Der Begriff Nachhaltigkeit ist heutzutage zwar in aller Munde, seine exakte Bedeutung bleibt aber teilweise schwammig und die verschiedenen Definitionen divergieren durchaus in gewissen Punkten. Ursprünglich stammt der Begriff jedoch aus der Forstwirtschaft und definierte sich darüber, dass aus einem Wald nur so viel Holz entnommen werden durfte, wie dieser in der Lage ist, wieder selbständig zu erzeugen.

Es geht also grob gesagt um einen bewussten Umgang mit Ressourcen, um möglichst lange Nutzungsdauer von Objekten und darum, nicht durch unverantwortliches Handeln die Zukunftsaussichten der nachfolgenden Generationen zu verschlechtern. Gerade im Bereich des Bauens – welcher ja sehr langfristig angelegt ist – spielt dieses Prinzip eine große Rolle.

Nachhaltiges Bauen – Eine Win-Win-Situation!

Ja, nachhaltig zu bauen erhöht zunächst einmal die Baukosten. Doch durch deutlich geringere Betriebskosten amortisiert sich diese Investition schnell. Abseits von rein finanziellen Erwägungen geht es beim nachhaltigen Bauen darum, den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten, Flächenversiegelung, wo es möglich ist, zu verhindern oder zu minimieren und negative Auswirkungen auf die Umwelt so weit es geht zu reduzieren.

Davon profitiert sowohl der Bauherr selbst, als auch die gegenwärtige und nachfolgende Generation. Von der Standortsuche bis zum Rückbau des Gebäudes steht die Nachhaltigkeit im Zentrum aller Überlegungen.

Regenerative Energiequellen nutzen!

Die Sonne als Energiequelle ist schon lange bekannt. Die Nutzung derselben wird aber erst seit wenigen Jahren mit wirklicher Entschlossenheit gefördert und gefordert. Die Initiativen aus der Politik kommen nun mit deutlich mehr Druck daher. Grundsätzlich ergibt dies Sinn. Denn die Entwicklung der Hardware (Solarzellen, PV-Anlagen) setzt immer mehr auf umweltfreundliche Materialien und Nachhaltigkeit bei der Produktion.

Nicht nur auf Dächern, sondern auch in Fassaden lassen sich solche Anlagen installieren. Doch nicht nur mit Sonnenenergie, sondern auch mit der Kraft des Windes werden Gebäude energieeffizient. Auf großen Hochhäusern lassen sich kleine Windkraftanlagen installieren, die dank des in dieser Höhe konstantem Luftstroms sinnvoll betrieben werden können. Im besten Fall werden Gebäude dadurch sogar energieautark.

Holzhaus. Foto: Monika via pixabay

Holz als nachhaltiger Baustoff!

Holz ist als Baumaterial geradezu ideal und bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Zum einen gilt Holz als nachwachsender Rohstoff und erfüllt damit die Kriterien der Nachhaltigkeit besonders gut. Natürlich ist der Einsatz von Holz aus ökologischer Sicht nur dann sinnvoll, wenn Wälder aus der Region genutzt werden und das Holz nicht aus Kanada oder dem Amazonasgebiet eingeschifft wird. Außerdem eignet sich Holz ausgezeichnet für serielles Bauen, denn durch die Möglichkeit der Vorfertigung können Gebäude standardisiert und besonders schnell errichtet werden.

In die Höhe bauen verhindert Flächenversiegelung

Flächenversieglung ist die Ursache einer Reihe von Problemen. Durch das Zubetonieren von Grünflächen wird Lebensraum von Tieren und Pflanzen zerstört und somit die Biodiversität gefährdet. Außerdem begünstigt die Versiegelung des Bodens die Tragweite von schweren Niederschlagsereignissen, da das Wasser nicht mehr vom Boden aufgenommen werden kann. Daher ist es aus diesem Blickwinkel sinnvoll, statt in die Fläche in die Höhe zu bauen.

Gerade in Großstädten schlägt man damit zwei Fliegen mit einer Klappe, denn bezahlbarer Wohnraum ist dort immer knapp und erschließbare Grundstücke kaum vorhanden. Auf diese Weise kann die Bekämpfung der Wohnungsnot mit nachhaltigem Bauen sinnvoll verbunden werden.

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