sie immer schneller verschleißen, geplant kaputtgehen und dann nur noch weggeschmissen werden können. Selbst Dinge, die in einer vernünftigen Welt alle wieder zu reparieren wären. Logischer Schluss: Eine Forderung nach einem EU-weiten Recht auf Reparatur.

    Vom 13. bis 20. Oktober sprechen sich Reparatur-Initiativen im Rahmen einer Aktionswoche zum internationalen Repairday am 20. Oktober für die Einführung EU-weiter Reparaturstandards aus und laden Interessierte ein, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Gemeinsam mit Umweltschutzorganisationen, Verbraucherzentralen und Reparaturdienstleistern fordern sie die Politik auf, sich für ein „Recht auf Reparatur“ einzusetzen.

    Auch das „Café kaputt“ in der Merseburger Straße 102 ist dabei. In der Aktionswoche können, wie jede Woche, alle Bewohner/-innen von Leipzig und Umgebung ihre kaputten Alltagsgegenstände vom Toaster bis zur zerrissenen Jeans in den offenen Reparatursprechstunden für Technik, Heimwerken und Textil reparieren. Alle Interessierten sind herzlich willkommen und werden von erfahrenen Reparaturhelfer/-innen unterstützt.

    „Unsere Forderung auf ein ‚Recht auf Reparatur‘ stärkt die Position von Reparateur/-innen“, betont Sebastian Kastenholz vom „Café kaputt“. „Der Zugang zu Ersatzteilen, Informationen, Diagnosetools und Werkzeugen soll für alle Reparaturanbieter und im gleichen Maße möglich sein.

    Verbraucher/-innen sollen während Garantie- und Gewährleistungszeiten die Möglichkeit haben, sich für eine Reparatur statt für ein Neugerät zu entscheiden. Es handelt sich um wirkungsvolle Forderungen, die das Interesse von Bürger/-innen über das Profitinteresse der Hersteller von Elektrogeräten stellt.“

    Ende des Jahres entscheiden die EU-Mitgliedstaaten, ob Reparaturstandards in die Ökodesign-Richtlinie aufgenommen werden. Jetzt bietet sich die besondere Möglichkeit, Weichen zu stellen und das Recht auf Reparatur politisch durchzusetzen, betont Kastenholz.

    „Bisher sind die Regierungen jedoch noch zögerlich. Deshalb fordern das ‚Café kaputt‘ und große Teile der Zivilgesellschaft die deutsche Regierung auf, sich für diese neuen Produktstandards einzusetzen. Bereits mehrere tausend engagierte und enttäuschte Bürger/-innen bringen diese Forderung in einer Petition zum Ausdruck.“

    In Deutschland werden jährlich und pro Person 22,8 kg Elektrogeräte weggeworfen. Grund dafür sind mangelnde Gerätequalität und fehlende Reparaturmöglichkeiten. Dabei wollen viele Verbraucher/-innen ihre Geräte länger nutzen und reparieren – auf EU-Ebene 77 Prozent der Bürger/-innen.

    Der internationale Repairday findet 2018 zum zweiten Mal statt – er wurde im vergangenen Jahr von der Open Repair Alliance ausgerufen, die sich 2017 gründete und in der sich zivilgesellschaftliche Reparaturorganisationen aus aller Welt zusammengeschlossen haben.

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